Höhere EU-Getreideernte infolge besserer Flächenerträge
In ihrer monatlichen Aktualisierung der Getreideprognosen hat die EU-Kommission eine Aktualisierung ihrer Ernteschätzung vorgenommen. Die EU-Gesamternte wird rd. 3 Mio. t höher auf knapp 310 Mio. t geschätzt.
Es bleibt jedoch dabei, dass das Rekordergebnis des Vorjahres mit 329 Mio. bei weitem nicht erreicht wird.
Die Weizenernte wird weitgehend unverändert eingestuft. Geringe Zuschläge von 1 Mio. t werden bei der Gerste veranschlagt. Deutlich höher als bisher angenommen soll die Maisernte mit einem Plus von 2 Mio. t ausfallen. Bei den übrigen Getreidearten sind nur geringfügige Veränderungen vorgenommen worden.
Maßgeblich für die Höherschätzung sind die unterstellten Flächenerträge, die aufgrund des Saatenstandes besser als bisher abschneiden sollen.
Auf der Verbrauchsseite finden sich in der Summe keine Veränderungen. Veränderungen in Teilbereichen heben sich gegenseitig auf. Die hohen Exporte von 40 Mio. t werden nochmal bestätigt.
Die Überlagerungsbestände werden nach den Kalkulationen der EU-Kommission von 47 auf 51 Mio. t ansteigen. Damit entsteht eine geringfügige Verbesserung der Versorgungslage, die aber kaum eine größere Preisbedeutung entwickeln dürfte.
Das Jahr 2015/16 wird geprägt durch hohe Anfangsbestände und einer guten Ernte, die über dem Durchschnitt der letzten Jahre liegt. Die Kombination dieser beiden Faktoren dürfte in der Erntezeitspanne zu gewissem Preisdruck aufgrund der Lagerkonkurrenz führen. Dabei kommt es jedoch entscheidend darauf an, wie schnell nacheinander die Teilernten erfolgen.
Die Terminkurse an der Pariser Börse zeigen wieder aufsteigende Tendenzen über die kritische Marke von 180 € je t. Dieses Kursniveau wird mit leicht steigender Tendenz auch für die weitern Liefertermine des Wirtschaftsjahres angehalten.