Richard Ebert
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Weizen: Preispoker für Bauern

Preispoker für Bauern

Von Herbert Kaletta

Stimme.de, Region Heilbronn (02.01.09) - Die Getreidepreise sind im Keller, Hoffnung auf Besserung wird erst für Mitte 2009 in Aussicht gestellt. Die Landwirte stehen vor einem Jahr mit vielen Fragezeichen. Und die Ernte 2008 ist vielfach noch nicht verkauft. Die Landhandelshäuser hätten den Bauern nicht wie früher die Ernte im großen Stil abgekauft, weil die Kredite dafür fehlten, behauptet jetzt Bauernpräsident Gerd Sonnleitner. Die Ansicht wird im Unterland nicht uneingeschränkt geteilt.

Preise im Keller

„Alle die verkaufen wollten, denen haben wir ihr Getreide auch abgekauft“, sagt Reiner Faber, Betriebsleiter des Baywa-Lagerhauses Heilbronn. Er räumt aber auch ein, dass die Preise nur bei Erntebeginn gut waren, und dann „in den Keller gerast sind“. Es gebe sicher Lagerhäuser, die beim Aufkauf zurückhaltend waren, wenn sie noch zu viel auf Lager hatten, meint Faber.

Nicht wenige Landwirte pokerten aber mit und verkauften nicht, als der Preis noch gut war, in der Hoffnung, einen noch besseren zu erzielen. Denn wer sich im Ausnahmejahr 2007, in dem nach langen mageren Jahren erstmals wieder gutes Geld verdient wurde, frühzeitig in Verträgen mit den Lagerhäusern gebunden hatte, bekam am Ende weniger Geld, als der, der gewartet hatte. 2008 zogen viele daraus die Lehre – im Nachhinein wars die falsche. Wer sich früh vertraglich band, konnte beispielsweise für die Gerste von der Baywa 250 Euro pro Tonne bekommen. Nach der Ernte waren es nur noch 160 Euro.

„Wir bieten derzeit keine Verträge für 2009 an“, sagt Reiner Faber. Die Preise sind zu schlecht, um gute Angebote zu machen. Auch Dieter Schleihauf vom Kraichgau-Raiffeisenzentrum in Eppingen versteht die Landwirte, wenn sie abwarten. „Man kann derzeit keinem den Vertragsabschluss raten.“ Sie würden drauflegen.

Bauern hoffen auf steigende Preise

Was tun die Bauern? „Weizen haben viele Landwirte noch gelagert“, sagt Helmut Eberle, Stellvertretender Vorsitzender des Bauernverbands Heilbronn-Ludwigsburg. Manch anderer, der das nicht kann, habe Weizen gegen Bezahlung bei Lagerhäusern eingelagert. Sei das zu akzeptablen Preisen möglich, könne dies ein Weg sein. Alle hoffen, dass Mitte 2009 die Preise steigen, weil eine geringere Ernte erwartet wird. Dafür gibt es Anhaltspunkte. So war 2008 ein Rekordjahr, in dem es weltweit keine größeren Ernteausfälle gab. Zu selten, um sich 2009 zu wiederholen, denkt nicht nur Eberle. Und in den USA wurde die Fläche für die Bioethanolgewinnung aus Mais von 50 Millionen auf 100 Millionen Hektar aufgestockt, was dem Lebensmittelgetreideanbau Flächen entzieht. Drittens, das sagt auch Bauernpräsident Sonnleitner, werde wegen gestiegener Düngerkosten weniger gedüngt. Die Folge: sinkende Erträge.

Schließlich sind die Düngekosten um 100 Prozent gestiegen. „Viele werden nicht mehr Volldünger, sondern nur noch Stickstoffdünger nehmen“, sagt Eberle. Das macht über zehn Euro pro Doppelzentner aus. Die Wirkung auf die Erträge will Eberle aber in der Region nicht zu hoch hängen: „Wir sind mit der Düngung schon vorher weit herunter gegangen.“

Mehr Risiko

„Die Situation ist ungewohnt, Handel und Landwirt müssen noch dazulernen“, sagt Reiner Faber zur Marktlage. Jetzt, wo der Freie Markt da sei, nach dem viele riefen, stecke eben auch mehr Risiko drin, meint Helmut Eberle. Auch 2009 werde es „Gewinner und Verlierer“ geben. Doch das werde sich mit der Zeit ausgleichen, denkt er: „Der Poker geht weiter, und jeder Landwirt muss letztlich selbst entscheiden.“

(Quelle: http://stimme.de/heilbronn/nachrichten/region/art16305,1428411)

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Meine Fragen:

Ist es Aufgabe der Bauern, bei den seit vielen Jahren höchsten Preisen ihre Ernte nicht zu verkaufen, sondern in der Hoffnung auf noch höhere Preise vom Markt zurück zu halten und damit vorübergehend die Inflation anzuheizen ?

Hier wird gehofft, spekuliert und gepokert, statt sich über den Terminmarkt die vorübergehend gegenüber dem Vorjahr um über 150 % Preise zum Verkauf zu nutzen.

Die Frage ist, welche Rolle die Funktionäre der Bauernverbände in diesem Preispoker gespielt haben.

Bild entfernt.

Geschrieben von Richard Ebert am
Graintrader
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@ Richard Ebert [#1]

Die Aufgabe der landwirte ist es wirklich nicht, in die Spekulation zu gehen. In der ersten Hälfte des letzten Jahres haben wir immer wieder erlebt, welche Gier die Landwirte entwickelten, immer mit Blick auf die
nächste Zehnerpotenz. Und wem das nicht ausreichte, orientierte sich in hunderter Schritten. So wurde es sehr deutlich, wie dem Markt bewusst die Ware entzogen wurde, um die Preisspirale anzuheizen: Man kam sich zwischenzeitlich schon wie ein übler Ganove vor, nur weil man es wagte, einen guten Preis für den Weizen zu bieten - der natürlich hohnlachend mit dem Hinweis " ich rechne mit € 300 " zurückgewiesen wurde.
Um so erfreulicher, dass das Pendel so schnell zurückgeschlagen ist.
Ob allerdings daraus die Lehre gezogen wurde, sich seiner originären Tätigkeit zuzuwenden, nämlich Getreide zu erzeugen und dem Markt zur Verfügung zu stellen, darf stark bezweifelt werden.
Das, wie immer, die Funktionäre eine überaus unrühmliche Rolle gespielt haben, scheint von untergeordneter Bedeutung zu sein. Wie ein roter Faden ziehen sich die falschen Prognosen und Ratschlägen durch ihr Wirken und man kann durchaus davon ausgehen, dass ohne diese Leute ein um 50 % besseres Ergebnis erzielt worden wäre.
Solange man aber bereit ist, diese Leute immer wieder zu wählen und ihnen eine Plattform zu geben, ohne sie an ihren Erfolgen zu messen, haben die Mitglieder der einzelnen Verbände selber schuld. In der freien Wirtschaft hätten diese Herren keine Chance !

Ackerspezi
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@#1&2
Na, da hauen Sie aber etwas kräftig drauf. Nun den Funktionären die Schuld zu geben, ist das gleiche, ws diese auch gerade machen-einen anderen suchen. Ich kenne keinen Kollegen der seine Ware zurückgehalten hat, nur weil Verbandsvertreter irgendwelche Kommentare gegeben haben. Die waren in meinen Ohren immer noch sehr zurückhaltend- in sämtlichen "Fachzeitschriften" wimmelte es dch nur so von Experten, die fundiert den Preis hochgeschrieben habe Auf"Marktexperten" verläßt sich dann ein Landwirt schon eher. Ich kann hier nur die Marktkommentare des LAndvolks Niedersachsen heranziehen, dort ist die Lage glaube ich klar und deutlich beschrieben worden.
Welche Verbandsoberen haben denn Ihren Kollegen Händlern eingeredet, den Dünger um jeden Preis vorzukaufen, ohne ihn durchzuhandeln.Auch dort hat sich der Preis innerhalb von 12 Wochen halbiert. Zu guter Letzt: Der LAndwirt soll nicht in die Spekulation gehen- dann bräuchten wir aber wieder das alte Interventionssystem, aber das meinen Sie glaube ich auch nicht. Somit spekulieren wir voll, ob wir wollen oder nicht. Wir müssen halt noch lernen, damit umzugehen. Uns fehlt oft halt nur das Spielgeld, um an den Warenterminbörsen jederzeit Schritt zu halten mit den stark schwankenden Preisen.

Graintrader
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

@ Ackerspezi [#3]
Natürlich gehe ich kräftig damit um, weil auch unser Aussendienst mir allethalben berichtet, was in diversen Versammlungen verbreitet wurde. Vor nicht einmal 6 Wochen hat ein namhafter Funktionär auf einer Versammlung die anwesenden Landwirte darauf eingeschworen, dass alles viel besser kommt, man solle nur warten. Zwischenzeitlich hat der Markt weitere € 20 / to verloren. Warten - auf was ?
Und was die " Fachzeitschriften " anbelangt - dort wird auch nur das gelesen, was in den Kram passt, dass andere ist eben für andere bestimmt. In der Erfassungsstufe gibt man sich viel Mühe, den Landwirten die jeweilige Marktsituation zu erklären. Nur sind die meisten nicht bereit, diese Informationen zu glauben. Dies ist vielgeübte Praxis.
Die Spekulation gehört ganz klar in die Hand des Handels, der damit umzugehen weiß (meistens jedenfalls) und auch die Möglichkeiten dazu hat. Wenn der Landwirt seine Kosten zuzüglich einer guten Margen erwirtschaften kann, gibt es keinen Grund, warum bei steigendem Markt meist jedes Gebot abgelehnt wird. Nur um hinterher rumzujammern wenn es nicht aufgegangen ist.
Somit wird nach dieser einfachen Regel auch garkein Spielgeld für Warenterminbörsen benötigt, denn keiner wird zur Spekulation gezwungen.
Nur zum besseren Verständnis : Mir ist jemand im Südwesten bekannt, der eine wunderbare Menge A - Weizen besitzt. Bei € 220 mochte er nicht verkaufen, ebenso nicht bei € 200 / bei € 190 / bei € 180 usw. Der heutige Preis ist 130. Tolle Spekulation !!!

Saubauer
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12 Jahre 9 Monate

@Graintrader

Auch bei uns gibt es viele Erzeuger die in der Ernte nicht verkauft haben, aber nicht nur an der Börse sondern auch im Alltag gilt:

Gier frißt Hirn !

Die gute Regel den Verkauf aufzuteilen ist ein bischen in Vergessenheit geraten.

Natürlich können jetzt alle sehr schlau reden, da es jetzt nicht mehr weit nach unten gehen kann !

Für uns Schweine und Rinderhalter ist das jetzt der gerechte Ausgleich für das letzte überzogene Jahr

Außerdem spekuliert der umsichtige LW nicht, sondern er sichert sich seine Verkaufserlöse wie ein guter Händler auch.

Schönen Feiertag

Lukas
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12 Jahre 9 Monate

@ Graintrader [#4]

Hallo

"Die Spekulation gehört ganz klar in die Hand des Handels, der damit umzugehen weiß"

Hä, ich glaube da pfeipt mein Schwein, ich glaube dem Handel ist es nur zu lästig mit einigen cleveren Landwirten zu handeln. Bricht etwa dem Handel die gewohnte Marge weg?

Denk dran, wir sind in einem freien Land. Und wenn der Landwirt es wieder unterpflügt, es ist immer noch sein Bier was er mit dem Getreide macht. Wer es haben will muss es eben gut bezahlen oder er läßt es sein.

Und wenn die Dummen sich weggehandelt haben (Landwirte), dann hat der Handel den Landwirt den er nicht haben will. Es wird schwieriger das dicke Geld zu verdienen. Es ist eben so wie es ist.

In den Bankenkreisen gibt es ja auch jede Menge dumme Bänker (Vermögensberater). Wir haben es doch gerade erlebt.

Ich frage mich wieso mussten denn die Händler Getreide kaufen und soviel Nachfrage zeigen? Jeder Händler hat gerne von mir Getreide gekauft. Oder war die Gier noch größer als bei mir?????

Gepokert wurde doch immer, ob es der Getreidehandel, die Futtermühle, der Schlachthof, der Fleischverarbeiter, der Großhandel oder ob es der Verbraucher war mit Kaufzurückhaltung.

Jetzt kommt der Landwirt auch noch dazu, weil er die ganzen Stützungsmaßnahmen nicht mehr hat, und nun hat der Handel auf einmal Angst das er auch mal in die Zange genommen werden kann. Ich lache mich kaputt. Hat der Handel denn nicht gelernt zu handeln? Irgendwie bescheuert aber die Frage muss auch mal gestellt werden.

Selbst mir hat der Handel eine dumme Antwort gegeben als ich nach dem Rapspreis gefragt hatte den er zur Ernte bereit war zu zahlen. "Ich kann doch nicht mit jedem Landwirt handeln".
Ich habe nur gedacht "Dann lass doch gleich das ganze handeln!!!!!" und hänge deinen Beruf an den Nagel.

Das ist ja das gleiche als wenn ein Arbeitsloser bei mir kommt auf den Hof kommt und nach Arbeit fragt. Ich sage ihm "Da ist die Schüppe und am abend gibt es dann den Lohn"
"Wie dafür muss ich Arbeiten??????"

Gute Nacht Deutschland

Gruß
Lukas

MZI
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Hallo

Ich bräuchte historische Kassapreise in Bayern (Donauraum) der letzten 10 Jahre (in Zahlenform - kein Chart)
Könnte die mir jemand zukommen lassen oder mich eine Quelle wissen lassen. Danke im voraus!

office@hedging.eu

mfg
Martin Ziegelbäck

Ackerspezi
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Graintrader [#4]

Jetzt hatte ich Ihnen eine längere Antwort geschrieben..und weg ist der Text beim Einstellen.. verdammt ärgerlich. Jetzt noch mal:
Ich hoffe nicht, dass sich Verbandsvertreter mit konkreten Preisprognosen aus dem Fenster lehnen. Aber dass es so nicht bleiben kann, ist glaube ich, allen klar, denn die Produktionskosten liegen halt nunmal um 1-2€ höher als noch vor fünf Jahren, Da hat der Weizen aber auch mindestens 11€ gekostet. Und Herr Putin sorgt schon dafür, dass unsere Anstrengungen in Biogas u.ä. nicht nachlassen werden- ob wir das gut finden oder nicht, aber da geht uns Fläche verloren zur Food-Produktion.
Wenn Sie meinen dass der Handel das Spekulieren besser kann, dann habe ich da so meine Zweifel. Letztendlich sind wir alle Unternehmer, also darf auch jeder entscheiden. Und in den letzten zwei Jahren hat JEDER Landwirt gelernt, dass er für seine Verkaufsentscheidung die alleinige Verantwortung trägt. Wir kennen das von den Schweinen und Kartoffeln seit jeher- und sind damit zum Glück auch -bis auf den Roggen- richtig gefahren.Die Verlässlichkeit des Handels möchte ich noch mal hinterfragen: Vertreter gehen zur Zeit rum und wollen Dünger verkaufen:
DAP für knappe 80,-€, KAS für knappe 40,-€, Kali ebenso, AHL über 30,-€
Harnstoff auch über 30,-. Wir alle wissen, dass gerade Harnstoff und DAP zu sehr viel niedrigeren Preisen versucht wird, an den Mann zu bringen.
Der Handel sagt: Die Produkte waren im EK so teuer, da müssen wir diese Preise haben. Wie ist das hier mit dem Spekulieren??- und mit "Partnerschaft" gegenüber den Landwirten. Viele sind aufgrund von geringem Mengenverbrauch immer noch auf den Bezug ab Landhandel angewiesen. Ich hoffe , da besinne sich noch einige Herren.
Die LAndwirte sind doch nicht dumm: Im Augenblick wird doch fast nur (gekörnter) Harnstoff gekauft zu ca.25-27€. Eins nämlich muss klar sein:
Auch wir können nur von der Marge leben, die uns zwischen Prod.kosten und(erwarteten) Erlösen bleiben:
Von daher lieber Graintrader macht es mir Spaß, mit Ihnen fachlich zu streiten, aber gestatten Sie mir eine Prognose aus Bauernsicht:
Bei diesen Düngerpreisen und den in Aussicht gestellten Erntepreisen wage ich mal ganz kühn zwei Prognosen:
a)DAP (Tagespreis ca.38,-) oder Kali werden zu 70,- oder 40,-wenig gekauft werden (Handel hütet die Ware), bzw, es kommt zu massiven Verschiebungen zwischen den Stickstoffdüngern
b) daraus wird eine geringere Erntemenge resultieren
c)......daraus resultiert......... , aber das könne wir ja jeden Tag an den Terminbörsen ablesen.

Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@Graintrader #4

Mir ist im Südwesten auch ein Händler bekannt, der im Oktober 07 die Läger proppevoll hatte und um keinen Preis an die Schweinehalter Getreide verkaufen wollte, weil er den Kragen nícht voll bekam.
Im Herbst 08 wunderte er sich warum kaum einer von Ihm Getreide haben wollte.
Zudem hockt er auf ´ner Riesenmenge teurem KAS.

Bei allem Gepoker sollte man die langfristigen Auswirkungen nicht aus den Augen verlieren.

Mein Tip für diejenigen die das Kreuz dafür haben: Die Ernte 09 wird auf keinen Fall niedriger gehandelt, als die momentanen Kurse.

Mfg
BB

Geno-Bauer
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Und in Bayern hat es offenbar auch schon den ersten Landhändler erwischt, der wegen der Turbulenzen in die Insolvenz gehen musste.

MfG
Geno-Bauer

Ackerspezi
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Graintrader [#4]

Warum steigt eigentlich im Augenblick der Weizenpreis so stark an den Terminbörsen? Ware ist doch reichlich verfügbar. Ihr Bauer müßte demnach inzwischen seine 20€ wieder "im Sack" haben? P.S. wäre schön, wenn Roggen auch noch mal zu einem kleinen Höhenflug ansetzen könnte.

paul
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Graintrader [#2]

"Ob allerdings daraus die Lehre gezogen wurde, sich seiner originären Tätigkeit zuzuwenden, nämlich Getreide zu erzeugen und dem Markt zur Verfügung zu stellen, darf stark bezweifelt werden"

Dieser Satz ist wie eine Ohrfeige für jeden Getreidebauern.
Nach dem Motto: Du hast deine Arbeit zu machen, dafür wirst du nach meiner Vorstellung bezahlt. Darüber hinausgehende Geschäftstätigkeiten mit dem Produkt erledige ich !

Ich find es gut, daß die Getreidebauern jetzt endlich ihre Erfahrungen am offenen Markt machen können.
Und wenn sie in den letzten Monaten ihr Produkt zurückgehalten haben,dann wird sich das lohnen. Der Weizenpreis ist in Chicago in den letzten 4 Wochen um 30 % gestiegen.

Als Händler und Abnehmer hättest du vor 4 Wochen an der Börse deinen Einkauf machen müssen, dann könntest du ganz ruhig den weiteren Preisentwicklungen entgegensehen.

Deine Aussage:Die Spekulation gehört ganz klar in die Hand des Handels, der damit umzugehen weiß ---,
ist in der heutigen Zeit längst überholt.
Wer ein Produkt besitzt muss selber dafür sorgen, daß er es optimal vermarktet.

Gruß Paul

Joachim Ruhmann
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Hallo Ackerspezi

der starke Preisanstieg des Weizens ist richtig nicht fundamental bedingt.
Aber seit Jahresanfang hat der DOW Jones seinen Commodity Index neu gewichtet, so dass Weizen einen 1% höheren Anteil in diesm Korb hat. Daraufhin sind die Fonds ,die das als Grundlage haben,gehalten ihren Weizenanteil aufzustocken. Das führte zu diesem Preisanstieg. Zugleich dürfte die Weizenrallye ohne neue Markteinschätzungen einstweilen zum Stoppen gekommen sein.

Gruß

bbw
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Hallo,
diese Meinung teile ich.
Vermutlich haben wir die letzten Wochen eine Bärenmarktrally gesehen die sich im gestrigen starken Anstieg aller Wahrscheinlichkeit nach dann totgelaufen hat.

Thomas

dernordmanne
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

Die Aufgabe der landwirte ist es wirklich nicht, in die Spekulation zu gehen.

Hallo,

die oben gemachte Aussage ist doch Bullshit und auch nicht das Problem. Die Krux an der Sache ist nur, dass etliche Spekulanten bei Misserfolg gerne die Verantwortung abschieben auf die Getreidehändler, Politik, Brüssel, die Hedge Fonds und weiß der Geier wen sonst noch alles. Bei vielen Dingen im Leben kommt man mit der Verantwortungabschiebemethode so halbwegs durchs Leben. Die Spekulation ist da halt ziemlich brutal und zwingt zum sehr schnellen Lernen.
Ich für meinen Teil spekuliere nun mal gerne und es ist mir ziemlich Wurscht, ob ein Getreidehändler meint, dass ich mein Getreide gefälligst dem Markt zu einem bestimmten Zeitpunkt zur Verfügung stellen muss. Zugegeben liege ich in dieser Vermarktungssaison auch daneben und habe noch 3/4 meiner Weizenmenge nicht verkauft. Ich hatte mit einem Tief bei zwischen 170,00 und 180,00 €/t gerechnet. Dafür im letzten Jahr B Weizen für 285,00 € verkauft.
Zur weiteren Preisentwicklung denke ich, dass es sich momentan nicht um eine Bärenmarktrally handelt, sondern um eine Bodenbildung. Vermutlich wird nach dem starken Anstieg bald ein Test auf tieferem Niveau erfolgen und wir werden im April/Mai durchaus höhere Preise sehen.
Zur Information:
Ich orientiere mich technisch, nach Elliott Wellen und Gefühl. Die Fundamentels werden eh meist im nachhinein an die Kurse angepasst.
Beruflich bin ich Landwirt, vermiete Blockhäuser und Wohnungen und arbeite als Hypnose Coach. ( Mit dieser Methode sind Geldblockaden meist recht schnell und nachhaltig zu beseitigen) ;-)

Beste Grüße

dernordmanne

Graintrader
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

@ Lukas [#6]

@ Ackerspezi [#8]

@ paul [#12]

@ dernordmanne [#15]

Leider war ich in letzten Tagen ooline, weil mein PC mich nicht mehr mag, wie auch mancher von Euch.
Es freut mich, dass mein Beitrag so viele heftige Reaktionen ausgelöst hat. Auch wenn ich die Meinungen so nicht teile, weil man sehr ernüchtert wird, wenn man in der Erfassung tätig ist. Die " cleveren " Landwirte sind eindeutig in der Minderheit und beweisen ihre Klugheit lediglich durch Sturheit.
Ja Lukas, ich kann mich kaum noch bewegen von dem vielen dicken Geld, was ich mit mir rumschleppe. Es ist auch wirklich zuviel, wenn heutzutage ( mit viel Risiko) doch eine Marge von 0,5 - 1 % er-wirtschaften kann; das gehört sich nicht.
Offensichtlich scheint aber doch die Gier, auch diese geringe Marge selber noch selber mitzunehmen, den Blick auf die bisherigen Notwendigkeiten zu verstellen.
Die gesamte Zeit wurde und und wird der Handel benötigt, um dass Risiko der Vermarktung zu übernehmen. Gleichzeitig wird von ihm verlangt, stets den höchsten Preis zu zahlen, die gesamte Palette Betriebsmittel zur Verfügung zu halten und zu billigsten Preisen abzugeben. Selbstverständlich scheint es zu sein, dass man erwartet, dass der Handel stets immer alles zu allen Preisen aufnimmt und ist empört, wenn dies mal nicht geschieht. Schlicht und einfach ist der Handel überall an seinen Grenzen angelangt und kann nicht für den Landwirt locker aus der Hüfte Preisdifferenzen von € 100 - 300 / to abfedern. So kommt es auch zustande, dass der erwähnte bayrische Landhändler ( den ich im übrigen sehr gut kenne und auch heute noch schätze)durch solche Anforderungen schnell an die immer enger werdenden Grenzen seiner Bank gerät und nicht mehr
handlungsfähig wird. Und das alles für die erwähnte geringe Marge !
Ich finde die angestrebte neue Aufteilung wirklich interessant. Mal sehen, wie weit der Landwirt kommt wenn er selber seine 25 - 500 to (oder auch mehr ) übergebietlich vermarkten soll. Ich bewundere unsere Landwirte wirklich für ihre handwerkliches Können ( jdenfalls teilweise) aber hier findet eine masslose Selbstüberschätzung statt. Die Ideen, die es braucht, um weltweit einen Getreidemarkt täglich mit neuen Möglichkeiten zu versorgen und somit am Laufen zu halten, können nicht von den Landwirten kommen- wie gesagt, er hat wirklich andere Aufgaben. Ich werde mir nicht anmassen, ihm Vorschriften zu machen, was und wie er anbaut, weil ich eben von anderen Dingen mehr verstehe und so ist wieder eine Aufgabenteilung gegeben. Mir ist schon klar, dass mancher Landmann sich eher als Supermann sieht aber ob das in der Realität so ist ?

Graintrader
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

@ Ackerspezi [#11]

Joachim Ruhmann hat es schon ganz richtig erklärt.
Es gibt keine fundamentale Änderung der Gesamtsituation.Und das ist es auch, was immer wieder verwundert, wenn ein Preis genannt wird und jeder Anstieg begeistert 1 : 1 dazugezählt wird, um so wieder auf einen neuen hohen Preis zu kommen.
Für mich beweist es nur, dass man nicht bereit ist, sich mit fundamentalen Fakten auseinaderzusetzen sondern nur hinter jeder Bewegung hinterherher rennt(allerdings nur nach oben!). Noch deutlicher wird es, wenn in diesem Forum mehrfach gebetsmühlenartig behauptet wird, ab März / April wird alles wieder gut. Woher diese Weisheit -
sind die grossen Ernten dann mit denm Schnee weggeschmolzen, die Rezzession weggebetet worden oder weil man länger Tageslicht hat und im Hellen alles besser aussieht ?
Genau diese Aussagen sind es, die vielen Teilen der Landwirtschaft einen Haufen Geld gekostet haben und die heute noch dasitzen und hoffen, nicht in die Intervention gehen zu müsssen.
Auch dies ist eine Aufgabe des Handels, Analysen anzustellen und dem
Landwirt zu vermitteln, wann es vernünftig wäre, sich dem Markt zu stellen. Nur zum besseren Verständnis :
Hätte der Grosshandel nicht so entschlossen gehandelt und in der zweiten Hälfte des Jahres grosse Mengen in den Export verkauft, wären die Preise bereits im Oktober auf Interventionspreisniveau gefallen und hätten sich dort nicht mehr weggerührt. Denn mit der zögerlichen und zähen Inlandsnachfrage war wirklich kein Markt zu machen

Lukas
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Graintrader [#16]

Hallo,

ich verstehe das schon, auch von Deiner Seite. Nur die Zeiten haben sich geändert. Das Risiko ist wahnsinnig hoch geworden, insbesondere weil jede Branche immer schneller wachsen muss oder auch will.

Der Handel wie auch einige Bauern sollten sich einmal im klaren sein das sich einige Dinge nun mal ändern. Jeder muss nun mal seinen Unterhalt verdienen. Nur die Strategien haben sich geändert. Wenn ich nun mal den Milchviehbetriebe anschaue vor einigen Jahren. Da wurde Milch abgeliefert und die Nordmilch hat das bezahlt was nach ihren Aufwendungen übrig blieb. Das kann nicht alles sein. Auch die Nordmilch sollte sich noch stärker anstrengen. Denn es schaffen einige Molkereien einen wesentlich besseren Auszahlungspreis. Ebenso sollte der Milchviehbetrieb versuchen sich leichter von einer Molkerei zu trennen. Das bedeutet aber nicht dem BDM hinter herzulaufen. Denn dadurch wird keiner was. Es ist ebendso das wir knallharte Marktwirtschaft haben. Jeder sollte aus sich selbst was machen und nicht nur nach dem Schuldigen suchen.
Fange heute an und schaue nach vorne. Das andere ist Schnee von gestern.

Nächstes der Handel bei mir vor Ort mit dem Getreide. Der eine bezahlt fast immer schlechter und ist unbeweglicher als der andere. Ebenso ist er bei den Futtermitteln für mich immer teuerer und die Beratung schlechter.

Und nur weil mein Vater früher immer mit dem schlechteren zusammengearbeitet hat, denke ich anders. Ich muss auch meine Marge machen damit ich über die Runden komme.
Daher die Aussage der Handel sollte sich manchmal auch umstellen und uns nicht als billigen Rohstofflieferanten darstellen. Siehe wie ich es mit dem Raps beschrieben habe.

Denn eines ist sicher wer glaubt nur in der Landwirtschaft Geld zu verdienen verschenkt das was an der Landwirtschaft auch verdient werden kann.

"Ich finde die angestrebte neue Aufteilung wirklich interessant. Mal sehen, wie weit der Landwirt kommt wenn er selber seine 25 - 500 to (oder auch mehr ) übergebietlich vermarkten soll." siehe @ 16

Ich finde es genauso interessant wie der Handel seinen Mais von A nach B karrt und sich auf der Autobahn grüßt, denn B fährt nach C obwohl A besser und billiger nach C fahren könnte.

Mit meinen Schweinen ist es nicht anders zum Schlachthof.

Da muss es für den Landwirt doch interssant sein den Handel selbst auch in die Hand zu nehmen. Oder glaubt der Handel Sie sind nur Superhändler?

Es ist doch auch so, das der Handel selber Schweine und Hähnchen mästet.

Warum sollte ich dann nicht mein Getreide außerhalb meines Dorfes vermarkten können. Einige von uns Landwirten karren das Getreide schon 20 bis 30 km weit. Und es ist sogar noch interessant dazu.

MfG
Lukas

Graintrader
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

@ Lukas [#18]

Genau das ist - die Zeiten haben sich geändert.Leider ist Milch kein gutes Beispiel, weil hier noch monopolartige Strukturen vorhanden sind und die Auswahl nicht wirklich vorhanden.
Im Getreide ist es anders. Wir sind beispielsweise vom Norden nach Süden und vom Osten nach Westen mit unseren Erfassungsaktivitäten unterwegs und bieten sowohl gute Preise als auch gute Beratung an. Es gibt also reichlich Möglichkeiten sich rechtzeitig und fachgerecht im Markt zu bewegen. Trotzdem wird dies überwiegend nicht angenommen, es bleibt beim örtlichen Landhandel.Trotzdem ist der wettbewerb auch hier so hart, dass kaum eine Marge überbleibt; man geht eben bis zur Schmerzgrenze.
Mit der übergebietlichen Vermarktung meine ich auch nicht 20 oder
30 km, sondern wir sammeln grosse Partien, die dann in den Export nach Übersee, Benelux oder Italien. Und diese Art der Vermarktung erlaubt es uns den einen oder anderen Euro mehr zu zahlen, den aber der Landwirt mit seiner Art von Stolz leider nicht mitnimmt.
In dieser Saison habe ich schon mit einem Mitglied aus dem Forum Gerste gehandelt und er mehr bekommen als seine gewöhnliche Vermarktungsschiene bereit war zu zahlen und ich habs noch nach Wunsch abgeholt. Das ist der flexible Handel !

harry
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Graintrader [#19]

Zitat:

"In dieser Saison habe ich schon mit einem Mitglied aus dem Forum Gerste gehandelt und er mehr bekommen als seine gewöhnliche Vermarktungsschiene bereit war zu zahlen und ich habs noch nach Wunsch abgeholt. Das ist der flexible Handel !"

Ja, das kann ich bestätigen, das Mitglied war ich. Vielen Dank nochmals für die unkomplizierte Abwicklung damals.
Ich war sehr skeptisch im Bezug auf steigende Preise und habe im Sommer alle freie Ware direkt verkauft.
Einen solch dramatischen Absturz hat natürlich niemand vorhersehen können.

Allerdings muss ich auch den Stimmen Recht geben, die heute durch die stark gestiegenen Betriebsmittelkosten bei gleichzeitigen Preisen nahe Interventionsniveau deutlich sinkende Ernteerwartungen haben. Ob uns das aber schon in der nächsten Ernte hilft, oder erst in 2010 das bleibt für mich noch nicht erkennbar.

Als Landhändler würde ich mir aber schon überlegen die billigen Preise so lange wie möglich an der Börse zu sichern. Das Risiko nach unten dürfte sehr begrenzt sein.

Grüsse, harry

Lukas
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Graintrader [#19]

Mit Milch hast Du recht, habe auch daran gedacht das es ein schlechtes Beispiel ist. Besser aber eins zu haben als gar keines. Es geht mir ja um das Prinzip. Das Problem was die Milcherzeuger haben ist auch die Lieferpflicht (Quote bindet diese Pflicht auch noch sehr stark).

Oder schauen wir uns Dänemark an. Ein großer Schlachthof der sich zu langsam bewegt. Bauern nehmen dort die Vermarktung wieder selbst in die Hand. Es bedeutet ja auch, wenn einer "Satt" ist bewegt er sich zu langsam.

Es gibt auch Händler oder Landwirte die bewegen was, teilweise natürlich aus der Not heraus. Meistens klappt dann aber vieles.

Und mit der übergebietlichen Vermarktung habe ich es auch natürlich verstanden. Ich muss es aber auch mal auf einen Landwirt herunterbrechen, damit es andere auch verstehen. Das war mir schon klar. Und mit der geringen Marge wäre ich dann aber froh wenn ich einige tausend tonnen bewege mit telefonieren.

Für mich als Landwirt kann ich natürlich nur einige tausend € damit verdienen. Das ist aber teilweise leicht verdientes Geld wenn man nicht alles akzeptiert wie es immer so war.

Und wie man auch sagt "Ausnahmen bestätigen die Regel".

So, ich muss Schluß machen, muss noch weg.

MfG
Lukas

Graintrader
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

@ harry [#20]

Hallo, so trifft man sich wieder. Gut gemacht mit dem Verkaufen; die wenigsten haben es richtig gemacht.( Auch nicht eine grosse Genossenschaft aus dem Gebiet !)
Das Problem mit den Ernten stellt sich etwas anders dar. Wir sind es leider gewohnt uns immer wieder als Nabel der Welt betrachten; zunächst einmal die Region dann Deutschland und dann EU. Mittlerweile spielt die EU aber in der Getreideproduktion nur eine Rolle unter vielen Teilnehmern. Das Heft des Handelns liegt mittlerweile im Osten und durch die gewaltigen Flächen dort, brauchen die Leute nur extensiv anbauen und trotzdem erhöht sich jedes Jahr automatisch die Erntemenge (vorbehaltlich Klima). So müssen wir uns daran gewöhnen, dass nicht wir den Preis machen - auch wenn bei uns die Ernte geringer ausfällt - sondern in Ländern, in denen die Produktionskosten geringer sind und es auch keine staatliche Intervention gibt. Auch die USA kann nicht tatenlos zusehen, wie mehr und mehr Export an andere Länder geht und wird sich wehren. Dies geht nur über den Preis. Und somit natürlich zu unseren Lasten.
Es kommt noch hinzu, dass derzeit die Statistiken ausnahmslos geschönt worden sind. Wenn es denn so richtig ist, dass wir weltweit einen Abschwung haben (únd so scheint es), geht dies logischerweise einher mit einer Abnahme des Verbrauches. In den Statistiken geht man jedoch regelmässig von einer Zunahme aus und zwar merkwürdigerweise immer um die Summe von Mehrernten oder aber Überhängen. Stellt man dies alles auf realistische Beine, so haben wir absolut keine Knappheit sondern können uns wunderbar an den Überhängen erfreuen.
Als weiteres Beispiel sei Indien genannt. Dort war man in den letzten Jahren stets Nettoimporteur. Seit geraumer Zeit werden dort jedoch heimische Aufkäufe grösseren Stils durchgeführt, die letztlich dazu führen, dass die benötigten Importe auf ein Minimum zusammenschrumpfen werden.
Umkehrschluß : weniger Importe - weniger Nachfrage - keine steigenden Preise.
Als seriöser Kaufmann darf ich nur 1 + 1 + 1 zusammenzählen und dies analysieren. Nicht rechnen darf ich mit Verwerfungen im Markt durch klimatiscche Entwicklungen / Krisen / Währungen etc. die alle einen Einfluss auf den Markt haben. Und ganz wichtig : der Glaube gehört in die Kirche und nicht in die Statistik !

Graintrader
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

@ Lukas [#21]

Da hast Du recht. Man sollte schon die Augen offen halten, wo es die besten Möglichkeiten gibt und auch so flexibel, mal andere Schienen auszuprobieren als gewohnt.

Ich will mich nur dagegen wehren, dass von einigen im Forum der Handel sozusagen als überflüssig angesehen wird, weil man angeblich alles selber besser machen kann.

Und es nicht ganz zutreffend, dass man so einfach mit telefonieren eine Marge erzielen kann. Dies ist nur möglich, wenn man bereit ist, ein hohes Risiko einzugehen. Im Klartext bedeutet es, ich muß mich entscheiden, ob ich long oder short gehen will, denn in den allermeisten Fällen muss ich erst eine Position aufbauen, um dann eine Geschäft zu kreeiren. Denn dass man etwas kauft und gleichzeitig wieder teuer verkauft, gibt es schon lange nicht mehr. Wir brauchen nur die Gerste in diesem Jahr zu denken und haben schon das beste Beispiel. Die Erfassung kauft in aller Regel auf, um dann später Positionen an den Markt zu bringen. So haben wir alle bei hohen Preisen zugegriffen, sind damit ein Preisänderungsrisiko eingegangen, was dann binnen vier Wochen auch wirklich zu einem Verfall um € 30 - 40 / to führte. Zwischenzeitlich gab es leider kaum Möglichkeiten Ware zu vermarkten. So kommen in kurzer Zeit Verluste von über 1 Mio € zustande, die nicht mehr ausgeglichen werden können.

Dies ist nur ein kleines Beispiel. Es setzt sich bei anderen Waren wie Weizen / Raps / Dünger fort.

Wenn es so einfach wäre sich Margen zusammenzutelefonieren, könnte es in der Tat jeder. Aber möchte man auch ein Verlustrisiko eingehen ?

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Ackerspezi [#3]

"Na, da hauen Sie aber etwas kräftig drauf."

Ja, das war nicht ich, sondern die 'Heilbronner Stimme'. Der Beitrag ist lesenswert.

@ Graintrader [#4]

"Und was die 'Fachzeitschriften' anbelangt - dort wird auch nur das gelesen, was in den Kram passt, dass andere ist eben für andere bestimmt."

Den Satz kann ich rot und fett unterstreichen. Auch hier auf TerminmarktWelt. Bringe ich zu einem Beitrag über Schweine eine Überschrift, die einen Preisanstieg andeutet, wird er doppelt so oft angeklickt wie ein Beitrag, der auf fallende Preise hinweist.

@ alle

Der Weizenpreis an der RMX liegt inzwischen wieder rund 30 Euro über dem Interventionspreis !

Bild entfernt.

wollewatz
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Richard Ebert [#24]

Zitat: Bringe ich zu einem Beitrag über Schweine eine Überschrift, die einen Preisanstieg andeutet, wird er doppelt so oft angeklickt wie ein Beitrag, der auf fallende Preise hinweist.

Das finde ich sehr interessant. So sind die Menschen immer. Sie bilden sich eine Meinung und nageln sie fest. Danach hören sie nur Stimmen, die sie in ihrer Auffassung bestätigen (egal von welchen Idioten sie kommen), Kritik wird dagegen überhört (egal von welchem Spezialisten sie kommt).

Ich habe gelernt, dass der Börsenhandel eine sehr gute Schule ist, solche Unarten etwas abzumildern (ausrotten kann man das wohl nie).

bbw
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Graintrader [#22]

Sehr gute Ausführung. Kann ich nur zustimmen.

Was die geschönten Statistiken angeht habe ich noch einen Gedankengang. Meiner Meinung nach werden die Statistiker wie IGC u.a. in den nächsten Jahren auf jeden Fall versuchen den Ball flach zu halten.

Hungerszenarien aufgrund von zu stark gestiegenen Getreidepreisen machen sich einfach nicht gut.

Ich möchte folgende Wette eingehen: Sollte die Erzeugung von Getreide in nächsten Jahr deutlich zurückgehen, so wird auch der prognostizierte Verbrauch deutlich sinken.

Viele Grüße

Thomas

Graintrader
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

@ bbw [#26]

Klar, da kann ich nur zustimmen. Was für die Steigerung gilt, gilt natürlich auch für den Rückgang. Was würde es für einen Eindruck machen, wenn auf einmal die Statistik nicht mit einer Buchhalternase abgeschlossen wird, sondern die wirklichen Endbestände auftauchen. Man wird das Gefühl nicht los, dass die verantwortlichen Statistikunternehmen alles tun, damit man ihnen nicht irgendwelche Zahlen vorhalten kann, die dazu führen, dass eine gewaltige Bewegung im Markt stattfindet. Schön alles glattbügeln, das hilft. (Aber wem?)

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