MARS mit erster Ertragsschätzung 2025
Das Agrarmeteorologische Institut der EU-Kommission (MARS) hat auf der Grundlage der Klimadatenauswertung eine erste Ertragsprognose veröffentlicht.
Wassermangel ist zurzeit der größte Problemfaktor auf EU-Ebene. Frost und Wasserüberschuss betrafen kleinere Gebiete. In einigen Gebieten kam es zu kombinierten Ereignissen, die erhöhte Risiken für die Ernten mit sich bringen. Bisher haben die meisten dieser Ereignisse (noch) keine irreversiblen Auswirkungen auf die Erträge gehabt.
In Rumänien und Bulgarien herrschen trockene Böden vor, insbesondere im Südwesten Rumäniens und Nordwesten Bulgariens. Auch in Ungarn behinderte ein erhebliches Niederschlagsdefizit die Entwicklung der Winterkulturen. In den südlichen Regionen Rumäniens haben kalte Temperaturen die frühe Pflanzenentwicklung gestoppt.
In Norddeutschland war der Zeitraum vom 1. Februar bis 15. März der trockenste seit Beginn der Aufzeichnungen. Raps und Wintergetreide benötigen daher mehr Wasser, um ihr Potenzial zu erhalten.
In Ostdeutschland und Westpolen wurde ein schweres Frostereignis beobachtet, wo die spärliche Schneedecke die Kulturen lokal Frostschäden ausgesetzt haben könnte.
Trockene Böden in Ostpolen und Tschechien könnten problematisch werden, wenn die Winter-kulturen wieder wachsen und Sommergerste ausgesät werden muss.
In Süd- und Westeuropa gab es in einigen Regionen übermäßige Niederschläge.
In Südportugal und -spanien dürften die seit Januar anhaltenden und erwarteten Niederschläge die Feldarbeiten behindern.
Ähnliche Bedingungen sind in Nordost- und Mittelwestitalien mit lokaler Staunässe zu beobachten. Nordfrankreich verzeichnete insbesondere im Januar überdurchschnittliche Niederschläge, die das Wurzelsystem beeinträchtigten und die Pflanzen in einem ähnlichen Zustand wie im Vorjahr zurückließen. Die trockeneren Bedingungen Anfang März brachten zwar Erleichterung, konnten die Situation aber nicht vollständig lösen.
In der Ukraine betraf das Niederschlagsdefizit das gesamte Land; bisher beschränken sich die negativen Auswirkungen auf die Pflanzen auf die östlichen Regionen, wo der ungünstige Saisonstart anhält.
In den meisten Teilen der EU befinden sich die Winterkulturen in recht gutem Zustand. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gibt es weniger und tendenziell kleinere Gebiete, in denen die Ernten derzeit von ungünstigen Wetterbedingungen betroffen sind. Es gibt jedoch eine Reihe von Problembereichen, für die die kommenden Wetterbedingungen entscheidend sein werden. Regionen, in denen die Ernten irreversibel beeinträchtigt wurden, beschränken sich weiterhin auf Teile Rumäniens und Bulgariens sowie (schwerwiegender) auf die Ostukraine, Marokko und Westalgerien.
Die Wetterbedingungen waren im Allgemeinen günstig für die Saatbettbereitung, die Aussaat von Sommergetreide und andere Feldarbeiten. Die Ernteertragsprognosen zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison basieren überwiegend auf historischen Trends, was zu Zahlen auf EU-Ebene führt, die über den schlechten Ergebnissen des Vorjahres und über dem Fünfjahresdurchschnitt liegen.