Die "Null-Finanzierung" wird nicht auf ewig weitergehen - irgendwann ist Schluss damit

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Die "Null-Finanzierung" wird nicht auf ewig weitergehen - irgendwann ist Schluss damit
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Wir kennen alle nicht den genauen Zeitpunkt, an dem der Ballon platzen wird, aber höhere Zinsen sind unter den gegebenen Umständen nicht machbar, ohne den US-Haushalt dadurch unfinanzierbar zu machen oder man finanziert ihn (inklusive dem dann viel höheren Zinsanteil) mit unkontrolliert gedrucktem neuen Geld = sehr viel höhere bzw. Hyperinflation als Folge...

https://www.treasurydirect.gov/govt/reports/pd/mspd/2017/opds092017.pdf

https://www.treasurydirect.gov/govt/rates/pd/avg/2017/2017_09.htm

Aktueller durchschnittlicher Zinssatz 2,284 % für 20233 Milliarden = über 20 Billionen US-$ Verschuldung (!)

Durchschnittlicher Zinssatz von 4,188 % im September 2008 für 10024 Milliarden = über 10 Billionen US-$ Verschuldung (!!!)

https://www.treasurydirect.gov/govt/rates/pd/avg/2008/2008_09.htm

https://www.treasurydirect.gov/govt/reports/pd/mspd/2008/opds092008.pdf

Man kann mir erzählen was man will, aber das ganze stinkt gewaltig und medial interessiert sich niemand dafür...................

Und so sieht es bei der Wirtschaftsmacht Nr. 1 aus. Die gleiche Problematik haben wir hier in Europa.

 

 

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marktbeobachter

Die Argumentation gibt es in Japan doch schon seit  27 Jahren.

Wie erklärst Du da die Situation?

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...und all diejenigen, die meinen ach ja, höhere Zinsen, die kriegen das schon hin, so schlimm ist das Ganze ja gar nicht. Sich von allem möglichen sonstigen Zeug ablenken lassen und nicht erkennen, dass die US-Schuldenproblematik ein imenses Finanzierungsprobem darstellt, all denjenigen sei das folgende ganz einfache und profane Rechenbeispiel nahegelegt.

Gesetz den Fall, wir hätten die durchschnittlichen Zinssätze von September 2008 -die ja realistisch betrachtet von vielen Marktauguren für die kommenden Jahre vorausgesagt werden- so ergäben sich folgende Zahlen. Dabei entspricht die mittlere Zahl der jährlichen Zinsbelastung und die rechte Zahl "sehr vorsichtig" geschätzten 500 Milliarden Haushaltsdefizit, die ja in den USA natürlich sind. Persönlich gluabe ich aber eher an höhere Zahlen, da Mr. Trump die Steuerschraube lockern will und den Bürgern weniger Steuer aufbürden und sie dadurch enlasten will.

Also Start 2017 mit heutigen 20,233 Billionen und Ende in "nur fünf Jahren" bei 27,558 Billionen

20233 + 850 + 500 = 21583
21583 + 903 + 500 = 22986
22986 + 962 + 500 = 24448
24448 + 1023 + 500 = 25971
25971 + 1087 + 500 = 27558

Eine Erhöhung des Durchschnittlichen Zinssatzes um "nur" 2 % macht bei gleichbleibender Neuverschuldung eine um 36,2 % höhere Staatsverschuldung innerhalb von "nur" fünf Jahren aus. Erkennt ihr nun das Dilemma in den Zentralbanken und Schatzämter stecken ?

 

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Benedikt, Japan ist ein Export-Überschuss Land ebenso wie die Bundesrepublik. Die USA als Weltfinanzplatz Nr. 1 an dem die "gesamte" Weltwirtschaft hängt ist ein klassisches Import-Überschuss Land mit stark negativer Handelsbilanz.

 

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Marktbeobachter

Wäre nett eine Antwort auf die Frage zu bekommen.  Ich stelle Sie nochmal.

In Japan gibt es seit 27 Jahren Zinsen um die Null Prozent und fast gleichbleibenden Wachstum.

Warum sollte das nicht auch bei uns oder in den USA gehen?  Es ist das gleiche Prinzip

Solange keine Gelder in die Realwirtschaft fliessen, und das geht über Löhne, solange wird das alles funktionieren.

Der Tag an dem es nicht mehr funktioniert ist der Tag den wir alle gerne wüssten.

 

 

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Marktbeobachter

Ja und , und was hat das mit der Verschuldung zu tun?

Man sollte sich auch mal Gedanken machen das gegenüber den Schulden auch Vermögen bestehen.

In Deutschland liegt das Vermögen des Staates bei 2,6 Bio Euro. Demgegenüber die immer dargelegten 2 Bio Schulden.  Also von Pleite, oder Insolvenz oder dergleichenkann man wohl nicht reden.

Warum werden denn dann immer noch Bunds mit Minusrendite gekauft wenn man doch so verschuldet ist.

Bei den AMIS ist es wohl ähnlich gelagert. 

Es ändert aber nichts daran das der Staat den Reichen und Wohlhabenden endlich an die Karre fährt. Es kann nicht angehn sich über Jahrzehnte an der Bevölkrung durch Lohndumping zu berreichern, keine Steuern zu zahlen und dann über den Staat herzufallen der sich nur verschuldet.

Keiner will irgendjemand berauben oder enteignen, aber die sollen sich am Gemeinwohl beteiligen wie alle anderen auch. Wer das nicht tut ist nichts anderes als ein 

Schmaotzer, der auf Kosten der Allgemeinheit lebt und sich berreichert.

 

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Franjo , sieh dir als
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Franjo , sieh dir als Vergleich USA nach dem Fall von Bretton Woods Abkommen an, Vietnamkrieg bringt das Land finanziell an den Abgrund, Gold Standard aufgelöst. USD /DM Wechselkurs geht voll auf Tauchgang . USA sind noch immer einer der ganz wenigen Märkte dieser Erdkugel bei dem gilt BTFD! meine Gedanken zum Thema Schulden enden immer im EX Yu Drama! SPOMI

 

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spomi
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spomi

Ein Bild sagt meistens mehr als tausend Worte

siehe Anhang 

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@Marktbeobachter

Mikrowirtschaftliche Konzepte funktionieren aber nicht wenn man Sie auf die Makrowirtschaft übertragen will.

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....so, bin im neuen Thread angekommen und schreibe weiter :o)

Benedikt, Scorpion, SPOMI, zorrie, StoxxDude, tantan, JRM, pullPush, rodeonrwdeo und weitere Forum-Mitglieder haben in ihren Antworten auf meine Postings der letzten Zeit und der letzten Jahre im Grunde schon Recht. Aber das würde alles nur auf einen Markt zutreffen in dem Angebot und Nachfrage -das freie Spiel der Marktkräfte- gelten.

Offensichtlich ist das heute nicht mehr so und wir sind -zumindest was die Finanzierungspraxis angeht- auf dem Weg zu Verhältnissen, die man in der Vergangenheit aus Hyperinflationsländern kannte. Zentralbanken kaufen Staatsanleihen (!!!). Ich sage immer wieder, eine neue Generation die mit den "neuen Finanzierungsverhältnissen" aufgewachsen ist, für die QE und Null-Zinspolitik normaler Alltag ist, kennt es nicht anders und kann die daraus resultierenden langfristigen Gefahren gar nicht erkennen, geschweige denn abschätzen. Wie auch......

Ich besitze so einiges an Börsen-, Bank- und Wirtschaftsliteratur aus den 1980ern und 1990ern.

Wisst ihr, was ich in der heutigen Diskussion vermisse ? Was scheinbar absolut keine bedeutende Rolle mehr zu spielen scheint ? Und dieses meines Erachtens doch zu einem bestimmten Zeitpunkt absolut ausschlaggeben sein wird ?

Ein paar Zitate:

Aufgrund höher als erwartet ausgefallener neuer Zahlen des US-Handelsbilanzdefizits verlor der Dow Jones innerhalb eines Tages 3,4 Prozent....der sinkende US-Dollar musste, um eine weitere Finanzierung der US-Zwillingsdefizite zu gewährleisten, zu erneuten Zinssteigerungen in den USA führen.

Seit Februar hielten ungelöste Finanzierungsprobleme der amerikanischen öffentlichen Haushalte und die daran geknüpften Zinssteigerungserwartungen die Märkte in Unruhe....

Nur ein paar Zitate. In der Literatur von damals gibt es noch massig weitere Texte, aus denen etwas ganz normales hervorgeht. Finanzierungsprobleme des Staates resultieren "am freien -nicht manipulierten- Markt" in höheren Zinsen.

Das sehen wir nun schon seit fast einem Jahrzehnt nicht mehr (!). Der Staat finanziert sich scheinbar "problemlos" und "äusserst günstig" mit Hilfe der Zentralbanken (!!!!).

Und alles wird von der breiten Masse durch die rosa-rote Brille gesehen. Leute, die Titanic war am sinken und die Kapelle spielte weiter. Die Leute wurden so lange wie möglich beruhigt. Rettungsboote waren ja nicht für alle da.....am Schluss sind viele im eisigen Wasser erfroren und nur wenige sassen in Rettungsbooten.

Wiegesagt ich respektiere Eure gut fundierten Meinungen. Aber ich kann auf keinen anderen Schluss kommen, als dass die Sache gewaltig stinkt und ein "unausweichliches" Platzen der Finanzierungsblase für alle sehr, sehr teuer werden wird.

Es ist unerhört - offensichtliche Finanzierungsprobleme, nichts anderes haben wir seit 2008, werden über Null-Zinsen und Anleihekäufe der Zentralbanken "gelöst".

Und die Mehrzahl der "jungen Leute" die heute 20 bis 25 alt sind -die neue Generation-, die bei Ausbruch der "Finanzierungskrise" 2008 zwischen 10 und 15 waren, kennen es nicht anders. Sie werden sich in Mehrzahl auch nicht mit dieser komplizierten Materie befassen, genauso wie sich auch die älteren Generationen in der Mehrzahl nicht damit befassen.

Die Verantwortlichen machen also weiter....aber, Naturgesetze lassen sich nicht aushebeln, es gibt kein Perpetuum-Mobile, schon gar nicht in der Finanzwelt.

Die Rechnung -die gewaltig und äusserst gesalzen ist- wird präsentiert werden. Und ich persönlich glaube, dass das in absehbarer Zukunft sein wird. Nicht kurzfristig, aber absehbar....

In diesem Sinne. Macht das Beste daraus......und beste Grüsse an alle.

 

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@Franjo
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@Franjo

Grundsaetzlich magst Du Recht haben, aber es schert den Markt eben nicht.
Du siehst ja selbst, es gibt keine Rücksetzer mehr.

Die Märkte haben sich an die Situation gewöhnt.

Ich denke, solange nicht ein grösserer Staat ernste Schwierigkeiten bei der Refinanzierung bekommt, solange wird das Thema nicht wirklich akut werden.

Und wo sollen diese Schwierigkeiten herkommen?!

Ich kann da nichts erkennen. Die Welt hat sich an das Nullzinsniveau gewöhnt.

Staaten können sich problemlos refinanzieren. Die Zentralbanken kaufen ohnehin alle Bonds auf, die auf dem Markt niemand will. Und dieses Spiel kann noch auf Jahre so weitergehen.

Ich persönlich denke, ich bin trotz meine Gewinne in Aktien nach den vielen Jahren, zu zeitig aus Aktien raus.

Und solange sich nichts wirklich ändert, was auf reale Refinanzierungsprobleme hindeutet, solange bleiben Deine Ausführungen Theorie aus der Vergangenheit.

Probleme könnten ein drastischer Einbruch der Einnahmen auf Steuerseite, oder drastische Erhöhung von Neuverschuldung verursachen. Aber davon ist, gerade in der EU und in D, überhaupt nichts in Sicht.

Dein "Damoklesschwert" ist noch in weiter Ferne.

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