Richard Ebert
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Weizen: Langzeitprognosen der Getreidebestände bis 2015

EU sieht ausgeglichene Getreidebilanz

ZMP (07.04.09) - Hohe Bestände und fehlende Nachfrageimpulse dürften einer kurzfristigen Erholung der Getreidepreise in der EU wenig Raum lassen. Mittelfristig werden die Marktaussichten allerdings durchaus positiv beurteilt. So rechnet die EU-Kommission mit steigender Nachfrage und höheren Preisen.
Die Getreidepreise ziehen in den kommenden Jahren – begleitet von kräftigen Schwankungen - wieder an, bleiben dabei jedoch deutlich unter dem Niveau des Frühjahres 2008. Dies ist eine der Kernaussagen aus der jüngst veröffentlichten Modellberechnung der EU-Kommission für den Zeitraum 2008 bis 2015.

Als Gründe nennt Brüssel unter anderem die Aussichten auf begrenzte Ertragszuwächse, den expandierenden Biodieselmarkt und günstige Bedingungen am Weltmarkt. Nach dem Rekordergebnis von 310 Millionen Tonnen Getreide im laufenden Wirtschaftsjahr erwartet die Kommission einen leichten Rückgang der Produktion bis auf 288 Millionen Tonnen im Jahr 2010 und in den Folgejahren einen Anstieg auf gut 300 Millionen Tonnen.

Mehr Getreide für Biokraftstoffe

Zugleich wird mit einem Anstieg des Inlandsverbrauches gerechnet, maßgeblich wegen des wachsenden Rohstoffbedarfs der Bioethanolbranche. So soll sich die Nachfrage aus diesem Sektor in den kommenden sechs Jahren mehr als verdoppeln. Die Exporte werden auf 25 bis 30 Millionen Tonnen prognostiziert, während sich die Einfuhren bei rund 10 Millionen Tonnen stabilisieren sollen. Hinzu kommt, dass auch vom Bioethanolsektor in den USA zunehmende Nachfrageeffekte ausgehen, verbunden mit höheren Exportchancen für Mais und Gerste europäischer Herkunft.

Brüssel erwartet bis 2010 einen Anstieg der Interventionsbestände auf 1,6 Millionen Tonnen. Diese Bestände sollen anschließend jedoch rasch wieder geräumt werden. Im Rahmen des „Health-Checks“ wird die Intervention von Gerste und Sorghum ab 2010/11 ohnehin auf Null gesetzt, so dass die Intervention lediglich für Weizen bestehen bleibt.

Ziel ist eine stärkere Ausrichtung der Produzenten auf den Markt, was zu einer Vermeidung struktureller Überschüsse, insbesondere in den südöstlichen EU-Mitgliedsländern, führen soll. Die Anbaufläche von Getreide wird sich nach Einschätzung der Kommission bei knapp 60 Millionen Hektar einpendeln. Während die Weizenfläche als stabil angesehen wird, erwartet Brüssel eine leichte Verschiebung des Maisanbaus zulasten von Gerste.

Für den Zeitraum 2009 bis 2015 hat die EU-Kommission folgende Prognosen entwickelt:

Weichweizen:

- bis 2010 Rückgang der Erzeugung auf 127,3 Mio. t, anschließend Anstieg bis auf 135,4 Millionen Tonnen im Jahr 2015
- bis 2012 moderate, anschließend deutliche Verbrauchszunahme
- Anteil des Biokraftstoffsektors am Gesamtverbrauch steigt um vier Prozent auf gut 7 Prozent
- Interventionsbestände legen bis 2010 auf 1,6 Millionen Tonnen zu, vollständiger Abbau bis 2012.

Gerste:

- Erzeugung sinkt von 65,9 Millionen Tonnen (2008) auf 59 Millionen Tonnen (2010), bis 2015 wieder Zunahme auf 60,9 Millionen Tonnen
- Zunahme der Interventionsbestände auf 1 Million Tonnen im Jahr 2009, bis 2010 wieder vollständiger Abbau erreicht ist.

Mais:

- Bis 2015 Anstieg der Erzeugung auf neue Rekordhöhe von 64,2 Millionen Tonnen
- Verbrauch legt kontinuierlich bis auf 65,7 Millionen Tonnen zu. Nur leichte Steigerung im Bereich Nahrung und Futter, Maiseinsatz zur Bioethanolerzeugung 2008 bis 2015 indes mehr als vervierfacht.

Prognose noch sehr wackelig

Die EU-Kommission weist darauf hin, dass diese Prognosen mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sind. Dies betrifft die ungewissen Folgen der Wirtschaftskrise und ihren Einfluss auf Rohstoff- und Energiepreise ebenso wie die zukünftige EU-Biokraftstoffpolitik oder den Klimawandel.

(Quelle: http://www.zmp.de/agrarmarkt/ackerbau/2009_04_07_EU_Kommission_Getreide.asp)

In 6 Jahren kann am Weizenmarkt viel passieren:

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Geschrieben von Richard Ebert am
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