Weizen / Raps: Optionshandel an der Euronext
An der Euronext kann man für Nov 2010 einen Rapspreis von 360 Euro/t mit einer Put-Option absichern, die 15 Euro/t kostet.
Beim Weizen kostet die Putoption auf Nov 2010 für 180 Euro/t um die 12 Euro/t (beide Optionen am Freitag "at the money"). Das finde ich für Landwire, die an einen weiteren Preisanstieg glauben, sich aber Kosten deckende Mindestpreise gegen Bezahlung einer Prämie absichern wollen, eine interessante Geschichte.
Die Umsätze sind bei den Raps- und Weizenoptionen inzwischen beträchtlich.
Weiss jemand im Forum konkret, wo man solche Optionen kaufen kann und welche Gebühren zusätzlich anfallen ?
Vielen Dank!
@riskmanager
guten tag
>put call opties , auf der matif
makler (holland) (0)20-65363030
und man braucht ein konto bei der binckbank in holland
gruss
@ riskmanager [#1]
Ich habe meinen Raps jetzt in der Ernte zu 335€ verkauft und habe mit Lagerung etc. nicht mehr zu tun. Von daher finde ich die 360€/t Raps im November nicht so interessant.
@Spekulatius Maximus
Und wenn der Rapspreis bis Nov. 10 auf 500 Euro/t steigt ? Dann verfällt beim Optionskäufer nur die Prämie, er kann aber für 500 Euro/t verkaufen. Die 15 Euro/t kann er dann leicht verschmerzen.
Gruß riskmanager
@ riskmanager [#4]
Oh, Entschludigung! Eine Put-Option... In der Tat, das hört sich sehr interessant an. Für mich nun leider zu spät. Aber dennoch werde ich mir weitere Gedanken zu diesem (für mich neuen) Instrument machen.
@ riskmanager [#1]
Optionen können leider vom Endkunden nicht über einen Handelsschirm gekauft werden. Sie brauchen daher einen Broker, der Ihnen das Geschäft per Telefon umsetzt.
Die Gebühren belaufen sich in der Regel auf 0.8 bis 1.2 Euro / Tonne.
Entsprechende (u.a. deutschsprachige) Makler finden Sie auf den Internetseiten der Euronext sowie auch hier im RMX Forum.
Denken Sie aber auch über folgende Möglichkeit nach:
Die Put Option versichert Ihnen den Preisverfall gegen Null. Sie wollen sich aber vielleicht nur gegen einen Preisverfall von z.B. 30 Euro versichern. - Weil Sie sich sicher sind, dass der Preis nicht unter 335 Euro/to fallen wird.
Sie können also 365 Put Optionen kaufen und 335 Optionen verkaufen: Unterm Strich kostet Ihnen die Versicherung gegen einen Preisverfall von max. 30 Euro nicht mehr als 6 bis 7 Euro (habe jetzt keinen aktuellen Kurs zur Hand).
mfg
Martin Ziegelbäck
Bitte erklären Sie mal einem Dummen wann ich als Produzent zu einer Put-Option greifen sollte anstelle einen Future Kontrakt abzuschließen.
Gruß,
wollewatz.
@wollewatz
Future: Wenn ich als Landwirt einen Raps-Kontrakt für z.B. 360 Euro/t an der Börse verkaufe und der Matif-Preis steigt anschließend weiter auf z.B. 500 Euro/t, muss ich Schritt für Schritt 140 Euro/t (500-360) nachschließen (da ich den Kontrakt zur Glattstellung teurer zurückkaufen muss). Dafür steigt parallel der Wert von meinem Raps auf dem Feld oder im Lager, was die Geld-Nachschüsse im Idealfall gerade ausgleicht. Ich habe mir den Preis bei 360 Euro/t abgeschnitten/gesichert. Etwas anderes ist natürlich ein Prämienkontrakt mit dem Landhandel, da steht der Preis fest und es fallen keine Nachschüsse an, aber davon war ja nicht die Rede.
Option: Beim Kauf einer Putoption zahle ich die Prämie (z.B. 15 Euro/t) und habe damit einen Matif-Mindestpreis von 345 Euro/t (Matif-Kurs 360 Euro/t minus Prämie 15 Euro/t)abgesichert. Steigt der Rapspreis jetzt auf 500 Euro/t, verfällt die Putoption wertlos (ich verzichte auf die Option, für 360 Euro/ zu liefern). Denn ich kann ja inzwischen Kassa 500 Euro/t erlösen, minus Prämie (15 Euro/t) ergibt sich ein Gesamterlös von 475 Euro/t.
Der Unterschied ist also, dass ich mir beim Future den weiteren Preisanstieg abschneide, während mir die Putoption die Chance auf einen weiteren Preisanstieg erhält (gegen eine Prämie, die sich an der Matif börsentäglich aus Angebot und Nachfrage ergibt). Die Nachschüsse binden viel Liquidität. Es ist nicht gerade angenehm, über die Laufzeit 70.000 Euro nachschießen zu müssen, bei z.B. 500 t Raps (= 10 Kontrakte) * 140 Euro/t Preisanstieg über die Laufzeit = 70.000 Euro Nachschuss.
Dagegen die Put-Option: 500 Tonnen Raps * 15 Euro/t = 7.500 Euro; auf diesen Betrag ist das Gesamtrisiko begrenzt.
Dass wir die 500 Euro beim Raps in den nächsten Monaten sehen, kann ich natürlich nicht garantieren...
Ich hoffe geholfen (und richtig gerechnet) zu haben.
riskmanager
Nachtrag @wollewatz
Die Frage war ja wann und nicht warum!
also Wann eine Put-Option:
- Wenn ich einen Mindestpreis einziehen will (z.B. Vollkosten + Gewinnmarge), aber an einen weiteren Preisanstieg glaube.
- wenn die finanziellen Rücklagen für Nachschüsse bei den Futures fehlen
Nachteil: Die Prämie ist auf jeden Fall weg (analog zu einer Versicherungsprämie beim Auto). Aber wer ärgert sich bei der Vollkaskoprämie vom Auto, wenn er übers Jahr keinen Unfall (= Preisabsturz beim Raps) hat ?
Gruß riskmanager
für welche landwirtschaftliche Produkte gibt es denn die Möglichkeit der Optionen ?
@ riskmanager [#9]
Danke für die Erklärung!!
Mfg S.
@ riskmanager [#9]
Vielen Dank für die Info! Endlich kann ich mal wieder was lernen hier im Forum!
Das hört sich ja wirklich recht interessant an. Schade nur, dass ich dafür wieder einen Broker brauche, das gefällt mir bei den Futures besser.
Wo kann ich denn die Konditionen und Prämien der Optionsscheine einsehen?
Gruß,
wollewatz
@ wollewatz [#12]
für Raps z.B. unter: http://futuresource.quote.com/quotes/options.jsp?s=ECO%20X0-ENC&r=ECO-ENC
mfg
@ MZI [#13]
Vielen Dank!
Kann ich denn frei darüber entscheiden, wann ich eine Option ziehe und einen Kontrakt verkaufe?
Gruß,
wollewatz.
Ja, die Optionen können jederzeit gekauft und verkauft werden. Voraussetzung dafür ist natürlich dass für den gewünschten Preis einen entsprechenden Handelspartner finden. An der Euroext gibt es aber sogenannte Market-Maker, die für ein Mindestmaß an Liquidität sorgen.
Wenn Sie die Option während der Laufzeit nicht verkaufen, wird sie am Ende der Laufzeit zum entsprechendem Futureskurs abgerechnet.
MZI
@ wollewatz [#12]
Schade nur, dass ich dafür wieder einen Broker brauche, das gefällt mir bei den Futures besser.
Sie brauchen für Futures ebenfalls einen Broker, genau wie bei Optionen.
Wo kann ich denn die Konditionen und Prämien der Optionsscheine einsehen ?
Optionsscheine haben mit Optionen überhaupt nichts zu tun.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ Richard Ebert [#16]
Sie brauchen für Futures ebenfalls einen Broker, genau wie bei Optionen.
Zumindest handele ich die Futures mit ein paar Mausclicks ohne jemanden anrufen zu müssen.
Optionsscheine haben mit Optionen überhaupt nichts zu tun.
Gut, dass Sie das sagen, sonst kommt hier noch Verwirrung auf.
Gruß,
wollewatz.
@ wollewatz [#17]
Zumindest handele ich die Futures mit ein paar Mausclicks ohne jemanden anrufen zu müssen.
Ich meinte, dass Sie nicht selbst an der Börse mit anderen handeln können, sondern immer eine Brokerfirma oder Bank dazwischen geschaltet ist.
Dabei spielt es keine Rolle, ob diese die Aufträge telefonisch, per Fax oder elektronisch entgegen nimmt.
@ alle
Damit die Dimension des Optionshandels in Paris klar wird, hier einige Vergleichszahlen:
Bei Raps gibt es derzeit 60.000 offene Futures, aber 83.000 offene Optionen. Bei Weizen sind es sogar 179.000 Futures und 312.000 Optionen !
Call- und Putoptionen bieten zusammen mit oder ohne Futures eine Vielzahl von Alternativen, eigene Marktstrategien für Sicherungsgeschäfte oder spekulative Zwecke umzusetzen. Vorausgehend muss immer die eigene Meinungsbildung, was vom künftigen Marktverlauf erwartet wird und was man erreichen möchte.
Schöne Grüsse, Richard Ebert