Erste Druschergebnisse und Gerstenpreise in Deutschland
Das warme Wetter der letzten Tage hat die Getreideabreife beschleunigt. Während im warmen Süden der Bundesrepublik ein erheblicher Teil der Gerste bereits gedroschen ist, beginnt man im Norden auf den leichteren Standorten mit vereinzeltem Probedrusch.
Die Erträge werden in einer großen Spannbreite von rd. 50 bis an die 80 dt/ha angegeben. Allerdings sind die Aussagen wenig repräsentativ, weil eine Vergleichbarkeit der Standorte nicht gewährleistet ist. Extreme Ernteausfälle werden genauso wenig genannt wie weit überdurchschnittlich Ergebnisse. Auffallend ist das vergleichsweise hohe Hl-Gewicht mit 62 und darüber.
Die Preise werden ebenfalls in einer großen Spannbreite von unter 15 bis an 19 €/dt genannt. Allerdings bleiben dabei die Ver- bzw. Einkaufsbedingungen häufig unklar. In den Überschussgebieten orientieren sich die Preise eher an den unteren Werten, während in den leergefegten Zuschussgebieten hohe Aufschläge für sofort greifbare Ware erzielt werden. In der kommenden Woche soll im Norden die Haupternte bei Gerste einsetzen.
Auf den typischen Roggenstandorten wird mit einer überdurchschnittlich hohen Ernte gerechnet.
Die Weizenanbauer dagegen sind höchst skeptisch gegenüber der raschen Abreife beim Weizen. Diese Getreideart braucht für ihre Kornfüllungsphase eine längere Zeit, um hochertragsreich zu sein. Angesichts der angekündigten heissen Tage in der nächsten Woche wird die Ausbildung der Weizenkörner zu schnell abgeschlossen, weil dafür das Wasser für den Nährstofftransport in der Pflanze nicht mehr reichen könnte.
Die bisherigen Schätzungen für die deutsche Getreideernte liegen bei über 46 Mio. t. Das ist ein leichter Zuwachs gegenüber den 44, 5 Mio. t des Vorjahres, bleibt aber im Mittelfeld. Eine bisherige Rekordernte lag bei knapp 50 Mio. t, ist aber heute aufgrund des starken Anbaus von Energiemais für Biogasanlagen nicht zu erreichen.