Agrarmeteorologisches Institut der EU-Kommission (MARS) schätzt hohe EU-Getreideerträge
Im monatlichen Bericht zur Beurteilung des Saatenstandes in den Ländern der EU kommt das agrarmeteorologische Institut MARS zu dem Ergebnis, dass nach Auswertung der bisherigen Klimadaten hohe Ertragserwartungen bei den Getreidearten wahrscheinlich sind.
Als Maßstab wird der Durchschnittswert aus den Jahren 2010 bis 2014 zugrunde gelegt.
Wesentlich verantwortlich für die hohen Erträge sind das günstige Frühjahr und die bisher ausreichenden Niederschläge. Davon haben die skandinavischen Länder, nördliche Teile Großbritanniens und das Alpengebiet profitiert. Zu trocken war es in östlichen Teilen Spaniens und an der adriatischen Küste. Die westlichen Regionen an der nordafrikanischen Mittelmeerküste haben ebenfalls überdurchschnittliche Niederschläge erhalten. Die hohe Inlandserzeugung dort wird dazu beitragen, dass der Importbedarf an Getreide im Wirtschaftsjahr 2015/16 niedriger ausfällt.
Überdurchschnittliche Ergebnisse sind beim Weizen von Spanien über Frankreich, Deutschland bis nach Polen zu erwarten. Großbritannien, Dänemark und Schweden zählen ebenfalls zu dieser Kategorie hoher Ertragserwartungen. Nur mittlere Erträge werden in Südost-Europa mit Ausnahme Bulgariens und in Italien sowie in den baltischen Staaten und Finnland erwartet.
Die Ertragsprognosen für Gerste fallen weniger gut aus. Großbritannien, Dänemark, Deutschland, Italien und Spanien sollen nur mittlere Erträge erreichen. Unterdurchschnittlich sind die Aussichten für Gerste in Ungarn und Rumänien.
Das Institut weist aber darauf hin, dass für die kommende ertragsentscheidende Zeitspanne der Kornausbildung noch ausreichend Regen fallen muss, damit der steigende Wasserbedarf der Pflanzen gedeckt wird. Daher stehen die Prognosen noch unter Vorbehalt.