dernordmanne
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Weizen: Idealer Verkaufszeitpunkt der Ernte gesucht

Hallo,

für mich als Landwirt stellt sich die Frage nach einem guten Verkaufszeitpunkt für meinen Weizen.

Dazu 2 Wochen Charts vom Chicago und Matif Weizen.

Chicago

Der rote horizentale Widerstand wurde locker genommen, die blaue Linie sollte ebenfalls keine allzu große Hürde darstellen, denn die Indikatoren weisen noch keine negativen Divergenzen auf. Der Bereich 1.150 bis 1.200 wird sicherlich nicht so einfach zu überwinden sein.

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Matif Weizen

Nun, bis ca. 280 - 290 sollte es noch marschieren. Mein Fazit: Wer auf Nummer sicher gehen will verkauft jetzt oder beginnt zumindest mit Teilverkäufen. Die Spekulativen unter Euch können noch eine wenig warten, in jedem Fall ist erhöhte Aufmerksamkeit gefordert. Und immer den Mais Kurs beobachten, denn diese Hausse ging vom Mais aus, der übrigens seine 2011 Hochs mit Umsatz schon überwunden hat. Wenn das kein false breakout war, sehen wir noch ganz andere Kurse. Der vollstänigkeithalber sei noch erwähnt, dass es sich bei diesem Beitrag um meine persönliche Meinung handelt und ich die Verantwortung ausschließlich für meine Entscheidungen übernehme.
Hier noch der Kassapreis vom 19.07.2012 für B Weizen ex 12: 25,25 € / dt Schleswig-Holstein Nord

Beste Grüße in die Runde

der nordmanne

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Geschrieben von dernordmanne am
paul
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12 Jahre 9 Monate

Weizen wird eingestellt zum Verkauf bei knapp 280,00 €, heute ist der Tag wo man Raps verkaufen sollte, z.B.Nov 12 für 523,00 €.

Wie schrieb der nordmanne :"Der vollstänigkeithalber sei noch erwähnt, dass es sich bei diesem Beitrag um meine persönliche Meinung handelt und ich die Verantwortung ausschließlich für meine Entscheidungen übernehme."

Gruß Paul

paul
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MZI
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dernordmanne
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Zu Paul

"heute ist der Tag wo man Raps verkaufen sollte, z.B.Nov 12 für 523,00 €."

Stimme vollumfänglich zu, beim Raps wird es vermutlich zu einer Korrektur kommen, hätte ich Raps, wäre er ein klarer Verkauf.

Gruss

dernordmanne

JBH
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@ nordmanne,

ich glaube nicht, dass es zu einer grossen Korrektur kommen wird. Kleine Korrektur und dann wieder hoch. Bei Soya ist das Allzeithoch fundamental absolut begründet und das zu diesem Zeitpunkt.
jbh

paul
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@ dernordmanne [#5]

So schnell kanns gehen:
Tiefstkurs Raps Nov 12 heute 496,75 €, Schlusskurs exakt 500,00 € `. Unsere am Freitag diskutierten 523,00 € werden wohl die Spitze gewesen sein.
Aber auch der Weizen hat einen ordentlichen Absturz vollzogen.

Gruß Paul

Ackerspezi
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@ paul [#7]

bei dem schnellen Erntefortschritt und den überdurchschnittlich guten erträgen war das zu befürchten. Oben wird nicht geklingelt; aber zur ernte sind die Preise oft abwärts gegangen.

Saubauer
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Lieber den " Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach!"
Alter Spruch aber immer wieder wahr!

MfG
Saubauer

paul
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@ Saubauer [#9]

In aller Zurückhaltung: Die von mir unter [#3] empfohlenen und auch gehandelten 523,00 € als Rapsverkauf war schon ne dicke Taube in der Hand.

Gruß Paul

Saubauer
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@ paul [#10]

Sehe ich auch so !
Ich konnte in den letzten Jahren leider noch nie so teuer den Raps verkaufen und heuer hab ich 50 ha Mais für die BGA.
WG konnte ich im Einkauf mit 21.50 und 22 Eur Verträge absichern

MfG
Saubauer

dernordmanne
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Glückwunsch Paul, lass Dir die dicke Taube gut schmecken. -:)

Schaut man sich den corn chart an, überrascht der Korrekturzeitpunkt nicht wirklich, wobei es immer leicht ist im Nachhinein eine technische Begründung zu finden und ich muss zugeben, dass ich beim Weizen ein wenig später und ein wenig höher mit der Korrektur gerechnet habe. Der Satz: "in jedem Fall ist erhöhte Aufmerksamkeit gefordert" passte zumindest wie Faust auf Auge.

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Dennoch handelt es sich meiner Meinung nach "nur" um eine Korrektur und ich denke wir werden zumindest die alten Hochs dieser Aufwärtsbewegung wiedersehen.

Hier ein Chicago Weizen Chart

Betrachten wir nur mal die Aufwärtsbewegung von 590 bis 950 und nehmen an, dass es sich um einen Impuls nach der Elliott Wellen Methode handelt. Nehmen wir weiter an, dass die Welle 3 fertig ist und eine Korrektur von sagen wir mal 38,20 % bis 812 Punkten erfolgt. Ist nun die Welle 5 gleich lang wie Welle 1 landen wir in der Gegend um das Hoch 950, bei einer Ausdehnung auf 138,20 % sind es 991, bei 161,80 % = 1022, bei 261,80 % = 1151
Die Berechnungen sind ein wenig aus der Hüfte geschossen und vermutlich sträuben sich bei den Filigrantechnikern die Haare, für mich sind es immer nur Anhaltspunkte, die letzte Entscheidung erfolgt intuitiv.
Also mein Mindestkursziel ist das alte Hoch um 950 und dort werde ich verschärft aufpassen und ggfls. meinen Weizen verkaufen.

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P.S. Wird hier eigentlich gedutzt und geht es eher förmlich zu?

Gruss

dernordmanne

dernordmanne
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12 Jahre 9 Monate

Ein paar charttechnische Gedanken zum Weizen.

Tageschart
Es sieht nach einer Trendbestätigungs-Formation (Flagge) aus, die Indikatoren haben die Überkauftpositionen abgearbeitet, der MACD ist an der Signallinie nach unten abgedreht, hat also noch kein Kaufsignal geliefert.
Noch ist die Korrektur im Gange, es bleibt ein Ausbruch aus der Flagge und letztlich aus dem Hoch vom Juli abzuwarten.

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Wochenchart
Eine große Tasse Henkel Formation ist zu erkennen (bullisch) und vermutlich erfolgte ein Ausbruch aus dieser. Im Trendkanal ist Luft nach oben. Der MACD befindet sich nach wie vor im Kaufmodus, bewegt sich Richtung Signallinie. Die niedrigeren Umsätze passen zur Korrektur.

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Monatschart
Langfristig befindet sich Weizen in einem Aufwärtstrend (höhere Hochs, höhere Tiefs). Im eingezeichneten Trendkanal sind wir so ziemlich oben angelangt. In einem normalen Jahr würde ich sagen - das war´s erst mal im wesentlichen. Allerdings ist die fundamentale Situation eher mit 2008 zu vergleichen. Von daher denke ich, könnte es durchaus zu einem Überschießen nach Norden in Richtung 1300 kommen.

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Der Weizen in Paris sieht ähnlich aus, ein Ausbruch aus der Tasse Henkel Formation ist jedoch nicht oder noch nicht erfolgt.
Bin insgesamt bullisch eingestellt, gewisse Gefahren sind natürlich nicht von der Hand zu weisen und letzten Endes entscheidet der Markt, der bekanntlich immer Recht hat.

Gruss und freue mich über eine Diskussion.

der nordmanne

MZI
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12 Jahre 9 Monate

Hallo

Sind fundamentale Daten für Sie eigentlich auch relevant, oder sind sie blos Linienfetischist? (Nicht böse gemeint, ein wenig Sarkasmus muss sein)

MZI

dernordmanne
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@ MZI [#14]

Hallo MZI,

wenn ein wenig Sarkasmus sein muss, bitte sehr und ich will auch gern eine nicht sarkastische Antwort geben.

Ich bevorzuge die technische Betrachtung der Märkte inkl. der Elliott Wellen, weil ich der Meinung bin, dass die fundamentalen Gründe und Meinungen der Marktteilnehmer in den Charts enthalten sind. Obgleich fundamentale Daten und Informationen ebenfalls für mich von Interesse sind, ich bin schon über die Ernten, stock to use ratio etc. informiert. Meiner Ansicht nach ist es eben sehr viel leichter die Wahrscheinlichkeit eines Preisausbruchs oder einen Markthochpunkt mit der Technischen Analyse zu identifizieren als rein fundamental. Häufig kann man beobachten, dass ein Markt steigt und die Begründungen im Nachhinein geliefert werden, achten Sie mal drauf, findet man im Ölmarkt, bei Währungen oder den Aktien Indizes. Eine Frage an sie, entscheiden Sie wirklich rein fundamental wann zB. ein Markt zu hedgen ist?

Zum anderen bin ich der Meinung, dass der technische Aspekt in diesem Forum ein wenig zu kurz kommt, aber wen es nicht interessiert, der braucht die Beiträge ja auch nicht zu lesen, gell. ;-)

Beste Grüße in den Süden

dernordmanne

MZI
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12 Jahre 9 Monate

Hallo Nordmanne

Dann will ich mich mal auf diese Diskussion einlassen - ohne darauf zu bestehen, dass ich die allwissende Weisheit gepachtet habe:

Meine Prämissen sind a.) Die zukünftige Preisentwicklung hängt vor allem von Faktoren ab, die in der Zukunft liegen. Nur zum geringen Teil nimmt die Vergangenheit darauf Einfluss.

Und b.) Märkte sind sehr stark von Psychologie geprägt, und diese Psychologie findet sich in Form von Linien, Wellen, Pivots, wasweisichnoch wieder. (Stichwort: Schwarmverhalten, Lemminge)

Sie sagen es ja selber: Die Begründungen für eine Preisbewegung werden erst nach derselbigen verlautbart. Das ist aber genauso ein Argument gegen die Charttechnik. Jeder Techniker kann ihnen heute 10 oder mehr Formationen in den aktuellen Chart einzeichnen, die sowohl bullisch als auch bearisch sind.
Und wenn Sie eben in Sojabohnen eine Formation gefunden haben, die FÜR SIE bullisch ist und es gibt übers Wochenende weit verbreiteten Regen in den USA, dann wissen wir beide dass sie falsch gelegen haben --> Siehe Prämisse a.)
Wobei es seit neuestem wieder ganz Schlaue gibt, welche sagen: Bullenformationen haben auf den zweiten Blick gesehen eigentlich etwas bearisches (--Ich greif mir auf den Kopf--).

Ich streite aber nicht ab, dass es neben fundamentalen Daten auch andere Gründe für Preisbewegungen gibt, wie z.B. den Zufall. Zufällige Ereignisse wie das zusammentreffen von verschiedenen (falschen) Nachrichten, dass ein Fondsmanager seinen Job kündigt und noch einmal Profite realisiert, politische Entscheidungen (QE3), etc.. Diese Zufälle bewirken dann eben die Richtungsänderung eines Fisches und ev. die des ganzen Schwarmes. Damit wären wir bei Punkt b.)

Als Untermauerung meiner Meinung möchte ich noch anführen, dass ich kein einziges automatisches Handelssystem und keinen einzigen Chartisten kenne, der in Agrarrohstoffen verlässlich Gewinne produziert (Indizes: Ja). Meine Erfahrung ist die, dass alleine der Informationsvorsprung zählt -aber ich werde gerne eines besseren belehrt.

Der Fairness halber nun auch meine Meinung: Sie sehen eine bullische Tasse-Henkel-Formation. Ich sehe eine Gewinnrealisierung zum Monatsende und ob neue Preishochs erreicht werden, wird uns der Wetterbericht und die Exportzahlen in den nächsten 2 Wochen zeigen.

mfg
MZI

Bre
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12 Jahre 5 Monate

@ dernordmanne [#1] @ dernordmanne [#13] @ MZI [#16]

So muss eine fruchtbare Diskussion sein.

Wenn zwei Augenpaare auf denselben Gegenstand schauen, sehen sie nicht immer Dasselbe, nicht einmal das Gleiche, sondern teilweise ganz was Verschiedenes bis zur Gegenteiligkeit.

Schlußfolgerungen:

• Die Verarbeitung der Informationen kann mit höchst unterschiedlichen Techniken erfolgen, die jeder einzelne für sich ganz unterschiedlich intensiv entwickelt hat.

• Jeder kann für seine Methode eine ihn überzeugende Argumentationslogik vortragen, dass seine Methode zu „folgerichtigen“ Handlungsergebnissen führt.

• Bis zum Beweis des Gegenteils, aber: Die Kategorie Richtig oder falsch ist nicht allein zu messen an den tatsächlich eingetretenen Ergebnissen, weil diese durch die Zufälligkeit des Zusammentreffens aller möglichen Einflüsse - egal ob sachgerecht oder sachfremd - im jeweiligen Augenblick der Entscheidung zustande kommen. Wer sich nur auf die vordergründige Erscheinungsform verläßt, ohne den eigentlichen Ursachen nachzugehen, wird auf Dauer wenig Erfolg haben. Denn was in dem einen Augenblick als Ergebnis herausgekommen ist, kann bei gleicher „objektiver“ Sachlage in einem anderen Augenblick zu einem völlig anderen Ergebnis führen. (das Problem des Chartisten)

• „Richtige Ergebnisse“ sind nicht einfach nur aus den Fundamentalfaktoren im engeren Sinne von nackten Produktions-Verbrauchs-Zahlen abzuleiten, sondern auch aus den peripheren (fundamental im weiteren Sinne) Einflußfaktoren von z.B. Währungsentwicklungen und von nachvollziehbaren (z.B. Schwarmeffekt, Wochen- Monats- Quartals-, Halbjahres-, Jahresendeffekte) und nicht immer nachvollziehbaren menschlichen Verhaltensweisen und nicht zuletzt von unkalkulierbaren politischen Entscheidungen wie z.B. Verhängung von Handelsbarrieren (das Problem des Fundamentalisten)

• Was liegt näher als die sich gegenseitig befruchtende Kombination von beiden Ansätzen. Aus zeitökonomischen Gründen wird die Beschäftigungsintensität mit jedem einzelnen Ansatz geringer ausfallen, kann sogar von Vorteil sein, weil die letzte methodische Feinheit angesichts der Unsicherheit und Ungewißheit bei Zukunftsentscheidungen wenig bringt.

Die Chartanalysen sollten im Forum tatsächlich häufiger vertreten sein, sagt ein Fundamentalist

P.S: Ideale Verkaufszeitpunkte gibt es in der Realität nicht, sondern optimale (= solche, die unter Abwägung der Vor- und Nachteile herauskommen)

MfG Bre

MZI
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12 Jahre 9 Monate

@ Bre [#17]

"Die Chartanalysen sollten im Forum tatsächlich häufiger vertreten sein, sagt ein Fundamentalist"

Ein sehr schöner Satz, den ich vollends unterstreichen kann!

Ich beschäftige mich gerade mit den Ergebnissen der ProFarmer Crop Tour. Die Schätzung der USDA wurde dabei leicht unterboten. Dabei ist mir aufgefallen, dass das Tausendkorngewicht nicht als Schätzparameter verwendet wurde. Falls ein durchschnittliches TKG verwendet wurde, könnte man daraus schließen, dass die USDA Schätzung am 12. September wiederum niedriger ausfällt (weil dort eben die Körner getrocknet und gewogen werden).

Dagegen sprechen aber die segensreichen progn. Niederschläge der nächsten Tage. Bohnen könnten eine Superkompensation entwickeln, die das TKG HÖHER ausfallen lassen, um die geringere Bohnenanzahl zu kompensieren.

mfg
MZI

dernordmanne
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12 Jahre 9 Monate

@ MZI [#16] @ Bre [#17]

Ich muss ihnen beiden vollkommen Recht geben und es liegt mir fern irgend jemanden zu belehren. Jedenfalls bringt eine Grundsatzdiskussion über das Für und Wider einer Methode herzlich wenig, es gibt sie schon zuhauf und jeder meint er hätte die richtige Analyse- und Prognosemethode und kann das auch wissentschaftlich oder sonstwie belegen. Ich möchte mich zumindest aus solchen Diskussionen weitestgehend raushalten. Nur soviel dazu: Jede Prognose ist doch nur eine vorsichtige Annäherung, mit Sicherheit keine absolute Wahrheit. Die Anzahl der Informationen, die die die Kurse bewegen, gehen gegen unendlich und da sind wir alle ziemlich überfordert. Und doch hat jeder ein gewisses internes Filtersystem um die vermeintlich relevanten Informationen egal nach welche Methode herauszupicken.

Und das Kundtun einer konkreten Meinung trotz der ganzen Unsicherheiten ist eben auch ein Risiko und für viele natürlich auch eine gewisse Provokation, die den einen oder anderen aus dem Graben locken und schon ist die wunderbarste Diskussion im Gange und es können etliche neue Parameter bei uns Marktteilnehmern einfließen und möglicherweise findet jeder seinen optimalen Verkaufspreis und -zeitpunkt.

P. S. Der Beitrag wurde von mir schlicht "Weizen" genannt und ist wohl vom Moderator in "idealen ... umgetextet worden.

Ein Wort zu dem Geschäft an der Börse muss ich noch los werden und das kann meinetwegen auch belehrend betrachtet werden.
Das wichtigste bei jeder Methode ist m. e. ein gutes Risikomanagement. Die beste und umfassendste Methode ist bei einem schlechten oder gar keinem Moneymanagemnet sehr viel weniger Wert als eine schlechte und unvollkommene mit einer guten Risikobegrenzung.

In diesem Sinne beste Grüße und ich freue mich auf mehr Meinungen zu den Grains, Rape and Sojas, egal ob charttechnisch, fundamental, astrologisch, seherisch, intuitiv oder sonstwie begründet.

P.S. Hier ist noch eine bearische aufgrund der CoT Daten http://www.mike-kock.de

dernordmanne

dernordmanne
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12 Jahre 9 Monate

Die Bollinger Bänder verengen sich, das Volumen ist relativ gering und die Kurse bewegen sich leicht abwärts/seitwärts. Irgendwann wird eine Ausbruch aus diesem Bereich erfolgen.

Stellt sich die Frage in welche Richtung.
Formationstechnich sieht es nach wie vor nach einer Trendbestätigung aus, also nach Norden. Betrachte ich den Chart nach den Elliottwellen, sieht es wie eine Korrekturwelle 4 aus, auf die eine Impulswelle 5 in Richtung des Ursprungstrend erfolgt - also steigende Kurse. Die Indikatorenlage läßt nicht zwingend auf steigende Kurse schließen, es sind keine positiven Divergenzen zu erkennen, also eher "keiner weiß was genaues".
Schaun wir mal.

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Fundamental ist erstmal alles gesagt bzw. eingepreisst - USA, Osteuropa mit Russland und der Ukraine sind bekannt. Woher also können neue überraschende Nachrichten kommen? Meiner Ansicht nach nur aus Südamerika und Australien, diese Märkte gilt es nun zu beobachten.

Ein bisschen Regen ist für den Südwesten und Osten Australiens prognostiziert, allerdings immer noch unter 100 % für den Zeitraum der nächsten Woche. Dito für Argentinien, Paraguay und Südbrasilien.
Hat jemand Kontakte in diese Regionen. Ich schau mal, ob ich meine alten Kontakte nach Queensland und Victoria wieder beleben kann.

Freue mich über andere Meinungen.

Beste Grüße

dernordmanne

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Bre
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12 Jahre 5 Monate

@ dernordmanne [#20]

. . . Fundamental ist erstmal alles gesagt bzw. eingepreisst

Wirklich?

Ich empfehle den jüngsten USDA-Bericht (USDA WASDE) und die gegensätzlichen Börsenreaktionen: ein Lehrstück der Fundamentalanalyse
Weiterhin empfehlenswert ist der jüngste Crop report des australischen Landwirtschaftsministeriums (abare)
Wichtig auch die aktuellen Berichte der argentinischen Warenbörse
Selbst GoldmanSachs-Darstellungen sollte man trotz Übertreibungen zumindest gelesen haben.

Der Drops ist noch nicht gelutscht.
MfG Bre

Hinweis: Wetter- und Ertragsdarstellungen unter Crop Explorer

dernordmanne
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Bre [#21]

Nun, die jüngsten Berichte sind raus und die Börse hat reagiert - zumindest kurzfristig sind die neuesten Infos eingepreist, sehe ich so.

Wie ist denn nun ihre Meinung aufgrund all der Informationen - bedeutet für sie "der Drops ist noch nicht gelutscht" rauf oder runter?

Danke für die Hinweise zum Crop Explorer.

Gruss

dernordmanne

Bre
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

@ dernordmanne [#22]

Die jüngsten Schätzergebnisse des USDA-Berichts spiegeln die aktuelle Versorgungslage in einem nicht zufriedenstellenden Umfange wieder und bedürfen nachträglicher Korrektur, die in einer angespannten Marktlage mehr an Preisbedeutung gewinnen als sonst üblich. Einige Beispiele:

• Die für die Schätzung zugrunde liegenden US-Flächen sind sowohl hinsichtlich des Anbaus und der tatsächlich geernteten Flächen ergänzungsbedürftig. Wie viele Maisflächen wurden als Silomais gehächselt, wie viele Flächen(teile) lohnen das Dreschen nicht? Die übliche Differenz von Anbau zu Erntefläche in einer Größenordnung von 10 % dürfte in diesem Jahr wohl nicht zutreffen. Erst in der Okt- Schätzung werden die Korrekturen stärkere Berücksichtigung finden.

• Die jüngsten Ernteschätzungen für die EU-27 sind noch kontrovers. In einigen Regionen wurde höhere als erwartete Erträge festgestellt, in Südosteuropa wird die Maisernte aufgrund der dortigen Trockenheit immer mehr nach unten korrigiert, das Ernteergebnis in Großbritannien hat unter Dauerregen während der Druschkampagne mit noch nicht genau bekannten Ausmaß gelitten.

• Was machen die Schwarzmeerländer, allen voran Russland mit dem Export? Es ist erkennbar, das die schwache Ernte und die bisher zügig verlaufenen Ausfuhren in absehbarer Zeit zu einem Stopp führen werden. Läßt die russische Regierung es zu, daß weitere Ausfuhren die Inlandspreise inflationieren oder wird man mit Rücksicht auf Verbraucher ein Exportlimit setzen. Übrigens zu den Getreideverbrauchern zählen auch Schweine- und Gefügelfleischproduzenten, die für das Frühjahr 2013 Versorgungsengpässe befürchten.

• Die heranwachsende Getreideernte Australiens wird nach dem aktuellen Bericht der dortigen Regierung deutlich schwächer ausfallen als im USDA-Bericht dargestellt. Die Unsicherheit über das Wetterphänomen El Nino stellt selbst die allerneuesten Schätzungen in Frage. Die ANZ-Bank in Australien bezweifelt die Schätzungen der Regierung, die um 20 % zu hoch ausgefallen seien. Die USDA-Zahlen für Australien seien unrealistisch hoch.

• Die Ernteprognosen für Argentinien wurden beim Weizen schon zurückgenommen, beim Mais sind die hohen Erwartungen schon aufgrund der Überflutungen in Frage zu stellen und das El Nino-Wetter ist noch nicht kalkulierbar

• In Mittelbrasilien herrscht seit mehr als 2 Monaten Trockenheit und die Niederschlagsaus-sichten sind vorerst gering. Ab Mitte September sollte eigentlich die Aussaat für die frühen Sojasorten beginnen, damit anschließend rechtzeitig noch Mais als Zweitfrucht gestellt werden kann. Die diesbezüglichen Perspektiven sind zurzeit schlecht, so daß die erwarteten Rekordernten sowohl bei Mais als auch Soja in Frage zu stellen sind. In Südbrasilien sind ausgiebige Niederschläge gefallen, so daß die Bestellungsarbeiten auf den begrenzten Flächen günstig verlaufen. Wie aber wird das El-Nino-Wetter in der entscheidenden Ertragsbildungsphase ab Mitte Januar bis in den Febr. 2013 hinein? Eine nochmalige schwache Sojaernte in Südamerika würde die Preise in ungeahnte Höhen treiben.

• Die Nachfrage aus China ist trotz hoher Preise ungebrochen stark und wird sich erfahrungsgemäß in den Herbstmonat verstärken. Bei einem stock to use ratio von knappen 35 % ist eine Reizschwelle erreicht, ab der China alles dran setzt, die Versorgungslage auch durch Importe nicht weiter fallen zu lassen.

Die fundamentale Lage ist nicht so sicher fundiert wie das vorgelegte Zahlenwerk vortäuscht. Die Irritationen an den Börsen nach der Veröffentlichung des USDA-Berichts sind ein Beleg dafür.

MfG Bre

MZI
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12 Jahre 9 Monate

Zum Sojakomplex noch ein Auszug aus der aktuellen Oilworld-Analyse. Man beachte auch die Wortwahl:

There is a shocking difference between the possibility of only a slight increase in US soybean exports by 0.5 Mn T from last year in the first six months of 2012/- 13 and the unusually large US soybean export sales of 20.7 Mn T for shipment from September onward (up
steeply by 6.4 Mn T from a year earlier). We assume that most of these US export sales are for shipment in the first 6 months of the US season. This implies that already 83% of the US soybean export availabilities is sold for shipment in the first half of this season.
This could create an explosive price situation if China and/or other importing countries continue to buy for shipment in Sept/Febr. On the one hand, a “solution” would be the willingness of China and other importing countries to sharply reduce their stocks of soybeans
until early 2013. On the other hand, this creates the risk of insufficient supplies in case of any weather and crop problems in South America or delays in the export system of South America in next year.

Bei Ölfrüchten nähern wir uns einer Situation, die zumindest ich so noch nicht kenne: Zu wenig, um die Welt zu versorgen. Dagegen müsste die Hausse 2008 eigentlich müde belächelt werden.

MZI
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12 Jahre 9 Monate

Analog zum Crop Explorer gibt es auch die Analysen der neugeschaffenen MARS Unit:

http://mars.jrc.ec.europa.eu/mars/Bulletins-Publications

mfg
MZI

dernordmanne
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12 Jahre 9 Monate

Ups, so schnell kanns gehen, jetzt brauchen wir nur noch höhere Umsätze und ab geht die Post. Unterstützung von Ben Bernanke durch QE3 ist gesichert, Inflationsängste nehmen zu und Geld fließt in die Edelmetalle und vermutlich auch in andere Rohstoffe. Ob dieses "Geld in den Markt pumpen" letztlich die Konjunktur wirklich ankurbeln wird, darf bezweifelt werden, aber das ist eine andere Geschichte.

Also Edelmetalle und Rohstoffe sind angesagt, die Hausse kann weitergehen. Gold und Silber physisch meiner Ansicht nach weiterhin ein Kauf, Hebelprodukte mit Vorsicht und wohl erst nach einem Rücksetzer.

Gruss

dernordmanne

Danke Bre und MZI für die Infos.

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dernordmanne
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12 Jahre 9 Monate

Hi!

Der Horizentalwiderstand ist zu beachten, von daher ist zumindest mit einer Konsolidierung zu rechnen. Geht es danach weiter? Es bisschen vermutlich schon noch, allerdings befinden wir uns in einem Topping Niveau, dass nur schwer zu überwinden sein wird. Man beachte das Hoch aus 2008.

Ich gebe ich aus Sicherheitsgründen und weil ich Liquidität benötige einen Teil meines Weizens ab.

Beste Grüße
dernordmanne

P.S. Was sagen die fundamental orientierten hier im Forum?

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Bre
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12 Jahre 5 Monate

@ dernordmanne [#27]

Der Nov-Bericht des USDA zeigt, wie empfindlich der Markt in der gegenwärtigen Topping-Phase reagiert. Ein bißchen günstiger erscheinende Versorgungszahlen, die sich in der Größenordnung des Schätzfehlerbereichs bewegen, reichen aus, um die Börsenkurse auf Trab zu bringen. Jedenfalls haben die Weizen- Mais- und Sojakurse an der Chicagoer Börse in unterschiedlichem Umfange deutlich nachgegeben, wobei nicht ganz deutlich wird, welchen Einfluß der Wochenendeffekt ausgeübt hat.

Überraschend - aber durchaus erklärbar - hat die Pariser Börse in Sachen Weizenpreise dagegen gehalten. Untersucht man die USDA-Zahlen für die EU-27 genauer, erkennt man eine wachsende Zuspitzung auf geringe Endbestände, wie sie seit Jahren nicht mehr zu beobachten waren. Der gegen Null tendierende Export aus dem Schwarzmeergebiet verweist die bedeutenden Importstaaten Nordafrikas und des Nahen Ostens auf das naheliegende Europa. Geringe Transportkosten und der schwächer tendierende Eurokurs begünstigen die EU-Ausfuhren in einem Maße, der die letzten Überhangreserven mobilisiert. Dabei ist die EU-Ernte selbst weit unterdurchschnittlich ausgefallen. 20 Mio. t Export (stark weizenlastig) stehen rd. 13,5 Mio. t Import (stark maislastig) gegenüber. Die Versorgungskennziffer stock-to-use-ratio für die EU-27 ist auf 7 % gefallen. Der langjährige Durchschnitt liegt bei 13,5 % fast doppelt so hoch. In früheren Jahren einer stark staatlich geprägten Steuerung der Agrarmärkte hätte man unter solchen Bedingungen strenge Exportregulierungen ins Auge gefasst, um einen Ausverkauf zu vermeiden.

Die zur Schwäche neigenden internationalen Terminkurse sind neben den geringen aktuellen Korrekturen auch eine Folge der hohen Ernteerwartungen des kommenden Jahres. Die positiven Aussichten werden begründet mit der zunächst plausiblen Überlegung, daß aktuell hohe Getreidepreise zur Ausdehnung der Anbauflächen und möglicherweise auch zu einer höheren Produktionsintensität führt. Die Ernte wird jedoch in allererster Linie nicht durch die Anbauflächen, sondern durch die witterungsbedingten Flächenerträge bestimmt, wie ein einfaches Rechenbeispiel belegt. 2 Mio. ha mal 3,3 t/ha liefert 6,6 Mio. t, aber Ertragsänderungen von 0,1 t/ha mal 536 Mio ha liefern rd. 53. Mio. t. In den letzten Jahren schwankten die Getreideflächen um +- 2 Mio. ha und die durchschnittlichen Flächenerträge zwischen 3,3 und 3,45 t je ha.

Die maßgeblichen Zeitspannen der Ertragsbildung auf der Nordhalbkugel sind einmal die Mai/Juni-Periode bzw. für Mais die Juli/August-Zeitspanne. Bis dahin sorgt die Hoffnung auf Durchschnittserträge, wie sie in Prognosen üblicherweise unterstellt werden, für ungetrübte Erwartungshaltungen. Für ein Ernteergebnis 2013/14 in Höhe von 1,85 Mrd. t (wie 2011/12) bräuchte man 538 Mio. ha und 3,43 t je ha. Das bedeutet, es muss ein Rekorderntejahr 2013/14 ohne größere Schäden eintreten, um etwa auf ein Preisniveau von 20 €/dt Weizen zurückzukommen. Eine einzige Ernte wird möglicherweise nicht ausreichen, die entstandenen Versorgungslücken zu schließen.

Das Wirtschaftsjahr 2012/13 ist nicht voll vergleichbar mit 2007/08. Die sog. „mobilen Endbestände“ der bedeutendsten Exportländer liegen im laufenden Wirtschaftsjahr nur bei rd 70 bis 80 % im Vergleich zu 2007/08. Das ist mit ein Grund dafür, daß Spitzenpreise in 2007/08 eine Kurzzeit-Erscheinung darstellten, während im Jahre 2012 bisher ein monatelang durchgehend konstant hohes Niveau zwischen 25 und 27 €/dt zu beobachten war. Größere Kursanstiege wurden bisher noch durch den anhaltenden Erntedruck in Schach gehalten. Das entfällt in nächster Zeit. Da kaum Versorgungsverbesserungen bis zur neuen Ernte in Aussicht stehen, ist wenig Anlass vorhanden, massive Preisrückgänge zu erwarten. In kritischen Fällen unvorhergesehener Defizite sind Preissteigerungen nicht unwahrscheinlich. Je näher eine neue uneingeschränkt große Ernte heranrückt, um so geringer fallen allerdings die Risikoprämienanteile in den Preisen aus. Das aber dauert noch fast ein halbes Jahr.

MfG Bre

MZI
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Guten Morgen

Auf diesem Niveau einen Teil des Weizens abzugeben, zeugt von einer guten kaufmännischen Gebarung - dem kann wohl niemand wiedersprechen.

Bre hat die Faktenlage exzellent beschrieben, ich möchte dies aber noch um die "Nachrichtenlage" ergänzen. Also jene Informationen, die in den nächsten Wochen bei den Märkten eintreffen werden und somit für entsprechende Preisveränderungen sorgen werden.

Der Fokus liegt hierbei eher auf die US amerikanischen Börsen, da diese speziell über den Winter den Ton angeben:

+ Im mittleren Westen der USA ist es warm und trocken. Das ist momentan das Hauptargument, das für steigende Preise im Getreidebereich sorgte. Dem gegenüber stehen noch relativ hohe Lagerbestände. Irgendwann werden sich die Wetterverhältnisse wieder zum besseren wenden, was die Kurse nach unten treiben wird.

+ Sojabohnen haben uns eindrucksvoll bewiesen, dass auch unter ungünstigsten Klimabedingungen keine Totalausfälle zu erwarten sind. Es stellen einige die Frage: "Wenn in einem Dürrejahr 39,3 bu/acre zu erzielen sind, welche Rekordernten fahren wird dann unter normalen Wetterverhältnissen ein?". D.h. die Ertragserwartungen werden nach generell oben geschraubt werden, was für niedrigere Preise sorgen wird.

+ Obiges ist der Fall für den Anbau in Südamerika. Speziell für Sojabohnen in Brasilien ist eine Flächen- und Ertragsausweitung über 81 Mill. Tonnen hinaus möglich. Detto beim Getreide. Sollte sich das realisieren, könnte das stark preissenkend wirken. In Argentinien ist die Lage differenzierter, dort neigt sich das Anbaufenster für Mais dem Ende zu. Rekordanbauflächen sind nicht mehr zu erwarten.

+ Verbraucher könnten in Anbetracht der erwarteten Ernten 2013 auf einen "Hand in den Mund" Modus umschalten, was die Exporte geringer werden lässt. Das würde den Markt zusätzlich verunsichern.

Fazit: Positive Ertragsaussichten könnten in den kommenden Wochen eine Reihe von bearischen Meldungen generieren, die die eigentliche Faktenlage - wie von Bre beschrieben - in den Hintergrund treten lässt. Sollte es aber irgendwo zu wettermäßigen Problemen kommen, so wäre dass die Zündschnur für den nächsten Preisanstieg.

MZI

paul
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12 Jahre 9 Monate

Danke Bre, MZI,

eine kleine Ergänzung die auch nicht ganz unwichtig ist : die Psyche der Börsenteilnehmer , die gefühlte Preislage.
Wir sind auf einem Preisniveau wo "gefühlt" und aus "Erfahrung" nicht mehr viel nach oben drin ist. Die innere Stimme sagt ständig: weitere Steigerungen, vor allem tatsächliche Steigerungen am Kassamarkt, werden von den Marktteilnehmern nicht mehr akzeptiert. Jeder ist darauf eingestellt das es irgendwann kracht und die Börsenteilnehmer ihre Euphorie in die andere Richtung wenden. Klassische Argumente oder Ertrags- und Wetterfakten werden dann vergessen, solange vergessen, bis der reelle Kassamarkt das Gegenteil beweist.

Beispiel Kartoffelmarkt und Kartoffelbörse. Jeder weiß, daß der Kassapreis für Kartoffel eigendlich noch nie über 30 € lag, trotzdem zieht die Preiserwartung der Börsenteilnehmer alle paar Jahre wieder locker über diese Grenze um anschließend stark einzubrechen.
Alles nur ganz menschliche Reaktionen, die aber im Preiserwartungsgeschehen nicht unbeachtet bleiben sollten.

Also,auch aus der Sicht ist eine Teilabsicherung nicht verkehrt.

Gruiß Paul

peterg
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Es gibt immer Argumente für und wider irgend eine mögliche Preisentwicklung.
Im Augenblick aber sehe ich an den US-Agrarbörsen nur ein Argument, welche alle anderen bei weitem überstrahlt: Die Liquidation von spekulativen Longpositionen.
Solange etwa diese Positionen bei Soja derartig massiv reduziert werden, werden m. E. auch die hoch korrelierenden Nachbarmärkte Mais und Weizen unter Druck bleiben.

PS.
Die in obigen Beträgen geschilderte "Nachrichtenlage" ist wie üblich bereits im Markt eingepreist.
Die Frage ist natürlich ob die "Nachrichtenlage" stimmt bzw. ob sich diese zukünftig auch bewahrheiten wird:
Z. B.: Die Prognosen eines warmen und trockenen Winter in den USA stützte sich auf eine Fortdauer des El nino. Diesbezüglich hat sich in den letzten Wochen einiges geändert:
http://www.wxrisk.com/category/seasonal-forecasts/

Ob die Lagerbestände wirklich hoch sind ist in der Tat eine im Verhältnis zum Preis relative Aussage, je nach Betrachtungsweise:
http://www.agmanager.info/marketing/outlook/WASDE/default.asp

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