Benno Baumann
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Weizen: Jahrhundertdürre in China treibt Getreidepreise

Weizen: Jahrhundertdürre in China treibt Getreidepreise

Die Gefahr einer neuen Lebensmittelkrise nimmt zu: In Teilen Chinas ist es so trocken wie zuletzt vor 200 Jahren. Chinas Premier Wen Jiabao warnt: "Wir müssen uns auf das Schlimmste vorbereiten."

Seit Monaten steigen die Nahrungspreise, die Uno warnte bereits vor einer neuen Lebensmittelkrise. Nun könnte eine Dürre in China die Situation weiter verschärfen. Die Landwirtschaftsorganisation der Uno (FAO) in Rom ist alarmiert: "Die anhaltende Dürre ist potentiell ein sehr ernstes Problem."

(Quelle und weiter lesen: -> http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,744566,00.html)

Geschrieben von Benno Baumann am
Benno Baumann
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Renqiu. Bauer Wang Pangzi ist ein geschäftstüchtiger älterer Herr Mitte 60. Kaum lassen sich ein paar Fremde in seinem Dorf blicken, versucht er ihnen das Land anzudrehen, auf dem er sein Leben lang Getreide angebaut hat. „Wenn ihr die Felder haben wollt, dann mache ich euch einen guten Preis. Ihr könnt Häuser darauf bauen oder eine Fabrik“, schlägt er vor. Der Grund und Boden gehört zwar immer noch dem Staat, doch Bauer Wang hat ihn gepachtet. Die Nutzungsrechte aber würde er jederzeit gegen eine ordentliche Entschädigung an Interessenten abtreten.

Verkehrte Welt im Weizengürtel: Jahrzehntelang waren die Bauern in dieser Region das wichtigste Glied der chinesischen Nahrungskette, die Produktion von Getreide bildete die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen. Doch Bauer Wang kann es offenbar kaum abwarten, jemanden zu finden, der seine Äcker gegen Gebühr umfunktioniert. Er steht in einer kleinen Menschentraube an einer winzigen Kreuzung in Panjiaying, einem 1800-Seelen-Örtchen nahe Renqiu in der Provinz Hebei. Den Bewohnern stehen insgesamt 135 Hektar Land zur Verfügung. Doch nicht einmal 90 Hektar davon haben sie im vergangenen Herbst bepflanzt. „Von unserer Familie arbeitet niemand mehr auf den Feldern. Die Männer haben sich Jobs in den Fabriken gesucht. Da verdient man mehr als mit der Landwirtschaft“, sagt eine Frau mit Namen Dong Sannü.

Die Landwirtschaft ist für viele nur noch ein Zubrot. Die rasante Industrialisierung bietet neue Optionen und mit ihnen mehr Geld. „Wer will da freiwillig auf dem Feld arbeiten? Wir sind zwar Bauern, aber wir sind nicht dumm“, sagt Frau Dong. Die Dürre, die seit Monaten die Provinzen des Weizengürtels plagt, bestärkt die Bauern nur in ihrer Ansicht. Die Bewässerung ihrer Felder kostet die Bewohner in Panjiaying zusätzliches Geld. Die Gewinnspanne schrumpft auf ein Minimum. Die Männer, die in den Fabriken arbeiten, kehren nicht einmal mehr zur Ernte in ihr Dorf zurück, weil sie keinen Tag auf ihren Lohn in den Fabriken verzichten wollen. In vielen Familien bewirtschaften deshalb nur noch die Frauen die Felder.

„Wenn die Lücke zwischen den Verdiensten in der Landwirtschaft und der Industrie immer größer wird, dann lässt auch die Motivation der Bauern nach, und China droht eine Getreidekrise“, sagt Zhang Zhixian vom Forschungsinstitut Zhonghua Liangwang in Zhengzhou, dem nationalen Zentrum für Getreidehandel in der Provinz Henan. Verdörrt der Weizen, würde das Land dies durch zusätzliche Importe kompensieren müssen und die Weltmarktpreise nach oben katapultieren. Andere importabhängige, aber im Vergleich zu China finanzschwache Staaten könnten in Hungersnöte geraten.

Die akute Dürre, die in einigen Provinzen so intensiv werden könnte wie seit 60 Jahren nicht mehr, macht den Chinesen immer größere Sorgen. Die Vereinten Nationen haben deshalb eine offizielle Warnung formuliert, dass eine Missernte droht. Die chinesische Regierung hat rund 700 Millionen Euro Soforthilfe bereitgestellt, um die Trockenheit zu bekämpfen. Doch die Verlockung für die Bauern, sich lieber ans Fließband zu stellen statt auf den Acker, kann sie damit nicht verhindern. „Ein langfristiger Ausweg muss deshalb sein, durch stärkere Technologisierung der Landwirtschaft die Effizienz der Bewirtschaftung deutlich zu steigern“, sagt Forscher Zhang.

Auf dem Getreide-Großmarkt Bailiqiao im Pekinger Außenbezirk Tongzhou sitzt Händler Mao Mingjun in einem winzigen Abstellraum, den er in ein Büro verwandelt hat. Um dorthin zu gelangen, müssen sich Besucher einen schmalen Pfad durch meterhohe Mehlsackwände bahnen. Er sitzt vor einem Computerbildschirm, neben ihm spendet ein kleiner Heizkörper etwas Wärme. Von einer möglichen Weizenknappheit will Mao nichts wissen. „Was soll die ganze Aufregung? Die Vorräte sind groß, und die Regierung sorgt dafür, dass die Felder bewässert werden“, sagt er. Was Mao fürchtet, ist kein Versorgungsengpass wegen der Dürre, der ihn lukrative Einnahmen kosten würde, sondern der Ausverkauf der chinesischen Vorräte an Ausländer.

Denn in China hat die Regierung die Preise von diversen Grundnahrungsmitteln festgelegt, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Wenn im Ausland die Preise deutlich höher sind als in der Volksrepublik, könnten Produzenten auf die Idee kommen, ihren Weizen Interessenten aus anderen Teilen der Erde anzubieten. Doch nicht alle denken so wie Händler Mao. Es kursieren Gerüchte, dass die Vorräte beileibe nicht so groß seien, wie von der Regierung behauptet. Ein paar Meter von Mao entfernt hat Xu Tianyong seine Paletten mit Mehl und Reis gestapelt. „Ich mache mir schon ein paar Sorgen“, sagt er. Keine Ware bedeutet keine Einnahmen.

Im Dorf Panjiaying interessieren die Sorgen der Hunderte Kilometer entfernten Pekinger Händler wenig. Der Lohn für zwei Tage Arbeit in der Fabrik reicht für einen Sack Mehl. Davon könnte sich eine Familie einen Monat lang ernähren, sagen die Bewohner. Dass der Weizen bald vielleicht aus dem Ausland kommen muss und Mehl dann vielleicht teurer wird, darüber macht sich noch niemand hier Gedanken. Es bleiben ja schließlich noch ein paar Wochen Zeit, auf Niederschlag zu hoffen. Wenn es im März regnet, seien große Teile der Ernte noch zu retten, glauben die Bewohner.

Quelle: http://www.noz.de/deutschland-und-welt/politik/51734487/verkehrte-welt-in-chinas-weizenguertel

Benno Baumann
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Nach der Dürre jetzt Hochwasser in China

Mehr als zwei Millionen Menschen sind nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua von den Überschwemmungen in Zhejiang betroffen. Die unmittelbaren Schäden bezifferte die Agentur mit fünf Milliarden Yuan (540 Millionen Euro).

Seit Monatsbeginn sind bei Überflutungen und Erdrutschen, die auch den Süden Chinas verwüsteten, 170 Menschen ums Leben oder werden vermisst. In der Provinz Guizhou etwa kosteten Hochwasser und Blitzeinschläge nach einem Medienbericht mindestens acht Menschen das Leben. Hunderttausende Bewohner der Region brachten sich vor den sintflutartigen Regenfällen in Sicherheit

Schlimmste Überschwemmungen seit 20 Jahren

In der Gegend lebende Bauern sprachen laut Xinhua von dem verheerendsten Überschwemmungen seit 20 Jahren. Infolge der Unwetter seien die Gemüseerträge um 20 Prozent gesunken, Engpässe gebe es auch bei Früchten und Getreide. Die Preise für Grüngemüse seien um 40 Prozent gestiegen, hieß es. Auch in den östlichen Provinzen Anhui und Jiangxi wurden demnach infolge der Überschwemmungen höhere Lebensmittelpreise gemeldet.

Quelle: http://www.focus.de/politik/ausland/china-millionen-menschen-kaempfen-gegen-hochwasser_aid_638236.html

Saubauer
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Ein Bekannter organisiert jetzt Lieferungen für die Schweizer Nationalreserve.
Diese sucht jetzt verstärkt nach guten Weizen!

Auch wird jetzt für Top Heu unter 12 % Feuchte für Lieferung in die Schweiz und Südtirol bis 20.- Eur je dt geboten (ab Hof).

Was machen unsere Getreidepreise ?

Was ist Hafer GPS (Topbestand vor der Haustüre) mit 55% Hagelschaden in der Milchreife wert ?

MfG
Saubauer

Geno-Bauer
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@ Saubauer [#4]

Mit einer entsprechenden Hagelversicherung sicher mehr als ohne ! ;-)

Saubauer
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@ Geno-Bauer [#5]

Ich will ihn doch für die Gasanlage verwerten !

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