paul
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Weizen: Kippt der Markt ?

Könnte die steile Abwärtsbewegung der Weizenkurse, seit gestern Abend in Chicago, das Startsignal für ein Abkippen der Weizenpreise allgemein sein?

Gruß Paul

Geschrieben von paul am
Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Es kann gut sein, dass die Spitze übersprungen ist und sich so mancher ärgert, dass er im September nicht für 24 €/dt verkauft hat. Man hört allgemein, die Läger seien voll wie lange nicht mehr, weil jeder den Hals nicht voll genug kriegen konnte.
Bei diesem Preisniveau gehen eben in der Biogas- als auch in der Schweinebranche
die Lichter so langsam aus.
Ich jedenfalls kaufe zu diesen Preisen kein Schweinefutter.
Einen freien Fall der Preise auf Vorernteniveau wird es aber sicher nicht geben.

Gruß B.

Schweinetreiber
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Hallo,

habe letzte Woche Futterweizen für 245 €/t ab Hof verladen verkauft.
Es war sehr schwer einen Käufer zu finden. Es scheint als wäre die Spitze errreicht und es geht Richtung Süden.

schönen Feiertag,

Schweinetreiber

kotti
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@Bauer Bernie
Welche Läger meinst Du,bei den Landwirten soll angeblich nicht mehr Getreide lagern als in früheren Jahren.
Unsere Sauenherde füttern wir mit Fertigfutter auf Kontraktbasis leider nur bis zum 31.01.2008.Da wir mit dem eigenen Getreide ca 6-7 Monate auskommen wird das auch bis dahin einglagert.Es ist nur eine Absicherung,ob richtig oder falsch weiss man erst danach.

Gruß Kotti

Graintrader
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

@ paul [#1]

Nun mal ganz ruhig !
Das wir derzeit die Spitze gesehen haben, scheint so korrekt zu sein. Aber -
Seit den Spitzenwerten ist die Ernte in Australien um mehrere Millionen to Weizen nach unten geschätzt worden, die US Ernte zeigt auch geringere Mengen, Brasilen/Argentinien sind etwas zu trocken für Spitzenerträge, Russland / Ukraine haben(wollen) Exportsteuern für Getreide einführen.
Für diese Saison kann man davon ausgehen, dass sich die Nachrichtenlage nicht verbessern wird.
Was bleibt ?
Wir haben geringere Erträge gegenüber der letzeten Ernte und k e i n e staatlichen Bestände mehr, die zu Entlastung beitragen. Es sind keine nennenswerten Einschränkungen ( bis jetzt ) im Verbrauch festzustellen. Dies gilt national und international.
Wenn sich noch jemand daran erinnert : Wir haben vor kurzem eine Finanzkrise grösseren Ausmasses gehabt (und haben sie noch) an der nicht unerheblich Fondgesellschaften beteiligt sind. Die selben Fondgesellschaften, die sich auch in Rohstoffen engagiert haben. Nun war ein Geldmittelzufluss notwendig, der nur dadurch erreicht wrden konnte, dass man sich aus Nebentätigkeiten, wie Rohwaren zurückzog. Dies hatte den normalen Einfluß, dass die Preise kippen mussten und sich somit vom high enfernten.
Mittlerweile hat der Preis in Chicago aber die $ 9,00 für Weizen nachhaltig überschritten, was historich ein neuer Höchststand ist. Hier bleibt es sicher nur eine Frage der Zeit, bis dies in einschlägigen Kreisen bemerkt wird und neues Kapital fliesst.
Anders in Europa : Wir haben derzeit eine Situation, in der die meisten ermüdet scheinen, von ständigen Höhenflügen. Aber auch hier ist es nur eine Frage der Zeit, wann man sich wieder der Realität (geringere Versorgung) stellen muß und auch Chicago nicht ignorieren kann.
Also, keine Aufregung, wir haben immerhin noch min. neun Monate zu gehen bis zur neue Ernte und eine wundersame Vermehrung der Ware wird es nicht geben.

bbw
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Graintrader [#5]

Hm, habe da meine Zweifel ob wir wirklich noch einmal neue Höhen erklimmen.

Sicherlich ist alles richtig. Die Versorgungssituation ist deutlich angespannter als im Vorjahr. Die Interventionsläger sind leer...........

Aber Weizen kostet momentan auch das doppelte des Vorjahres.
Alle wären glücklich gewesen hätte man ihnen vor 12 Monaten gesagt, dass sie für den Weizen der Ernte 2007 18,-- € bekommen.

Sie haben geschrieben, des Verbruach sei nicht zurückgeganen. Das sehe ich anders.
Allein die stillgelegten Ethanolfabriken entlasten den Markt mit ca. 1 Mio. to.

Auch denke ich, dass die Weltversorgung sichergestellt ist. Zwar haben wir statt 115 Mio. to Übertragungsrate ins nächste Jahr nur noch 107 Mio. to aber muss deswegen wirklich jemand hungern?

Bleibt als letztes noch das Argument mit den Fonds.
Fonds steigen mal auf der long und dann auch wieder auf der short - Seite ein.
Denke nicht, dass momentan bei diesem angeschlagenen Chartbild sich noch viele für den Longeinstieg entscheiden.

Thomas

Graintrader
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

@ bbw [#6]

Um von hinten anzufangen:

Die Weizenchart (CBOT) ist absolut intakt. Hier gibt es kein angeschlagene Situation.

Es redet auch niemand darüber, dass eine Hungersnot ausbricht. Aber so ist es eben- wird ein Markt knapper, regiert Angebot und Nachfrage (siehe Rohöl). Die 1 Mio to weniger Verbrauch für Bioethanol ist auch nur bedingt richtig, weil wir ohnehin nicht voll gearbeitet haben und auch eine gewisse Menge schon verarbeitet wurde, so dass real vielleicht eine Menge von 600.000 to verbleibt.

Ohnehin nicht der Rede wert, wenn man bedenkt, dass EU 27 gegenüber letzten Jahr´(was auch schon nicht so doll war) ca. 6 Mio to Weizen weniger hat,
Australien von versprochenen 22 Mio to nun offiziell 15 Mio to (mit der Tendenz auf 12 Mio to). Wir näheren uns also mit Riesenschritten den letztjährigen Mengen, ohne allerdings die 12 Mio to aus der Intervention.

Auch hat es nichts mit glücklich oder nicht zu tun, der Markt spiegelt nur das
wider, was vorhanden ist.

Betrachten wir zur Abwechselung die Rapssaat und denken an letztjährige Preise, so ergibt sich ein ähnliches Bild und kaum einer wagt dieses Preisniveau anzuzweifeln.

Für mich ist die augenblickliche Situation ein durchaus gutes und heilsames Setback, das allerdings wie üblich schon wieder ein Aufwärtspotential in sich birgt.

bbw
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Graintrader [#7]

Die Weizenchart (CBOT) ist absolut intakt. Hier gibt es kein angeschlagene Situation.

Nun das Gap das vorgestern aufgerissen wurde ist cahrttechnisch gesehen ein deutliches Verkaufssignal. Auch dass wir limitdown geschlossen haben lässt nichts Gutes erahnen. Dass wir das Gap dann wieder zu 50 % geschlossen haben bevor es wieder weiter abwärts ging ist auch ein bärisches Szenario.

Aber seis drum. Die Börse lebt schließlich von gegensätzlichen Meinungen.

Schönen Abend noch

Thomas

bbw
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Hallo,
wollte den thread mal wiederbeleben.

Wie seht ihr den weiteren Verlauf den Weizens. Ist der Aufwärtstrend jetzt endgültig gebrochen oder ist es doch nur eine Konsolidierung.

Meine persönliche Einschätzung ist folgende:
Nachdem in der letzten Zeit nicht einmal mehr bullische Nachrichten für höhere Kurse sorgen konnten ist davon auszugehen, dass der Markt in naher Zukunft keine neuen Hochs mehr ausbilden kann. Ich rechne zwar mit einer technischen Erholung bis in Richtung 880 cent bei WZ 07 aber dann wird sich wahrscheinlich der Abwärtstrend fortsetzen.

Sollten jedoch weitere bisher nicht eingeepreiste Missernten auftreten ist dies
neu zu bewerten.

Hoffe auf rege Diskussion.

Thomas

paul
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ bbw [#9]

Deiner Einschätzung ist wenig hinzuzufügen.
Der leicht negative Trend wird sich fortsetzen. In Chicago rechne ich mit einer Konsolidierung erst bei 700 bis 720 , an der RMX zwischen 220 und 230.

Die reichliche Maisernte wird im Futterweizenbereich Druck auf die Preise ausüben.
Weltweit bleibt aber doch der Weizen knapp.Schon deshalb ist ein gravierender Absturz der Preise nicht zu erwarten.

Gast

Hallo!
1. Angeblich seien 60% der diesjährigen Weizenernte in Deutschland bereits vermarktet!
2. Sollen sich die Weltvorräte an Weizen auf dem Niveau von 1949 befinden!
Nun muß die Entwicklung der Weltbevölkerung gegengerechnet werden.
3. Bin ich mir sicher, daß wir noch einmal eine neue Preisspitze beim Weizen sehen werden.
4. Erst wenn genauere Schätzungen der neuen Anbauflächen vorliegen, plus erste Berichte über den Stand der neuen Saat, werden die Karten neu gemischt!

Wenn meine Vermutung zutrifft, das die Aussaatfläche stark ausgedehnt wurde, könnte man einmal darüber nachdenken, welche Kultur die Flächen verloren hat. Nachdem Baumwolle in diesem Jahr den geringsten Deckungsbeitrag erbracht hat, wäre eine Spekulation auf Baumwolle am Horizont sichtbar!?

Aber das wäre ein Thema für einen neuen Thread.

Gruß berny

holz
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Nachher sind wir immer alle schlauer, mal ehrlich, es weis doch keiner wo die Reise hingeht. Die einzelnen Argumentationen sind doch stark durch die individuellen (kurzfristigen) Interessen gelenkt. Zur Zeit verstärken sich die Argumente, dass die Weizenpreise wieder sinken müssen. Klar, niedrigere Produktpreise bewirken eine größere Handelsmenge des speziellen Produkts vielfach zu Lasten anderer Produkte. Das man deshalb versucht den Weizen wieder auf 140 bis 160 Euro/to runter zu reden ist nicht OK, die Stückkosten in Westeuropa liegen zwischen 170 und über 200 Euro/to. Dauerhaft müssen Gewinne möglich sein, natürlich auch bei den nachgelagerten Veredlern, z. B. in der Schweinemast. Das ist aber auch durch einen Anstieg der Schweinefleischpreise möglich, oder müssen die jährlichen Fleischverzehrskosten günstiger sein als die Müllentsorgung? Die Landwirtschaft als Inflationsbremse hat lange funktioniert, es wäre an der Zeit das auch mal andere "Maßhalten".

Gast

Charttechnisch könnte sich bei ZWH08 eine SKS Formation bilden.

Myrrdin
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Zuverlässiger als eine Aussage über die heurige Ernte ist meines Erachtens eine Aussage betreffend die Ernte 2008. Weizen wird mehr Fläche erhalten, aber genaue Zahlen wird es erst in den kommenden Wochen und Monaten geben. Derzeit richtet sich der WN8 vor allem am WZ7 aus, außerdem ist er in letzter Zeit ein wenig gestiegen im Rahmen der Auflösung von WZ7 / WN8 Spreads.

Ich habe heute eine erste Position short WN8 eröffnet, nachkaufen werde ich, wenn der Widerstand bei 654 gebrochen ist.

Außerdem halte ich seit dem 5.10. eine Position Short WN8 Call 800.

Mit besten Grüßen, Ernest

Kobban
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Ende der Weizen-Rallye - Von Marc Nitzsche

rohstoff-trader.de (18.10.07) - Ende August wiesen wir bereits darauf hin, dass sich die gewaltige „Weizen-Rallye“ jetzt langsam aber sicher ihrem Ende nähern dürfte. Einen sofortigen Short-Einstieg erachteten wir damals aber noch für eindeutig verfrüht. Mittlerweile jedoch kann man Engagements auf der „kurzen Seite“ ernsthaft in Betracht ziehen.

(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.rohstoff-trader.de/)

Graintrader
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

@ Kobban [#15]

Ich bin immer wieder tief beeindruckt, mit welcher Gläubigkeit Entwicklungen hervorgezerrt werden, die ausschliesslich auf der einer wunderbaren Charttechnik beruhen. Wenn alles so einfach wäre, wären sehr viele in der Lage, ihre Positionen danach auszurichten.

Leider gibt es aber auch noch so etwas wie physische Märkte, Abgabeverhalten, Qualitäten, supply/demand und nicht zu vergessen; unsere speziellen Freunde: die Fondgesellschaften.

Selten das sich Fondgesellschften über einen mittelfristigen Zeitrahmen für die Charts interessieren, geschweige denn für eine physische Situation. Geld wird dann in die Commodities reingepumpt, wenn's passt und ebenso schnell wieder rausgezogen. Mit diesem Verhalten werden Charttechniken und auch andere Faktoren rasant auf den Kopf gestellt.

Ich kann nur vor einer allzu großen Fixierung auf solche Chartgläubikeit warnen. Denn irgendwann werden uns die Fakten wieder einholen.

Diese sind wunderbar im ersten Abschnitt beschrieben worden. Was allerdings fehlt, ist der Hinweis, dass wir z.B. in der EU über keinerlei Bestände mehr verfügen, dass unser Exportpotential mittlerweile zu 75 % erschöpft ist, dass die USA Rekordexporte zu verzeichnen hat, ebenso wie Russland.

Diese Mengen sind auch nicht irgendwo hingefahren worden und vergraben sondern sie wurden gebraucht. Setzt sich diese Nachfrage so fort (und es gibt keine Begründung, warum es nicht so sein sollte) sind wir bald sehr schnell am Rande unserer Versorgungskapazität angelangt. Da Angebot und Nachfrage bekanntlich den den Markt bestimmt, bin ich ganz gespannt, wie schnell sich die Charttechniker umstellen.

@ holz [#12]

Ich gebe absolut Recht mit den Produktionskosten. Und es ist ebenso wenig wahrscheinlich, dass die Landwirtschaft kampflos die verbesserten Preise aufgeben wird. Günstige Voraussetzung ist hierfür, dass es keine Getreideüberschüsse mehr gibt und selbst eine etwas höhere Produktion letztlich benötigt wird. Hierdurch sollten die Preise sich schon automatisch mindestens im kostendeckenden Bereich bewegen.

Gast

Hallo Graintrader,

"Was allerdings fehlt, ist der Hinweis, dass ... unser Exportpotential mittlerweile zu 75 % erschöpft ist, dass die USA Rekordexporte zu verzeichnen hat, ebenso wie Russland."

Das stimmt so nur wenn Sie mit "Exportpotential zu 75% erschoepft", die erwarteten Exporte in der Bilanz meinen. Die tatsächlichen Export liegen unter den Erwartungen, was den europäischen Weizenmarkt im Moment ziemlich hemmt.
Für alle Drittlandsexporte müssen nach wie vor Lizenzen bei der Kommission beantragt werden. Die Höhe der vergebenen Lizenzen ist ein guter (und eigentlich auch der einzige) Indikator dafür wieviel Ware (Weizen, Gerste, Mehl etc.) bisher tatsächlich an Drittländer verkauft wurde. Die letzte wöchentliche Aktualisierung für d. EU 27 bei Weizen zeigt ff.

02/07/2007 bis 16/10/2007
Export: 2.192.000 to
Import: 2.266.000 to

im Vergleich d. Vorjahr 01/07/2007 bis 17/10/2007
Export: 4.573.000 to
Import: 2.327.000 to

D.h. wir haben bisher bei der Weizenexportmenge in diesem WJ gerade mal die Importmenge erreicht und liegen deutlich unter der Exportmenge des Vorjahres. Man sieht das auch gut an den momentan geringen Weizenverladungen an den dt/fr. Seehäfen.
Bisher waren/sind Russland und die USA , wie sie schreiben , deutlich wettbewerbsfähiger. (Ägypten hat gestern z.b. 150 TT Weizen mit Ursprung ausschließlich USA / Russland gekauft).
Dennoch wird die Durststrecke diesbezügl. in der EU auch irgendwann überwunden sein. Dafür sprechen sehr hohe Seefrachten (ua. Ölpreis) und Überlegungen in Russland evtl. eine Besteuerung von 30 % auf alle Weizenexporte (analog Gerste) zu erheben.

Gruss

Gast

CHICAGO, Oct 19 (Reuters) - Chicago Board of Trade grains and soy complex at 11:35 a.m. CDT on Friday.

WHEAT - December (CZ7) up 29-1/4 cents at $8.54-3/4 per bushel.

December rose to 30-cent limit, or 3.5 percent on Russia\'s plans to slap a prohibitive tariff on wheat exports and continued aggressive export sales of U.S. wheat despite high wheat prices. Wheat closed higher on Thursday as the dollar fell to a record low and as Egypt bought 150,000 tonnes of wheat including 70,000 tonnes of U.S. wheat. Penson, Man Financial and UBS Warburg among the buyers of Dec wheat, traders said.

* A source in the economy ministry told Reuters the ministry was considering recommending a tariff of 30 percent, or no less than 70 euros ($99.80) a tonne. Currently there is no tariff, but a tariff of 10 percent, or no lower than 22 euros a tonne, is due to be imposed by mid-November.

* Analytical firm Informa Economics pegged all-wheat acres at 63.7 million, above previous estimate and 2007 plantings of 60.4 million.

* The ability of the December contract to hold above the 50-day moving average during a recent bout of profit-taking pressure also garnered attention from wheat bulls.

* Showers aid wheat emergence in U.S. Plains, but more rain is needed in far Southwest. Dry weather a concern in Australia but most of the wheat is mature, so rains now would be too late to help the crop.

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Getreide-Hausse: Bauern wollen mehr anbauen

Die Presse, ag./ku, Washington/Genf (19.10.07) - Weltweit reagieren die Bauern nun auf die Höchstpreise von Getreide: Aus immer mehr Regionen wird eine starke Ausweitung des Anbaus für die nächste Saison berichtet. Das US-Landwirtschaftsministerium schätzt, dass die Getreideernte 2008 um 26 Prozent größer als die heurige, zum Teil Dürre-geschädigte Ernte liegen werde.

Australien, wo zuletzt eine Missernte verzeichnet wurde, erwartet nun eine um 39 Prozent höhere Ernte.

(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.diepresse.com/home/wirtschaft/economist/337888/index.do)

Graintrader
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

@ Fantomas [#17]

Auch hier willkommen Fantomas.

Sie haben völlig recht, ich meinte die erwarteten Exporte.

Auch für den Rest kann ich nur zustimmen. In Europa haben wir uns immerhin mit einer rasanten Geschwindigkeit in der letzten Zeit preismässig nach unten bewegt, so das deutlich wird, dass ein neuer Wiedereinstieg der EU in die Exporte sehr wahrscheinlich ist.

Auch wenn die Wartezeit noch länger anhalten sollte, ist klar, dass Russland und USA irgendwann entweder mengenmässig zum Schluß kommen oder dass aufgrund der steigenden Nachfrage die Preise reagieren werden, was die Chancen der EU auch in diesem Fall schlagartig erhöht.

bbw
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ graintrader

Hallo,
wie weiter oben im thread kann ich ihrer Argumentation nicht folgen.

Sie haben vollkommen Recht wenn sie davon ausgehen, dass die Exprote steigen, die Erntemengen niedrig sind und die Bauern eigentlich doch viel mehr haben müssten /sollten.
Die Börse ist jedoch leider kein Wunschkonzert.
Hier werden Erwartungen gehandelt und nicht die Nachrichten von gestern.

Wie ich in einem anderem thread gelesen habe sind sie Makler. Da sollten sie dies eigentlich wissen.

Wenn wir uns jetzt auf den Weizen konzentrieren, so wurde die schlechte diesjährige Ernte in den letzten drei Monaten gehandelt und hat uns zu ungeahnten Höhen im Preis aufsteigen lassen. Was die nächste Zeit gehandelt wird ist die Ernte 2008. Dabei macht es meiner Meinung nach kaum einen Unterschied ob die Erzeugung um 10, 20 oder 30 % steigen wird. Fakt ist, dass sie ( normales Wetter vorausgesetzt ) deutlich ansteigen wird.
Schon die kleinste Steigerung um nur 10 % würde bedeuten, dass wir in 2008/2009 Überhangbestände in Höhe von ca. 40 Mio. to Weizen weltweit produzieren würden. Und diese Zahl wird in den nächsten Monaten an der Börse gehandelt werden.

Wenn sich nun in den nächsten Wochen weltweit diese Mehrproduktion bei den meisten Getreideaufkäufern durchsetzt, dann werden sie ihre Kaufaktivitäten zurückfahren und auf die neue, dann wahrscheinlich wesentlich günstigere Ernte warten. Insofern dürfte sich der Preisdruck auf die Ernte 2007 in den nächsten Monaten nochmals verstärken.

In ihrem Beitrag Nr. 7 zu diesem thread haben sie auch geschrieben, dass das Chartbild absolut intakt sei. Nun, kurzfristig und mittelfristig sind wir in einem Abwärtstrend. Wenn jetzt auch noch die langfristige Unterstützungslinie gerissen wird, ja dann wird´s richtig ernst.

Viele Grüße

Thomas

Graintrader
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

@ bbw [#21]

offensichtlich scheint es mit dem Lesen doch nicht ganz zu klappen. Ich weiss nicht, wo das stehen soll, dass ich Makler bin - dies ist jedenfalls nicht der Fall.
Sicherlich ist der Glaube an die Börse und auch die damit verbundene Charttechnik vón sehr vielen verinnerlicht worden. Es sei auch der Hinweis gestattet, dass regelmässig und in großem Umfang die sogenannten "Analysten",
die großartige Szenarien nach der einen wie nach der anderen Seite voraussagen,
von der Wirklichkeit ein - und überholt wurden und werden.
Spannend wird es immer dann, wenn diese "Experten" nachher ausgiebig erklären, warum ihre Voraussage einfach nicht stimmen konnte. Dazu muß man wissen, dass dies hochbezahlte studierte Leute sind, die auf alles Zahlenmaterial Zugriff haben und interpretieren "können".
Was ich möchte, ist nur daruf hinweisen, dass es mehr als Statistik und Börse gibt und auch andere Faktoren, die eben durch die Realität durchaus alles auf den Kopf stellen können.
Hinzu kommt, dass die Hauptbörsen real nicht mehr hauptsächlich von Commodiy- Tradern bewegt werden, sondern von Geldern der Fondsgesellschaften, die sich den Teufel darum scheren, ob die Chart intakt oder nicht intakt ist oder ob es Unterstützungslinien gibt oder nicht.
Es wundert mich, wie schnell es Ihrer Ansicht nach gelingen kann,dass geschlossen alle Verarbeiter angesichts einer zu erwarteteten großen Ernte - die
aber erst in 7 - 8 Monaten zur Verfügung steht, nunmehr beschliessen, einfach weniger zu produzieren und so ihre Kaufaktivitäten erheblich zu verringern und
somit ganz locker mit der diesjährigen Ernte auskommen.
Warum ist man nicht gleich zu Beginn der Ernte auf diesen genialen Einfall gekommen ? Dann hätten wir gar nicht erst überzogene Preise ( Angebot und Nachfrage ?? ) gehabt, sondern eine ganz komfortable Versorgungssituation.
Und hoffentlich wissen auch die Importländer, dass sie nicht so viel kaufen sollen, damit sich die Preise an die neue Ernte angleichen.
Die Welt kann so einfach sein, wenn man sie über die Theorie betrachtet !

Trotzdem wünsche ich Ihnen, dass die Börse Ihrer Position und Ihren Erwartungen entspricht.

bbw
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Graintrader [#22]

Nun dass ich des Lesens mächtig bin, davon können sie ausgehen -grins- .
Sonst könnte ich mich ja nicht mit ihnen hier in diesem Forum unterhalten.

Vielleicht habe ich aber auch eine ihrer Aussagen falsch gedeutet.
Sie schrieben im thread: Roggen, an welcher Börse wird gehandelt? , dass sie 2/3 des Umsatzes alleine bestreiten. Da sich die dortige Diskussion auf die RMX bezog dachte ich, sie wären eben Makler, des sich für diese sehr engagiert.
Falls ich das falsch interpretiert habe, so bitte ich um Entschuldigung.

Es wäre aber auch interessant zu hören wie sie sich im Markt positioniert haben.

Gerne gehe ich dabei in Vorlage.

Bin short bei RMX Weizen Mai 2008 zu 218 seit ca. 2 Monaten 10 lots
short bei CBOT W März 08 bei 941 5 lots
short Call WZ07 Basis 1000 verkauft zu 24
long Put WZ07 Basis 9000 gekauft zu 55

Ferner halte ich noch 100 spreads MW08 gg. WZ08 die wir aber in einem anderen thread diskutieren.

Viele Grüße
Thomas

Graintrader
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

@ bbw [#23]

Na, mit dem Lesen war nicht so gemeint, ich wollte nur aus der Reserve locken.

Ich würde gerne gleichziehen mit der Positionserklärung, darf ich aber nicht
( Company Rules ).
Soweit kann ich allerdings gehen, dass verschiedene Dinge nicht bei uns genehmigt sind - wie Options :-((
Da ich auch in der Erfassung tätig bin, kann ich leider nur bedingt Future -
Positionen laufen (Positionsgründe).

Aber Hut ab -

Die Position hätte ich auch gerne.

Gruß

Gerd

Gast

@ Graintrader [#22]

Herr Graintrader,

mich würde mal interessieren Basis welcher Grundlagen (sortiert nach Priorität) Sie sich eine Meinung bilden ? Fahren Sie durch die Lande, Mondphasen, Meditation etc ? (ist natürlich ironisch gemeint).
Analysemethoden wie Charttechnik, Statistiken , Bilanzen und sonstiger "Expertenblödsinn hochbezahlter studierter Leute" scheinen aufgrund ihrer Aussagen und v.a. Kritik , die Sie daran hegen bei Ihnen, wenn überhaupt, im unteren Drittel angesiedelt zu sein.

Daher – und es interessiert mich wirklich – welche Mittel ziehen Sie zu Rate um eine Position einzugehen ? Vielleicht gibt es ja noch (weitaus verlässlichere) Methoden von denen ich nix weiss und die nicht von der "Wirklichkeit" ein oder überholt werden ?? Bin gespannt.

Mit freundlichem Gruss !

Gast

@ bbw [#23]

Hallo bbw /Thomas bzw. alle Charttechniker die mitlesen,

auf welchem Niveau befindet sich die langfr. Unterstützungslinie bei cbot Weizen ? Bzw. meinen Sie damit die 50 Tage EMA Linie ? Wenn ja, wurde diese - aktuell: cbot Weizen Dez 07 bei 8.11 usd/bu - bereits tangiert/ geschnitten. Auf welchem Niveau liegt dann die nächste Unterstützung ?
Oder meinen Sie mit langfr. Unterstützungslinie nicht den 50 Tages Durchschnitt ?

Danke im Voraus.
Gruss

bbw
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Fantomas [#26]

Ich meinte damit eigentlich die 50 Tage Linie. Weiß allerdings auch, dass dies nicht die klassische langfristige Unterstützungslinie ist.

Die nächste Unterstützung dürfte meines Erachtens im Bereich von 720 bis 740 liegen, da hier die langjahrigen alltimehighs liegen, die nach unten sicher etwas Stabilität bringen. Sollte diese Marke jedoch auch gerissen werden, so dürfte es kurzfristig nochmals gut 100 Punkte gen Süden gehen.

Dies jedoch alles nur wenn keine neuen extremen Meldungen kommen die den Markt in die eine oder andere Richtung pushen.

Viele Grüße

Thomas

Gast

@ bbw [#27]

Danke für die prompte Antwort ! Das mit der 50 Tageslinie war überhaupt nicht als Kritik gemeint. Wollte nur als Faulheitsgründen nicht alles nachlesen, um zu erfahren welches absolute Niveau damit gemeint ist.
Angenommen (rein technische Spekulation!) der cbot Weizen fällt auf die nächste Unterstützung bei ca. 720 (- ca. 90 ct/bu bezogen auf den Dez 07 Kontrakt) und angenommen die Matif orientiert sich weiterhin 1:1 an den Weizenkursen der cbot (wovon auszugehen ist) , dann würde das bedeuten, daß die Matif analog ein Abwärtspotential von ca. 23 Euro/to hat oder ca. 10 % des aktuellen Kurses. Bestätigt das die Chartanalyse bei Weizen an der Matif ? Gruss

bbw
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Fantomas [#28]

Meiner Meinung nach ist es schwierig die beiden Märkte 1 : 1 miteinander zu vergleichen.
Charttechnik ist speziell beim Matif - Weizen kaum anwendbar, da hier ja über Jahrezehnte die EU marktregulatorisch eingegriffen hat.
Auch ist aufgrund der Währungsproblematik ein Vergleich über den Atlantik hinweg eher schwierig.

Beim momentanen Stand von 820 cent / bushel würde sich ein Gleichgewichtspreis errechnen von 21,--€. Insofern dürfte der Matif - weizen überbewertet sein.

Wenn wir jetzt die Unterstützung bei 720 handeln, so würde sich ein Preis von ca. 18,50 € ergeben. Dies immer vorausgesetzt, dass sich der $ bei 1,43 hält und nicht noch weiter abschmiert.

Denke, dass wir morgen bei der Eröffnung deutlich schwächere Kurse sehen.

Viele Grüße
Thomas

Graintrader
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

@ Fantomas [#25]

Hallo Fantomas,

möglicherweise klingt meine Kritik etwas überspitzt aber ebenso wie es nicht nur
schwarz und nicht nicht nur weiss gibt, muß die Charttehnik nicht das Maß aller Dinge sein.
Ich denke, dass ein Mix aus allen Faktoren wie Statistik, realer Markt, Einflussgössen aus den umliegenden Märkten, politische Entscheidungen, Frachtenentwicklung (manchmal sogar das Verhalten der Erzeuger/Verarbeiter) etc und Charttechnik ein bessere und breitere Entscheidungsbasis bilden, als nur ein Punkt.
Natürlich ist es jedem überlassen die Wertigkeit seiner einzelnen Faktoren anders zu bewerten und manche haben eben einen absolute Liebe zur Charttechnik.
Die möchte ich auch niemandem nehmen und sie hat sicherlich auch seine Berechtigung. Ich wehre mich nur dagegen, einen Faktor als das Allheilmittel zu
verkaufen.
Ich bin nun seit 35 Jahren im Biz und bis jetzt hat sich eine breitere Basis über die Jahre hinweg gut bewährt.
Trotzdem oder gerade deshalb verfolge ich die Diskussion hinsichtlich der Widerstands - Unterstützungslinien mit grossem Interesse.

Graintrader
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

@ bbw [#29]

Mit Interesse habe ich die Einschätzung gelesen. Von der Chart kann ich dem folgen. Für mich ergibt sich die Frage, ob sich diese Preise auch im physischen Markt realisieren.
Sollte das der Fall sein, dürften wir uns von einigen grösseren Marktteilnehmer
sehr wahrscheinlich bald verabschieden können.

Gruß

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