Weizen: Kursrutsch um fast 10 % in 5 Tagen
Kursrutsch beim US-Weizen
Von Dr. Uwe Steffin
Topagrar.com (04.11.09) - An den internationalen Terminbörsen hat Weizen zum Monatsende einen Großteil der im Oktober aufgelaufenen Kursgewinne wieder abgegeben. Futterweizen verbilligte sich an der Welt-Leitbörse von Chicago in den letzten fünf Handelstagen um fast ein Zehntel auf 4,94 $/bu (123 Euro/t).
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.topagrar.com/?option=com_content&task=view&id=14537&Itemid=519)
@ Richard Ebert [#1]
Ich liebe die sogenannten "Marktexperten" von topagrar.
Vielleicht sollte man einige Dinge zurechtrücken, um keine falschen Vorstellungen aufkommmen zu lassen -
1. Bei dem in Chicago gehandelten Weizen handelt es sich keinesweg um Futterweizen, sondern um ganz normalen Brotweizen.
2. Bis zum Saisonende müssten von jetzt an ca. 10 Mio to real exportiert werden, um auch nur ansatzweise der Mengen in der EU Herr zu werden. Das wird sehr wahrscheinlich nicht klappen.
3. Von den "fehlenden" Mengen in Argentinien wird die EU nicht profitieren, da auch die Nachfrage eingebrochen ist und der Rest locker aus den USA bedient werden kann (je nach Frachtparität)
4. Dass in Osteuropa, Russland etc schon seit Jahren die Schifffahrtsstrasen mit Eisbrechern offengehalten werden, scheint dem "Marktexperten" völlig entgangen zu sein. Auch diese Staaten befinden sich nicht mehr in den achtiger Jahren, wo Frost alles zum Erliegen bringen konnte. Dort gewährleistet eine moderne Logistik einen dauerhaften Zugang und Ablauf.
Ausserdem - auf Grund des Klimawandels sind die herrschenden Frostperioden eher kurz und nicht mehr so heftig.
So wird der Angebotsdruck konstant aufrecht erhalten - auf Kosten der EU.
5. Völlig unlogisch ist die Aussage, dass die Intervention die Futterqualtitäten stützen dürfte. Sollte dem "Marktexperten" etwa nicht geläufig sein, dass nur Mahlweizen mit bestimmten Qualitäten interventionsfähig ist ? Vielleicht sollte er sich noch mal informieren.
Selbst wenn er Gerste meint, stimmt die Aussage so nicht. Sicherlich wird in marktfernen Gebieten Gerste interveniert. Da wir aber überall genug davon haben, fallen selbst die Interventionsmengen nicht weiter ins Gewicht.
Auch andere Staaten suchen dringend nach Verkaufsmöglichkeiten für ihre Gerste
(Frankreich, Dänemark, Russland etc.)
Woher eine Preisbesserung kommen soll, ist mir schleierhaft.
6. Zumindest in Deutschland konnte bislang nur festgestellt werden, dass in etwa
die gleichen Flächen für die nächste Ernte bestellt wurden. Selbst wenn in der EU eine Verschiebung der Fruchtarten woanders stattfindet (ist mir aber nicht geläufig), werden wir für die nächste Ernte weiter Angebotsdruck erwarten können, auf Grund der grossen Überhänge.
7. Es sollte sich jeder selber prüfen, ob wir für die nächste Saison eine signifikante Steigerung des Verbrauchs haben werden, denn nur dies kann der Schlüssel für mögliche Preisverbesserungen sein.
@ Graintrader [#2]
Dass die Herren Steffin, Mennerich, Mohr und wie sie alle heißen von der grünen Presse so schreiben dass ihre Klientel nicht frustriert den Kopf in den Sand steckt ist klar, dafür werden sie schliesslich bezahlt.
zu 6. und 7. ihres Beitrages: ich kenne einen Schlüssel für Preisverbesserungen der weitaus mehr Einfluss hat als die Steigerung des Verbrauchs oder eine Änderung im Anbauverhalten. Einen Witterungsverlauf wie wir ihn 2007 hatten.
Den hat keiner aber auch gar keiner im Griff.
Die Intensität des Anbaus wird aus Liquiditätsgründen auch nicht mehr so hoch sein.
Allerdings fehlt das Marktsteuerungsinstrument Flächenstilllegung das nach der geringen Ernte 07 sofort abgeschafft wurde, was meiner Meinung nach kein Fehler war.
Mfg
BB
@ Bauer Bernie [#3]
Natürlich wäre ein nicht optimaler Wittterungsverlauf sicher mehr preisfördernd als alles andere. Allerdings bin ich als "ordentlicher" Kaufmann gehalten, mich zunächst an "Hard" Facts zu orientieren und dazu gehört eben nicht das Wetter. Es kommt eben, wie es kommt...
Der Begründung mit der Intensität kann ich voll zustimmen, insbesondere wenn man sich die mangelhaften Düngerumsätze ansieht.
Ich glaube nicht, dass die Fächenstillegung irgendwas ändert. Es waren ohnehin meist Flächen stillgelegt worden, die nicht gerade durch großen Ertrag aufgefallen sind. Ob die nun drin sind oder nicht, bringt keinen grossen Unterschied.
@ Graintrader [#4]
Anstatt der Flächenstillegung gibt es in By die " Agrarökologische Ackernutzung" und Ansaat von Blühflächen.
Hier ist in meinem Landkreis und im Nachbarlandkreis 526 ha und 1250 ha aus der Produktion genommen worden!( 2008 )
Und am meisten gute Ackerflächen !!
Es werden 200.- Eur Basis bei 20BP bez.+24 je weiteren BP d.h. bei 70 BP 1400.- Eur je ha!
In diesem Jahr gelten die gleichen Fördersätze und mann erwartet einen Ansturm auf das Pogramm!! Dieses Poramm wurde für Jäger- und Landschaftspflegeverbände gemacht um Verbundfelder für die Tiere zu schaffen.
So will keiner mehr eine Stilllegung!
MfG Saubauer
Ach habe fast vergessen in der "Blumenmischung" sind auch Disteln enthalten
@ Saubauer2 [#5]
Selbst wenn ganz Süddeutschland stillgelegt würde, hätte dies keinen Einfluss auf den Weltmarktpreis.
Mfg
BB
@ Saubauer2 [#5]
Interesantes Projekt (aber nur für die Beteiligten, nicht für den Markt).
Gute Lobbyarbeit der Jäger, dass für ihr Hobby Geld vom Staat gezahlt wird !
Bauer Bernie hat ganz recht: Sowas hat absolut keinen Einfluß auf den Weltmarktpreis; es findet lediglich eine Umschichtung der Lieferströme statt.