Juni-2025: MARS schätzt EU-Getreideerträge +1 % höher als im Mai
Das Agrarmeteorologische Institut der EU-Kommission (MARS) hat in der Jun.-25-Ausgabe seine Ertragsschätzungen zur Ernte 2025 gegenüber der Mai-Prognose um 1 Prozent höher eingestuft. Grundlage sind die Auswertungen der Klimadaten bis zum 14 Juni. Die Ergebnisse fließen in die kommende Ernteschätzung der EU-KOM ein.
Die Getreideerträge insgesamt wurden gegenüber dem Vormonat um +1 % höher eingestuft und liegen jetzt 6 % über dem 5-Jahresmittel.
Die Hektarerträge für Weizen werden im Vormonats- und Mehrjahresvergleich ebenfalls um den gleichen Betrag höher veranschlagt. Ursache sind die vergleichsweise günstiger als erwarteten Klimadaten. In Spanien sollen die Erträge aufgrund der sehr günstigen Feuchtigkeitsverhältnisse um +25 % über dem 5-Jahreschnitt liegen. Das wird auch für Rumänien erwartet. Im größten Anbaugebiet Frankreich wird nur ein +3 %iger Ertragsanstieg zum 5-Jahresmittel prognostiziert.
Für Deutschland, Polen sowie Slowenien werden tendenziell schwächere Ernten im Mehrjahresvergleich erwartet. Im Vergleich zur Mai-Prognose wurden die Ertragserwartungen um rd. -1 bis 2 % reduziert.
Die EU-durchschnittlichen Wintergerstenerträge wurden gegenüber der Vormonatsschätzung nochmal um +2 % erhöht und liegen damit um +10 % über dem 5-Jahresmittel. Auch hier ragen die Leistungen auf der iberischen Halbinsel mit Zunahmen von +22 %, in Frankreich (+17 %), Niederlande (+8 %) und Belgien (28 %) aufgrund der günstigen Standortverhältnisse im Vergleich zum sehr schwachen Vorjahr deutlich heraus. Auch die Sommergerste erreicht überdurchschnittliche Leistungen in den zentralen Anbaugebieten.
Roggen und Triticale werden im EU-Mittel unverändert zum Vormonat eingeschätzt, bleiben aber im mehrjährigen Durchschnittsbereich. Die höheren Ergebnisse werden in Finnland, den baltischen Staaten, Tschechei, Österreich und Spanien erwartet. In Deutschland und Dänemark werden die Ertragsprognosen etwas zurückgenommen.
Für K.-Mais schätzt MARS unveränderte Flächenerträge im Vergleich zum Vormonat. Das Niveau liegt jedoch rd. 5 % über dem 5-Jahresmittel. Steigende Werte werden in Rumänien, Bulgarien und Italien vorausgesagt. Für Deutschland Tschechien, Slowakei, Slowenien und Ungarn wurden die Voraussagen im Monatsvergleich etwas gekürzt.
Die EU-Rapserträge werden im EU-Schnitt nochmal höher eingestuft. Ertragssteigerungen werden in den baltischen Ländern, Bulgarien, Rumänien und Spanien erwartet. Dagegen werden die Hektarerträge in Deutschland, Tschechei, Polen, Österreich und Italien zurückgenommen.
Die insgesamt tendenziell besseren Ertragsaussichten im EU-Durchschnitt setzen sich aus sehr verschiedenen Ergebnissen in den einzelnen Anbaugebieten zusammen. Ausschlaggebend sind sehr unterschiedliche regionale Klimabedingungen mit Schwerpunkt in den letzten 3 Monaten. Auch für die kommende Zeit ist noch mit Änderungen insbesondere bei den spätabreifenden Früchten zu rechnen.