19.
02.26
12:34

Marktdatenanalyse & Prognosen – Düngemittelmarkt Europa KW 8

1. Regulatorisches Umfeld & Politische Signale

CBAM bleibt der dominierende Systemfaktor 

Der Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) der
Europäische Kommission
bestimmt weiterhin maßgeblich die europäische Düngemittelpreisbildung.

  • Erste Rückmeldungen aus der Industrie zeigen, dass CBAM-Meldepflichten und CO₂-Faktoren komplexer sind als erwartet, was die Importaktivität weiter verlangsamt.

  • In mehreren Mitgliedstaaten (v. a. Frankreich, Italien, Polen) verstärken sich politische Forderungen nach einer temporären Suspendierung des CBAM auf Düngemittel, um Kostensteigerungen in der Landwirtschaft abzufedern.

  • Die EU-Kommission verweist weiterhin auf die Notfallklausel (Art. 27a), will aber vor März keine Entscheidung treffen.

Marktwirkung:
Die Unsicherheit führt zu gedämpfter Handelsaktivität, Preise für Landwirte hoch, weswegen kaum gekauft wird. Das führt kurzfristig zu stabilen, teils leicht fallenden Preisen.


2. Preisniveau & Kostenentwicklung 19.02.2026

Stickstoffdünger (Urea, KAS, AHL)

  • Urea (EU-Importbasis): leichte Korrektur nach unten. Typische Rückgänge: –3 bis –8 €/t gegenüber Vorwoche.

  • KAS (CAN/AN): weitgehend stabil, minimal rückläufig.

  • AHL: konstantes Niveau, kaum Bewegung.

Hauptgrund:
Lagerbestände aus dem 4. Quartal 2025 wirken weiterhin preisdämpfend, während die Nachfrage moderat bleibt.


Phosphate (DAP/MAP)

  • Preisniveau weiterhin auf erhöhtem Plateau, aber ohne neue Impulse.

  • Händler melden leichte Nachlassverhandlungen, da die saisonale Nachfrage erst ab März/April stärker anzieht.


Kali (MOP/KCl)

  • Weiterhin einer der stabilsten Düngemittelmärkte.

  • Nur geringe Preisbewegungen, häufig ±1–2 €/t je Woche.


Gesamtbild Preise

  • Keine Preissprünge,

  • keine nennenswerten Preisrückgänge,

  • stattdessen: ruhige Seitenwärtsbewegung auf hohem Niveau.


3. Angebots- & Nachfrageentwicklung

Angebot

  • Importströme bleiben zurückhaltend, da Händler CBAM-Kosten exakter kalkulieren müssen.

  • Nordafrika und Nahost bleiben wichtigste Alternativlieferanten zu Russland/Belarus.

  • Europäische Produktion ist stabil, leicht gestützt durch niedrigere Gaspreise im Februar.

Nachfrage

  • In KW 8 zeigen sich erste Saisonvorbereitungen bei Landwirten, jedoch ohne starke Einkaufswellen.

  • Viele Betriebe warten auf:

    • finale CBAM-Kostensätze,

    • März-Angebotslisten großer Händler,

    • witterungsabhängige Düngeplanung.

Stimmung:
Vorsicht und abwartendes Verhalten dominieren weiterhin. Nachfrage wird erst ab KW 10–12 spürbar anziehen.


5. Zusammenfassung

Preisniveau und Trend

  • Die Preise bewegen sich seitwärts-abwärts, jedoch ohne Dynamik.

  • Der Markt wartet auf klare Signale – vor allem regulatorische Marktstruktur

  • Der EU-Düngemittelmarkt befindet sich in einer Phase geringer Liquidität, weil viele Händler „auf Zeit spielen“.

  • Importvolumen bleiben niedrig, aber (noch) ausreichend, um die Saison zu decken.

Risiken

  • Politische Eingriffe (CBAM-Aussetzung oder Verschärfung) können jederzeit kurzfristige Volatilität erzeugen.

  • Ein mögliches Wiederanziehen der Gaspreise stellt das größte externe Risiko dar.

Basisszenario (kurzfristig bis Mitte März):

  • Leicht nachgebende Stickstoffpreise

  • Stabile bis leicht sinkende Phosphatpreise

  • Sehr stabiles Kali

  • Fortgesetzte Zurückhaltung bei Großabnehmern

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