Aufgrund des Shutdowns in den US gibt es derzeit keinen neuen World Agricultural Supply and Demand Estimates (WASDE)‑Report des United States Department of Agriculture oder eine brandneue International Grains Council (IGC) Grains & Oilseeds‑Ausgabe, die über die zuletzt verfügbaren Ausgaben hinausgeht. Die folgenden Trends werden im Folgenden ohne diese Reports erstellt:
Weizen
Aktueller Trend: stabil bis leicht fallend.
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CBOT-Weizen (Dez 25) tendiert seitwärts mit leichten Wochengewinnen; Winterweizen versucht eine Bodenbildung. Euronext-Weizen bleibt gedämpft.
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EU-Seite: Die EU hob die Weichweizenproduktion 2025/26 auf ein 10-Jahres-Hoch von ~132,6 Mio. t an. Tatsächliche Ausfuhren aber schwach zum Saisonstart: bis 14.09. nur 4,01 Mio. t Soft-Wheat (-31 % j/j). Das erklärt den mangelnden Preisauftrieb trotz größerer Ernte.
2–4-Wochen-Prognose: leicht fallend / seitwärts.
Hohe globale Angebote (EU, Schwarzmeer) und verhaltene EU-Ausfuhren sprechen für Druck; Gegenbewegungen möglich, falls Tender (NA/Nordafrika) überraschend groß ausfallen.
Bestände/Exporte – bemerkenswerte Änderungen:
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EU-Cereals-Bilanz 2025/26 signalisiert höhere Produktion (EU-Getreide gesamt +7,3 Mio. t ggü. Aug-Schätzung) und verhaltene frühe Exporte.
Mais (Corn)
Aktueller Trend: fallend.
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Dez 25-Mais mit Oktober-Durchschnitt um $4,18/bu – niedriger als Feb-Pricing; Erntedruck und großes US-Angebot dominieren.
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EU-IGC-Ausschnitt zeigt 2025/26 ein sehr starkes US-Mais-Aufkommen; EU-Maisproduktion moderat geringer vs. 2024/25-Schätzung.
2–4-Wochen-Prognose: weiter leicht fallend, mit Stabilisierungstendenz nach Erntefortschritt oder bei Exportimpulsen (US-Gulf). Niedrige Binnenschifffahrtsschwankungen in den USA können kurzfristig Basis/Flows beeinflussen.
Bestände/Exporte – bemerkenswerte Änderungen:
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IGC/EC-Material deutet global auf komfortable Mais-Verfügbarkeit 2025/26; EU-Handelsdaten zum Saisonstart bleiben verhalten.
Rapssaat / Canola
Aktueller Trend: stabil bis leicht fallend.
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ICE-Canola (Nov 25) handelt zuletzt um ~613–617 CAD/t und liegt deutlich unter den Sommerhochs; Euronext-Raps pendelt um ~460–470 €/t (Schlusskurse Mitte Oktober).
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EU-Berichte: Rapssaat-Importe/-Ölflüsse bleiben wichtig; die EU bleibt Netto-Importeur bei Ölsaaten. (Ölsaaten-Dashboard / USDA Oilseeds World Markets & Trade).
2–4-Wochen-Prognose: seitwärts mit leichter Aufwärtschance.
Raps nimmt oft Impulse aus Energie/Öl und Pflanzenölmärkten auf; bei Stabilisierung des Rohöls oder festerem Pflanzenölkomplex sind technische Erholungen möglich.
Bestände/Exporte – bemerkenswerte Änderungen:
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EU-Ölsaaten-Dashboard signalisiert weiterhin hohe Importabhängigkeit; globale Ölfrüchte-Berichte (USDA) zeigen solide Versorgung, was Preisaufschläge begrenzt.
Rohöl (Brent/WTI) – für Agrarpreise relevanter Umfeldfaktor
Aktueller Trend: fallend.
Brent fiel zuletzt in Richtung ~61 $/bbl (5-Monats-Tief) amid Überhang-Sorgen (IEA) und Makro-Risiken (US-China-Spannungen).
2–4-Wochen-Prognose: seitwärts bis leicht fallend.
Solange Überhang-Narrativ und Nachfragesorgen dominieren, bleiben Dips möglich; Gegenrisiko: kurzfristige geopolitische Störungen.
Relevanz für Raps/Ölsaaten: Schwächeres Öl dämpft Biodiesel-/Pflanzenöl-Komplex – kurzfristig Gegenwind für Raps/Canola.
Kurzfazit (2–4 Wochen)
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Weizen: stabil → leicht fallend (starkes Angebot, schwacher EU-Exportstart).
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Mais: fallend (Erntedruck/komfortable Versorgung).
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Rohöl: fallend/seitwärts (Überhang-Story).