Rund um die Gesundheit

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Fortsetzung der Diskussion Quacksalberei

@ curtiss

J.L.? Komme nicht drauf.
Momentan lese ich "Das Organon der Heilkunst" v. Samuel Hahnemann (Begründer der Homöopathie). Köstlich, wie er den Quacksalbern den Spiegel vorhält...

fluggerät Am: 05.06.2006 11:27:49 Gelesen: 63 # 459 @
@ Ölprinz

Das ist bestimmt wertvoller, als ein paar Dollars hinterher zu rennen.

Quacksalber meint bei Hahnemann übrigens die Schulmedizin insgesamt, die heutige mit eingeschlossen, mit mitsamt ihrer (irrationalen) Technikgläubigkeit.
Er vergleicht den Schulmediziner mit einem Verrückten, der in das Kabinett des Künstlers eindringt, alles mit Messern zerstört und anschließend stolz verkündet, er habe ein neues Kunstwerk geschaffen, was noch viel besser sei, als das urspüngliche (Werk Gottes).

hardworker Am: 05.06.2006 13:59:53 Gelesen: 36 # 460 @
@ fluggerät

Wenn er das wirklich gesagt hat, dann war er nicht ganz dicht. Bis zum heutigen Tag hat die Schulmedizin im Vergleich zur H. eine atemberaubende Entwicklung genommen.

Jetzt kann ich besser verstehen, warum Du so viel von Hahnemann's Homöopathie hältst. Ihr habt beide eines gemeinsam, sehr extreme Meinungen, mancher wird sie sogar als wirr bezeichnen.

MfG

hw

@Hardworker

Schulmedizin hat eine atemberaubende Entwicklung genommen und trotzdem werden die Menschen chronsich immer kränker, statt gesünder.
Das sollte jedem Mediziner zu denken geben.

Alterskrankheiten wie Diabetes nehmen ständig zu statt ab.
Wer wird durch Schulmedizin von Altersdiabetes geheilt? Kaum jemand, durch Homöopathie habe ich in meinem bisherigen Leben zahlreiche Menschen von dieser Erkrankung dauerhaft befreit, ohne dass sie Insulin spritzen müssen oder Tablettenabhängig gemacht worden wären. Das nur um ein Beispiel von vielen zu nennen.

Schulmedizin wird von mir auch verwendet (besonders im Notdienst), aber nicht um chronische Krankheiten zu heilen.
Die einzige Ausnahme bildet dabei Krebserkrankungen, bei denen ich beides verwende.

Ob Hahnemann mit seiner Einschätzung richtig liegt, ist eine Frage der Betrachtung.
Er hat schon zu Lebzeiten festgestellt, dass seine hervorragende Medizin aus reinen Glaubensgründen von der Mehrzahl der Ärzte abgelehnt wird, ohne dass sie sich von der Wirksamkeit überzeugt hätten.
Das führte zu einer gewissen Verbitterung gegenüber den Standeskollegen, die durchaus nachvollziehbar ist.
Die Ablehnung aus religiös, atheistischer Überzeugung ist bis heute geblieben.
Insofern hat der Vergleich Hahnemanns etwas für sich, ohne deshalb gleich die einzige und ganze Wahrzeit zu sein.
Schulmedizin wird als immer teuer werdende, aber einfache Grundversorgung nicht abzuschaffen sein.

Wer auch hier gut reinpaßt ist Franz Anton Messmer, der erste Wunderheiler mit dem Anspruch, wissenschaftlich eine (Selbst-) Heilungsreaktion erkannt und beschrieben zu haben und war somit einer der ersten wirklichen Alternativmediziner, was heißen soll: Heilen ohne (den Glauben an) Chemie, alleine durch die Heilungskräfte des Körpers.

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Quacksalber wurden damals all diejenigen benannt, die mit quecksilberhaltigen Rezepturen alles mögliche heilen wollten.

@hardworker

Köstlich, wie Hahnemann die Behandlungsbemühungen seiner Kollegen damals sarkastisch beleuchtet. Ob mit Aderlass oder Fontanelle (muß eine Art künstlich unterhaltener eiternden Dauerwunde gewesen sein), alles Bemühen zielte auf das Auslassen von die Gesundheit störenden Säften. Dass nach dem x-ten Aderlass so mancher keine Symptome einer Krankheit mehr zeigte, wurde als Erfolg der Schulmedizin gefeiert. Dass der Arme aber schon mehr tot als lebendig war und meist danach starb, durfte ein Hahnemann so offen nicht berichten. In seinen Berichten sehe ich den Kliniker von heute mit seinen technischen Geräten, für den der Patient Herr Schmitt nur der "Reizdarm" ist. Soviel zur Menschlichkeit und Überheblichkeit dieser Spezies!

Einige Dinge haben mich sehr beeindruckt:

1. Dass er die meiste Zeit der Behandlung einer Gesamt-Anamese (auch unter Verwendung von Berichten der Verwandten) widmete und alles aufschrieb, was bei seinen Kollegen damals nicht üblich war. Sie verlegten sich auf das Beeindrucken des Patienten mit unverständlichem aber ihn beeindruckendem Geschwätz.

2. Nur Stoffe (zuerst in höchster Potenz) verwendete, die er selbst an sich erprobt hatte und auch selbst zubereitete.

3. Er jegliche Kombination von Stoffen ablehnte, da eine scharfe Beobachtung dann nicht mehr möglich ist

4. Wenn ein Patient auf die Behandlung nicht anspricht, zuerst seine Lebensumstände näher beleuchtet und in Ordnung gebracht werden müssen.

5. Er selbst vor 200 Jahren 88 Jahre alt wurde und bis zuletzt in Paris praktiziert hat. Seine 2. Frau war mit 35 Jahren sicher nicht ganz unschuldig an seiner Energie.

6. Er profunde Kenntnisse in Hygienefragen hatte, die weit über den damaligen Stand der Wissenschaft hinausging.

7. Er sich den Haß der Ärzte- und Apothekerschaft redlich mit dem großen Erfolg bei seinen Patienten verdienen mußte

Leider ist Homöopathie heute ein riesiger Wirtschaftszweig, bei dem es um Profit geht. Ob die maschinell hergestellten Präparate überhaupt im Sinne von Hahnemann eine Wirkung haben können oder, wenn sie denn wirken, der Plazeboeffekt dafür verantwortlich ist, wäre zu untersuchen.

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@ Ölprinz [#13]

Soweit mir bekannt sind Fontanellen Bereiche am Kopf von Neugeborenen, wo die Schädelknochen noch nicht zusammengewachsen sind.

Grüße
tape

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@ Ölprinz [#13]

Er hat also perfekt schon vor +/- 200 Jahren das gemacht, was zu seiner Zeit die ideale Behandlung darstellte: gründliche Anamnese, Zuwendung, nil nocere (dem Patienten keinesfalls schaden). Das gilt alles auch heute noch. Auch ohne das Beiwerk Homöopathie war er also ein sehr guter Arzt. Deshalb kann ich kaum glauben, was H. nach Fluggerät's Zitat über die Schulmedizin gesagt haben soll. Vielleicht war der Zusammenhang ein anderer. Im Vergleich zu einer Quecksilber-Schmierkur oder einem Steinschnitt oder einer Schädelanbohrung war die Homöopathie damals die ideale Behandlung. Heute hat sie aber nur noch in Teilbereichen ihre Berechtigung.

Als Patient mit einer ernsthaften Erkrankung wäre es mir auf jeden Fall lieber heute und von einem Durchschnitts-Schulmediziner behandelt zu werden, also vor 200 Jahren von einem Spitzenarzt,der damals leider fast bar jeder Möglichkeit zur kurativen Hilfe war. Er konnte damals den Patienten meistens nur mit Autorität und Würde zum Durchhalten motivieren, bis die Krankheit von selbst geheilt war oder auch nicht. Und ein neutrales Pulverchen oder Wässerchen hat halt dazugehört, weil es noch zu wenig und kaum standardisierte Arzneien gab.

MfG

hw

MfG

hw

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@ Ölprinz [#13]

"Leider ist Homöopathie heute ein riesiger Wirtschaftszweig,"

Das trifft eher für die Naturheilkunde zu, die Vitamine und Naturstoffe wie Pharmaka vermarktet und damit Millionenumsätze machen.
Die Homöopahtie selbst hat keine Milliardenumsätze. Die Firma Schmidt-Nagel als bedeutender Hersteller homöopathischer Präparate nimmt für ein homöopathisches Mittel um die 5 € bei einer 200-er Potenz.
Damit verdienen sie Geld, aber reich werden sie damit nicht und eine Konkurrenz zur Pharmaindustrie sind sie damit auch nicht, schon gar kein Übernahmekandidat wie das Scheering war.

Dr. Rat macht mit seinen Vitaminpräparaten Millionenumsätze, ist aber kein Homöopath, sondern Naturheilkundler (und damit kein echter Alternativmediziner, weil er Natursubstanzen zum Heilen verwendet, statt ohne Chemie zu behandeln, wie mit Akupunktur und Homöopathie).
Aber auch der Dr. Rath zieht den Zorn der Schulmedizin auf sich, weil er etwas anders behandelt, als die Schulmediziner.
Trotzdem hat er weltweit viele Fans.

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@ fluggerät [#16]

Dr. Rath hat Ärger am Hals, weil/wenn er seine Mittel anstatt der klassischen Behandlung einsetzt.

MfG

hw

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@ hardworker [#17]

Aus wirtschaftlichen Gründen kann sich ein "guter" Arzt den Luxus eines langen Gesprächs, welches auch das familiäre und berufliche Umfeld ableuchtet, nicht mehr leisten. Wie anders soll er aber denn die Ursache einer Erkrankung feststellen? Deshalb wird dieses Feld lieber gleich ganz ausgeblendet und es wird nur noch nach Symptomen verschrieben.

Aber da kann ich auch gleich googeln und mein Rezept bei doc-Morris ausdrucken lassen, wenn es denn möglich wäre.

Nö, dieses Apparatesystem ist so nicht weiter finanzierbar und schon vom Ansatz her völlig rott. Am besten, man zündet diese Pharmawissenschaft an und schaut mal, was davon übrig bleibt. Außer Aspirin und einigen wenigen Grundstoffen vermutlich nix!

Da haben die Scharmanen mit ihrem Wissen um Heilkräuter viel mehr auf dem Kasten, als der Pharmareferent in seinem Probenkoffer, den er in jeder Praxis abstellt.

Ich selbst lebe zu ungesund, als dass der Wandschrank meiner Frau mit einigen hundert Fläschchen von Globuli aller Flavours mir jemals geholfen hätte. Die Kinder sprechen dagegen ganz gut auf das eine oder andere an.

@ fluggerät [#16]
Dieses Vitaminkartell zieht den Leuten auch noch den letzten Cent aus dem Sack. Wenn es denn helfen würde, in einer Gesellschaft des Überflusses. Ich kennen keinen, der Scorput hat!

Vielleicht sollte man die Kirchensteuer splitten und einen Teil davon den Ärzten zukommen lassen, damit sie ihre Aufgabe als "Beichtvater" besser honoriert bekämen. Wer geht heute noch in der Kirche zur Beichte!?

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@ Ölprinz [#18]

Ich verwende Vit C zur Krebsbehandlung unter anderem.

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@ fluggerät [#19]

Wie Linus Pauling habe ich Vit C hochdosiert eine ganze zeitlang eingenommen. Vor 20 Jahren übrigens! Ich fühlte mich gesund für den Moment (viele Monate), dann aber musste ich den Zins für den Aufschub einer Krankheit zahlen. Das war heftig! Mit Vitaminen kannst du bei mir nicht mehr landen!
/W

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@ Ölprinz [#20]

"Wie Linus Pauling habe ich Vit C hochdosiert eine ganze zeitlang eingenommen"

Eingenommen nützt es nichts, es muss infundiert werden und nützt auch nicht für jede Krankheit, sondern nur für einige, wie z. B. Vogelgrippe, Aids, Krebs.
Ein Allheilmittel ist es nicht, sondern wird kombiniert mit anderen Präparaten oder Methoden.
Die fettlöslichen Vitamine sind bei Dauereinnahme sogar gefährlich.

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