Hybrid- und Elektroautos: Wer profitiert ?

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Hallo zusammen,

hat sich von euch schon jemand mit den möglichen Nachfrageverschiebungen durch Hybrid- und Elektrofahrzeuge beschäftigt?

Das Thema ist mittlerweile ja täglich in den Medien und wird in Brüssel diskutiert. Die EU hat CO2 Durchschnittwerte für Fahrzeugflotten festgelegt, dadurch wird es auch für Autobauer interessant, da durch den Verkauf von Elektrofahrzeugen der durchschnittliche CO2 Wert gesenkt und Strafzahlungen vermieden werden können. In den USA scheint das Thema noch aktueller zu sein, sollten die jetzt festgelegten Regelungen Bestand haben und es keien Ausnahmeregelungen geben, wäre das ein Desaster für deutsche Autobauer, so liest man.

So wie es aussieht scheinen derzeit Lithium Ionen Akus erste Wahl zu sein. Im Dezember gab es eine Meldung, dass Daimler in den Bau einer Fabrik für solche Akkus investieren will. Durch den Verkauf von 50.000 Elektroautos pro Jahr könnten Strafzahlungen i.H.v. ca. 3 Mrd Euro pro Jahr vermieden werden (keine Stellungnahme von Daimler soweit ich weiß).

Der Smart ist angeblich aufgrund seiner Bodenkonstruktion gut für die Platzierung von Akkus geeignet, so dass sogar andere Autohersteller Interesse an der Fahrwerkskonstruktion zeigen sollen (Gerücht oder Tatsache?).

Es gibt seit einiger Zeit ja auch schon Indizes, die den Lithiummarkt abbilden sollen. (S-Box Lithium Performance Index). Die darin enthaltenen Werte haben allerdings zum Großteil Penny-Stock Charakter. Interessant finde ich hieraus eigentlich aufgrund der Marktkaptialisierung und Bewertung am ehesten Rockwood Holdings und FMC Corp. Wobei mir bei beiden der direkte Zusammenhang zu Lithium derzeit nicht transparent ist.

Bei den Lithium Akkus gibt es verschiedene Typen, die unterschiedliche Komponenten enthalten. Spielt Graphit eigentlich in Zukunft noch eine Rolle? Wenn ich mir Graphit Kropfmühl anschaue, scheint die Bewertung einen anziehenden Bedarf an Graphit derzeit noch nicht widerzuspiegeln. Die Brennstoffzelle scheint auch völlig aus dem Rennen zu sein. Unternehmen wie SFC Smart Fuell Cell sind aktuell annähernd mit ihren Cash Beständen bewertet. Obwohl die Technik Fortschritte zu machen scheint, wie ich gerade lese (http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2010-04/16652796-brennstoffzellen-in-bewegung-in-der-luft-auf-dem-wasser-und-auf-der-strasse-brennstoffzelle-und-batterie-antriebskonzepte-der-zukunft-007.htm) Vielleicht gut, dass ich ein paar Stücke im Depot habe, falls es zu kurzfristigen Nachfrageschwankungen bei dieser Aktie kommt ;-)

Als Batterielieferant scheint sich Saft Group S.A. bereits etabliert zu haben.

Kupfer hat seit einiger Zeit einen sehr stabilen Aufwärtstrend, Palladium ist auch sehr fest. Nimmt hier der Markt bereits einen Nachfrageanstieg vorweg? Wenn man auf stabile Rohstoffpreise in diesen beiden Märkten setzt, welche Unternehmen könnten dann interessant sein? Aurubis sieht technisch derzeit gut aus, ist nach oben zu neuen Highs ausgebrochen.

Weiterhin ist das Thema Smart Grid in diesem (und in anderen) Zusammenhängen wahrscheinlich auch interessant. Man wird Ladestationen brauchen, idealerweise können diese auch dazu dienen bei Schwankungen im Energienetz Strom zwischen zu speichern. Davon sind wir mit den paar Elektroautos auf dem Markt sicherlich weit entfernt, aber irgendwo wird man ja mal anfangen. Gibt es hier spezialisierte Anbieter? Habe mir jetzt PSI ins Depot gelegt. Könnte ein Anbieter wie Germany1 auch zu den Profiteuren gehören (die Bewertung finde ich bei diesem Unternehmen allerdings sehr intransparent)?

Ideal sind natürlich Unternehmen bei denen noch kaum Fantasie eingepreist ist, so dass man von deutlichen Kursabschlägen verschont bleibt, wenn es anders kommt.

Ich freue mich auf eure Kommentare!

Viele Grüße
tomxy

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In der aktuellen Wirtschaftswoche auf der ersten Seite schreibt der Chefredakteur Tichy in seiner wöchentlichen Kolumne:

- daß E-Autos die Zukunft der Automobil-Industrie sind,
- daß die USA dank 22 Mrd Subventionen die Nummer 1 auf diesem Gebiet sind,
- daß DE auf Rang drei knapp vor China liegt und nach Frankreich liegt.

Später im Heft kommen noch mehr Infos in ausführlicheren Artikeln, hab ich aber noch nicht gelesen.

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So schnell werden die voll-elektrischen Strassenfahzeuge nicht kommen, falls die Politik sie nicht, gegen jede Vernuft - siehe : "Teilabschaffung" der Glühlampe )- bürokratisch durchsetzt.

Das Problem der elektrischen Strassenfahrzeuge ist schon seit 100 Jahren die Energiespeicherung (Akkumulator). Daran hat sich noch nichts wirklich in grossem Umfang geändert.

Ausserdem:

Für die hauptsächliche Nutzung in mobilen Einsatzfeldern (Verkehr z.B) reicht das Öl sicherlich noch sehr lang.

Solange Öl-Produkte noch in erheblichem Umfang für stationäre Zwecke (Gebäudeheizung, Kraftwerke usw. ) genutzt werden sind sie im Verhältnis zu Erdgas usw. noch zu preisgünstig.

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@ Asamat [#2]

Vielen Dank für den Hinweis. Ich habe mir heute ein Exemplar besorgt und gerade quer gelesen.

Ich kann mich jetzt nicht zu allem auslassen und beschränke mich daher auf die Punkte, die mich am Meisten erstaunt haben.

Das war zum einen eine Tabelle mit den Betriebskosten der Fahrzeuge. Hier wurden die Strom- und Benzinpreise in verschiedenen Ländern gegenüber gestellt und und daraus die Fahrkostenersparnis für Elektroautos berechnet.

Die Spanne ging von 89% (Südkorea) bis zu 56% (Dänemark). Deutschland lag bei einem Strompreis von 0,21 Euro/KWh und einem Benzinpreis von 1,39/Liter mit 71% im unteren Drittel.

Quelle: Wirtschaftswoche 19.04.2010 Seite 52

Im Benzinpreis ist natürlich ca. 1 Euro Steuern enthalten, die Stromkosten sind aber auch inklusive Netznutzungsentgelt und Steuer. Reine Stromkosten liegen eher bei 4-6 Eurocent.

Alles in allem fand ich es jedenfalls überraschend, wie sparsam ein Elektorauto fährt (wenn die Statistik so richtig ist).

Vor dem Hintergrund kann man auch einmal Überlegungen anstellen, wie hoch denn die Grenzkosten der Stromerzeugung wären, wenn Elektorfahzeuge zu einer gleichmäßigeren Netzauslastung beitragen würden. Ich vermute sehr gering. Insofern ist es auch verständlich warum ein so großes Interesse an solchen Lösungen existiert. Elektorautos könnten helfen die durchschnittlichen Kosten der Stromerzeugung signifikant zu senken.

Dem gegenüber stehen natürlich Ausfälle bei der Benzinsteuer, die auch nicht zu verachten sind.

Der zweite Punkt, der mich überrascht hat, war wie stark die Stromkonzerne mit Anzeigen vertreten sind, auf denen bereits Ladestationen abgebildet sind ;-)

Jetzt wird auch schnell klar, warum die Lobby so stark ist.

@ rodeonrwdeo [#3]

Das nicht alle daran glauben finde ich eher positiv dafür, dass die Märkte noch Chancen in dieser Hinsicht bieten.

Bei den Akkumulatoren ist, wie du auch schreibst, sicher das größte Problem. Aber gerade dort hat sich in den letzten Jahren ja auch schon einiges getan, gefördert durch die mobile Telekommunikation und die Notwendigkeit besserer Akkus. Wer weiß, wie es in fünf Jahren aussieht. Schon heute liegt die Reichweite der Elektrofahrzeuge bei ca. 160 km, was für den Normalbürger bis zum nächsten Ladevorgang in 90% der Fälle ausreicht.

Ich glaube auch nicht an ein völliges verschwinden der Verbrennungsmotoren, aber einen Marktanteil im zweistelligen prozentualen Bereich bei Neuwagenverkäufen in 5 Jahren könnte ich mir durchaus vorstellen.

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@ tomxy [#4]

Was mich mal interessiert ist die Frage wie lange so ein

Ladevorgang dauert?

Wird da der AKKU gewechselt, oder ist das eine Steckdose und wie lang muss man warten bis man fahren kann?

Ich denke, das wenn man wirklich wollte wäre die Entwicklung schon wesentlich weiter. Nur will man nicht, warum wohl?

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@ benedikt54 [#5]

Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Wahrscheinlich wird man in Zukunft noch weitere finden, die Forschung auf dem Gebiet fängt ja jetzt erst mit Macht an.

- normales Laden eines normalen Akkus dauert viele Stunden, ca 6-12. Kann also im Wesentlichen nur über Nacht passieren.

- "Gewalt"-Laden desselben Akkus kann in 20 min passieren. Der Akku leidet aber darunter, kann man nicht oft machen.

- Shai Agassi (war mal SAP-Vorstand, ein äußerst charismatischer Mensch) hat eine Firma auf dem Gebiet gegründet ("Better Place"), die die Idee von Austausch-Akkus verfolgt. Die Idee ist, eine Tankstellen-Netz aufzubauen, wo man den Akku von einem Roboter wechseln lassen kann. Soll schneller gehen als normales Tanken. Idee super, Problem ist der Aufbau des Netzes. Ein Henne-Ei-Problem, denn bevor kein Netz da ist, werden die Austausch-Autos nicht in Masse gekauft.

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@ benedikt54 [#5]

Das Aufladen soll etwa 4-8 Stunden im normalen Ladezyklus dauern (ein Modell, dass Renault nächstes Jahr auf den Markt bringen will). Eine Schnelladung soll 20 Minuten dauern, den Akku auf Dauer aber stärker belasten.

Für längere Fahrten sieht man daher einen Austausch des Akkus an Servicestationen vor.

Es wurde ein Geschäftsmodell vorgestellt (Better Place) in dem dem Kunden die Betankung für die nächsten Jahre gleich mitverkauft wird.

Also quasi so etwas wie ein Full-Leasing mit vorher bekannten Kosten für vereinbarte Kilometerstände. Weiterhin soll das von Renault hergestellte Fahrzeug mit 4 Jahren oder 120.000 km Garantie auf den Markt kommen. So ein Auto soll um die 40.000 Euro kosten.

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ein grosser Schwachpunkt scheint mir die nachlassende Speicherfähigkeit der Batterien zu sein. Der Punkt wird in den Diskussionen und Presseberichten nie erwähnt. Bei Mobiltelefonen nimmt die Speicherfähigkeit beispielsweise kontinuierlich ab.

Aber bei E-Autos kosten die Batterien 10.000 Euro aufwärts. Das ist ein Batzen Geld. Wer kann sich das schon leisten?

Grüsse
Marzell

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... und die Speicherfähigkeit bei Minustemperaturen. Da fehlen 50 % der Leistung. Jeder/ jede kennt das vom Starten im Winter.

Grüsse
Marzell

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Marzell, richtig! Und es gibt
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Marzell, richtig! Und es gibt ja noch mehr Probleme / Aufgaben

Amnesty: Autokonzerne profitieren von Kinderarbeit im Kongo

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mehr-wirtschaft/kinderarbeit-im-ko...

Wo soll das Kobalt herkommen, wenn sich der Anteil der Elektroautos tatsächlich vervielfacht?

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