Privatisieren

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Privatisieren
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Da wir das Thema unlängst hier hatten.

Ich denke da öfters darüber nach.
Ich selbst habe seit 2011 privatisiert.

Es gibt Vor- und Nachteile.
Natürlich erfährt man eine persönliche Freiheit, die man so sonst nicht hat.

Allerdings gibt es auch gewisse Nachteile.

1. Es kann schnell mal langweilig werden, zumindest, wenn man keine Hobbies.
2. Man nimmt Menschen und deren Verhaltensweisen völlig anders wahr, wenn man nicht mehr in der täglichen Suppe mitschwingt.
3. Man fühlt sich, und ist unverstanden.
4. Man ist in einer gewissen persönlichen Zwickmühle, Einerseits ist man von vielen anderen Menschen genervt, will seine Ruhe haben, andererseits vermisst man schon die persönlichen Kontakte, weiss aber, wenn man die wieder hätte, dass man es wieder mit oftmals geblendeten Menschen zu tun hat, mit denen man es eigentlich nicht mehr zu tun haben wollte, und wegen denen man privatisiert hat.

Man wünscht sich in jungen Jahren, dass man zu Geld kommt, wenn man es dann hat und sein Ziel Privatisieren erreicht hat, ist es aber auch nicht das Wahre.

Sieht das jemand anders!?

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scoprion
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scoprion

Es ist von der Mentalität jedes einzelnen abhängig. Wir sind was unsere Erfahrungen mit der Privatisierung angeht absolut Deckungsgleich, aber sowas von.

Ich habe festgestellt das die Wahrheit wohl in der Mitte liegt. Das hat auch meine Vergangenheit gezeigt. Am Glücklichsten und mit Abstand am Erfolgreichsten war ich noch als ich auf der einen Seite bei einer Bank beschäftigt war und ich andererseits da bereits Provisionen für private Deals gezahlt habe die Höher waren als das Jahreseinkommen.

Das was mir am ersten fehlte waren die Zwischenmenschlichen Kontakte. Das Reden, mal einen Witz machen und die Verbindungen und neuen Kontakte die man zwangsläufig schafft wenn man mit Menschen redet, Ihnen hilft usw.

Langsam aber sicher vereinsamt man in unserm Beruf. 

Nur mittlerweile habe ich durch Gespräche erfahren das das Leben in einer Bank Heute auch nichts mehr mit dem der Vergangenheit zu tun hat. 

Mittlerweile ist durch mein Alter eine Rückkehr sowieso nicht mehr denkbar.

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scoprion
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scoprion

Alternativ habe ich mir schon mal eine Bürogemeinschaft überlegt. Nur hier passende Leute zu finden ist fast nicht möglich. Das was ich bisher so an Kontakten hatte

ist mir offen gestanden zuwider. Den fachlichen Status den wir haben, der liegt weit über dem sonst so im freien Markt vorherrschenden Segment. Das klingt arrogant, weis ich, aber man glaubt nicht wieviel Unwissenheit und geradezu Dummheit im Finanzwesen vorherrscht.

Genaugenommen ist sie sogar notwendig um Menschen dazu zu bringen Finanzprodukte zu verkaufen. Die müssen selbst davon überzeugt sein, damit sie ohne Gewissensbisse verkaufen können.  

Ich kann mich mit solchen Dumpfbacken nicht an einen Tisch setzen. Je mehr man dann erklärt desto demotivierender wirkt man dann auf das Verkäuferteam.

So meine Feststellung.

Also ist man letztendlich wieder allein und muss oder vielmehr darf sich mit Scoprion und dem Rest der fachlichen Kompetenz auf ZMP austauschen.

 

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Ich privatisiere seit einigen
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Ich privatisiere seit einigen Jahren und bin seither für mehrere charitative Organisationen ehrenamtlich tätig. Hier bringe ich meine Erfahrungen aus Beruf und Leben ein. Diese Tätigkeit nimmt über einen längeren Zeitraum gemittelt etwa meinen halben Arbeitstag ein. Für den Handel bleibt noch immer deutlich mehr Zeit übrig als während meines Berufslebens.

Ich habe zahlreiche Kontakte mit anderen Menschen und komme ein bisschen in die reale Welt hinaus. Weitere für mich wesentliche Vorteile: Ich wähle meine Arbeitszeit selbst, bin nicht von einem Vorgesetzten abhängig und bekomme hin und wieder ein "Danke" - ist in der Industrie nicht sehr üblich.

Nicht zuletzt: Wenn man mit Anfang 60 gesund und finanziell abgesichert ist, hat man im Leben auch manchmal Glück gehabt. Nich alles ist eigener Verdienst. Ein wenig von diesem Glück möchte ich an andere weitergeben.

Zur  Nachahmung empfohlen - ich lebe das seit eingien Jahren und bin dabei sehr glücklich.

Mit besten Grüßen, Myrrdin

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Zuletzt aktiv: vor 1 Stunde 30 Minuten
Dann habe ich wahrscheinlich
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Dann habe ich wahrscheinlich zu zeitig privatisiert.
Zur charikativen Arbeit: Ich war früher UNICEF-Spendenmitglied, und habe auch schon öfters an einzelne Personen gespendet, oder Gelder geliehen.
Bis auf einmal, wurde ich jedes Mal enttäuscht.
Bei UNICEF wurden viele Gelder veruntreut, daraufhin bin ich ausgetreten.
Beim Geld leihen habe ich bis auf einmal nie die Summe zurückerhalten.
Die für mich bisher einzige sinnvolle Spende, habe mal vor weit über zehn Jahren für ein Kind getätigt, das an Leukämie litt, 1000€.
War ein Zeitungsaufruf, die letzten 1000€ hatten noch gefehlt für eine Behandlung.

Ja, wenn man weiss, dass es wirklich ankommt, dann fühlt man sich gut dabei.

Für den Handel bleibt viel Zeit übrig, zu viel Zeit, besonders, wenn kaum was los ist.

"Ich wähle meine Arbeitszeit selbst, bin nicht von einem Vorgesetzten abhängig und bekomme hin und wieder ein "Danke" - ist in der Industrie nicht sehr üblich."
Wohl wahr, das ist einer der wenigen Vorteile.

"hat man im Leben auch manchmal Glück gehabt. Nicht alles ist eigener Verdienst"
Ja, das stimmt. Man muss auch recht viel Glück haben.

Nur die Frage, ob das wirklich zur Nachahmung empfohlen ist, kann ich persönlich so nicht beantworten.
Ich denke, das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Persönlich sehe ich es ähnlich wie benedikt.
In meiner letzten Position bis vor ein paar Jahren, in einem Forschungsunternehmen, hatte man Kontakte auf geistig höchstem Niveau.
Recht offen strukturiert, wirklich ziemlich flache Hierarchien, geistig hohe Anforderungen, da konnte man sich wirklich inhaltlich gut austauschen.
Viele Mitarbeiter unter sich, natürlich etliche davon nicht besonders hell, aber das hatte Flair, da konnte man sich ausleben und selbst verwirklichen.
Und nebenbei recht hohe Gewinne, die teilweise das Gehalt p.a. deutlich überstiegen.

Im Nachhinein betrachtet, war das ein Traumzustand.

Dass Du es so geniesst, liegt wahrscheinlich auch daran, dass Du deutlich älter bist, als ich.

Ich für mich muss noch überlegen, ob das für mich weiter die Zukunft sein soll, oder nicht.

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alle Vorschreiber sprechen
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alle Vorschreiber sprechen mir aus der Seele!

hier auf ZMP TMW hat man viele gleich gesinnte, wenn auch mit unterschiedlichem Temperament.

ganz anders als mit Leuten aus dem Bereich : Banken, Handel, risiko managment, retail sailes, privat banking VIP , etc...

alle weniger fachliche Ahnung und natürlich kein Risiko , weil Anstellung stattt trading.

ich suche meinen Ausgleich mit Ortswechsel und Fotografie! jedem sein Hobby , meint SPOMI.

 

Bild des Benutzers scorpion260
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@Spomi
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@Spomi

Vollkommen richtig.
Eine der wenigen Freuden, die ich noch habe, der Austausch hier.
Da muss man sich nicht verstellen, und kann auf gleichem Niveau reden.
Ansonsten wäre ich sicher schon längst verrückt geworden.

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Corr. zu oben: es gibt in den
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Corr. zu oben: es gibt in den grossen EURop. Invest. Banken schon sehr fähige Leute!!! auch in den jew. Aufsichsbehörden. leider etwas unterbezahlt und überarbeitet. Grüsse SPOMI

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Hallo zusammen.

Das Interessengebiet, das wir gemeinsam teilen ist nicht nur freizeitfüllend. Ja, wir sind im wahrsten Sinne des Wortes dazu berufen und deshalb werden wir wohl unser gesamtes Leben damit zu tun haben.

Ist aber auch nichts anderes als Interessengebiete anderer Leute. Nehmen wir beispielsweise den Mediziner. Ein Arzt wird in seiner Freizeit bestimmt hellhörig, wenn rein zufällig -egal wo er sich befindet- eine Person schwer krank wird. Er analysiert die Symptome und leistet dementsprechend Hilfe und kosultiert seine Kollegen vom Notdienst und teilt ihnen die benötigten Erstinformationen mit.

Wir interessieren uns das ganze Jahr für die Börse, das Marktgeschehen und die äusseren Einflussfaktoren auf die Märkte. Damit sind wir nur ein minimaler, kleiner Teil der Gesamtbevölkerung, welcher diese Kenntnisse und Interessen hat. Einsamkeit ? Einsam werden ? Letztendlich ist man immer mit sich selbst allein und der Rest ist Schall und Rauch und Erinnerung. Jeder Tag bringt also etwas Neues, auch neue Leute. Und die alten Freunde und Bekannten, ja die sind wie "guter alter Wein". Man hat ihn im Keller für besondere Anlässe oder auch mal für zwischendurch.....

Ich habe vor ein paar Wochen von meinen Ausflügen an das Rheinufer im Sommer erzählt, dass ich gerne Mittags für eine Stunde alleine am Rheinufer gesessen habe. Eis gegessen und entspannt. Herrlich...

Der Rhein und seine Umgebung, die Vegetation haben sich über die Jahrhunderte hinweg nicht verändert. Es sah und sieht dort immer gleich aus. Bäume stehen und standen zwar woanders, aber das Gesamtbild war heute nicht anders als in den Jahren 1900, 1850 oder 1800....

Was mir aber an einem dieser Tage unter den vorbeifahrenden Schiffen besonders auffiel war ein touristisches Ausflugsschiff aus Frankreich. Der Name des Schiffes war "France" in grossen Lettern am Bug geschrieben und die französische Trikolore wehte am Heck des Schiffes. Ich dachte mir, schau mal, wir haben jetzt den August 2017. Ich sitze am Rheinufer und es sieht hier genauso aus, wie vor 100 Jahren.

Welche Veränderung die gesamte Gesellschaft in diesen hundert Jahren gemacht hat -welche riesige Zeitspanne 100 Jahre doch sind-, nicht nur technisch sondern auch gesellschaftlich, sieht man doch am besten daran, das eben dieses Schiff "France" heutzutage den Rhein hinauffährt und im Jahre 1917 dieses absolut undenkbar gewesen wäre, da ein heftiger Krieg zwischen Deutschland und Frankreich tobte.

Wie wird es im Jahr 2117 aussehen ? Nun, am Rheinufer nicht viel anders als heute, wahrscheinlich stehen die grossen Bäume immer noch am selben Platz und neue sind dazugekommen. Welche Schiffe fahren dann den Rhein entlang ? Und wir im Jahre 2117 ? Erinnerungen. Lediglich unsere geschriebenen Postings werden irgendwo im Internet ihren Platz finden......:o)

In diesem Sinne - alles wird gut.....

Noch einen schönen Abend und viele Grüsse.

 

Bild des Benutzers scorpion260
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Kann sein. Aber in meiner
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Kann sein. Aber in meiner Familie ist der Dynastiestreit voll entbrannt.
Das interessiert mich gerade.

Die dummen Geschwister drängen sich da rein.
Schön für Dein Erlebnis.
Geniesse es.

Letztendlich sind wir alle gleich auf ZMP.

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