Marktanalyse – 22.09.2025
Weizen, Mais und Raps (Euronext)
Aktuelle Entwicklung
Am Freitagabend schlossen die wichtigsten Agrarrohstoffe an der Euronext schwächer. Weizen, Mais und Raps litten unter Gewinnmitnahmen. Die technischen Unterstützungszonen bleiben jedoch intakt:
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Weizen (Dezember 2025): 189–190 €/t
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Mais (November 2025): 185–196 €/t
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Raps (November 2025): über 470 €/t
Die europäischen Märkte bewegen sich weiterhin im Spannungsfeld aus technischen Faktoren, hoher Volatilität des Euro/Dollar-Kurses, reichlichem Angebot und starker Konkurrenz aus dem Schwarzmeerraum.
Fundamentale Lage – Mais in Frankreich
Laut FranceAgriMer erreichten am 15. September bereits 93 % des französischen Maisbestands einen Feuchtigkeitsgehalt von 50 %. Dies liegt klar über dem Fünfjahresdurchschnitt von 80 % und deutlich über den 60 % des Vorjahres.
Die Ernte schreitet dagegen nur langsam voran: bisher wurden lediglich 5 % der Flächen geerntet (Fünfjahresmittel: 6 %). Viele Landwirte warten bewusst, um die natürliche Trocknung auf dem Feld auszuschöpfen.
Bullische Faktoren
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Unterstützungszonen bei Weizen, Mais und Raps halten weiterhin.
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Verzögerte Maisernte in Frankreich könnte das verfügbare Angebot kurzfristig verknappen.
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Euro/Dollar-Volatilität kann Exportchancen für EU-Getreide verbessern.
Bärische Faktoren
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Anhaltend hohes globales Angebot, insbesondere aus dem Schwarzmeerraum.
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Gewinnmitnahmen belasten die Stimmung an den Terminmärkten.
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Technisch dominierte Märkte mit empfindlicher Reaktion auf Kursschwankungen.
Prognose / Tendenz
Kurzfristig dürften die Märkte seitwärts tendieren, solange die Unterstützungszonen halten. Mittelfristig bleibt das Überangebot ein Belastungsfaktor, während wetterbedingte Verzögerungen in Frankreich und die Währungslage für temporäre Aufwärtsimpulse sorgen könnten.