ZMP wird Berichterstattung schon Ende April 2009 einstellen
ZMP-Liquidation: Betriebsrat wendet sich an die Öffentlichkeit
Agrarheute.com / pd, Berlin (07.04.09) - Der Streit um die Restgelder des Absatzfonds ist entbrannt. Der Betriebsrat der ZMP (Zentrale Markt- und Preisberichtsstelle) wendet sich jetzt an die Öffentlichkeit, um für seine Mitarbeiter zu kämpfen.
Verschiedene Organisationen erheben Anspruch auf den - in der Größe noch nicht exakt bekannten, offenbar aber weit überschätzten - Kuchen; so auch die Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirte (ABL) in einer Pressemitteilung.
"Unter den Tisch fallen dabei die Sorgen und Nöte der Menschen, die durch das Urteil des Verfassungsgerichts von einem Tag auf den anderen ihre Arbeitsplätze verloren haben", so der Betriebsrat der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle in seiner Stellungnahme.
150 Familienschicksale betroffen
Bei der ZMP (in vergleichbarer Größenordnung auch bei CMA) handele es sich immerhin um rund 150 Familienschicksale. Zum aktuellen Stand der Liquidation: Die Abwicklung der ZMP ist in vollem Gange. Keine acht Wochen nach dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 3. Februar kristallisiert sich als Termin der Betriebsstilllegung und damit auch das Ende der Berichterstattung der 30. April heraus.
Durchgehende Berichterstattung seit 1950 endet 2009
Damit geht die ununterbrochene Berichterstattung seit 1950 zu Ende. Die Belegschaft der ZMP habe sich, so der Betriebsrat weiter, auch in den vergangenen acht Wochen trotz der aus ihrer Sicht vermeidbaren Katastrophe diszipliniert und die Berichte für die Wirtschaft weiter fortgeführt. Es sei aufgrund der nur noch knapp verfügbaren Mittel aus dem Absatzfonds und der aus der Sicht der ehemaligen Zahlungsverpflichteten sinnvoll, die Gesellschaft und damit die Arbeit schnellstmöglich einzustellen. Damit würden die noch zur Verfügung stehenden Gelder maximal geschont.
ZMP will sich mit AbL austauschen
In diesem Zusammenhang sei es für die Belegschaft wichtig, dass auch der Ausgleich wirtschaftlicher Härten möglich sein muss, denn die ZMP-Mitarbeiter - deren Arbeit andauernde öffentliche Bestätigungen gefunden hat - seien nicht für die aktuelle Situation verantwortlich. "Der ZMP-Betriebsrat ist an dem Austausch über die möglichen Entwicklungen mit dem AbL und anderen Gruppierungen interessiert", so der ZMP-Betriebsrat abschließend.
Die Einstellung der ZMP Informationen betrifft die gesamte Agrarbranche. Wer glaubt, dass ja genügend Berichte aus anderer Quelle gekommen sind, täuscht sich, denn diese basieren wiederum weitgehend auf ZMP-Daten.
Datum meine Bitte an Alle:
Wer selbst Informationen über Preise, Kurse, Mengen, Stückzahlen, Gewichte uzw. zur Verfügung stellen oder an mich weiterleiten kann, insbesondere über Schweine, Ferkel, Kartoffeln, Weizen, Getreide und Ölsaaten, Milch und Milchprodukte, den bitte ich, mich anzurufen, anzumailen oder Informationen per Mail oder Fax direkt an mich zu übersenden, damit ich diese Daten zumindest in den Grafiken weiter veröffentlichen kann.
Sollten Sie Quellen kennen, die solche Informationen kostenfrei oder kostenpflichtig (mit dem Recht der Weitergabe als Grafiken) anbieten, bitte mitteilen, damit gemeinsam eine Lösung gefunden werden kann.
Was wird zum Beispiel aus dem wöchentlichen 'ZMP-Preis' für Schweine wenn es keine ZMP mehr gibt ?
Schöne Grüsse, Richard Ebert
Die Einstellung der ZMP Marktinformationen wirft ihre Schatten voraus:
- die 'Agrarwoche' wurde nur bis Ende März in Rechnung gestellt
- der Umfang seit April von 16 auf 8 Seiten verringert
- die aktuelle Ausgabe kam nicht am 11.4., sondern am 15.4. an
- die auf Seite 1 angekündigten Berichte zum Rinder-, Schweine- und Ferkelmarkt fehlten
- der wöchentliche Bericht zum Kartoffelmarkt erschien noch nicht mal im Inhaltsverzeichnis
- einige der Preisdaten im redaktionellen Teil sind nicht mehr verfügbar.
Und von einem ZMP-Nachfolger mit ebenso gründlich recherchierten und vor allem völlig neutralen Marktinformationen habe ich noch nichts brauchbares in die Hand bekommen.
Wem ist mehr bekannt ?
Schöne Grüsse, Richard Ebert