MARS: Abwärtskorrektur der Getreideerträge in Europa.
Das Agrarmeteorologische Institut der EU-Kommission (MARS) hat in seiner Aug.24-Ausgabe eine Verringerung der EU-Flächenerträge auf der Grundlage von Klimadaten veröffentlicht. Die Ergebnisse fließen in die kommende Ernteschätzung der EU-KOM ein.
Die Getreideerträge insgesamt wurden gegenüber dem Vormonat um -3 % niedriger eingestuft und liegen jetzt -2 % unter dem 5-Jahresmittel.
Die Hektarerträge für Weizen werden um -3 % im Jahres- und Mehrjahresvergleich geringer eingeschätzt. Ursache ist die hohe Feuchtigkeit im Westen und Nordosten der EU. Für Frankreich wird ein -15 %iger Ertragsrückgang zum Vorjahr festgestellt. Auch Belgien verzeichnet Ertragseinbußen von -9 %. In jüngster Zeit hat es die baltischen Länder besonders betroffen. Auch in Italien sind -9 %ige Ernteminderungen ermittelt worden.
Im Gegenzuge wurden in Spanien und Portugal +18 bis +20%-ige Zunahmen der Weizenerträge erreicht. In Rumänien und Bulgarien sind die Flächenleistungen um +11 bis +12 % gestiegen. Allerdings waren die Vorjahresernten äußerst schwach.
Die EU-durchschnittlichen Wintergerstenerträge wurden gegenüber der Vormonatsschätzung zwar nochmal gekürzt und bleiben -5 % unter dem 5-Jahresmittel. Auch hier ragen die Leistungen auf der iberischen Halbinsel mit Zunahmen von +13 bis +19 % zwar heraus. Dagegen fallen die Ergebnisse in Frankreich (-19 %), Niederlande (-12 %) und Belgien (-8 %) aufgrund der nassen Verhältnisse deutlich nach unten ab. Die Sommergerste erreicht überdurchschnittliche Leistungen.
Roggen und Triticale wurden zum Vormonat um -1 % gekürzt, bleiben aber um +1 % über den mehrjährigen Durchschnittswerten. Die besten Ergebnisse wurden wiederum in Spanien und Portugal mit Ertragsverdoppelungen zum katastrophalen Vorjahr erzielt. Im Mehrjahresvergleich bleiben aber immer noch respektable Leistungen von +21 bis +23 %.
Für K.-Mais schätzt MARS Ertragsrückgänge von -3 bis -4 %. Stark betroffen sind Rumänien und Bulgarien mit trockenheitsbedingten Ertragseinbußen von -13 bis -18 % zum Vorjahr. In Frankreich (-11 %), Niederlande (-15 %) und Belgien (-13%) wird ebenfalls mit deutlich geringeren Flächen-leistungen gerechnet.
Die EU-Rapsernte wird im Vergleich zum Vormonat niedriger eingestuft und bleibt mit – 3% unter Vorjahr. In Schweden und einigen baltischen Staaten werden nach dem schwachen Vorjahr jedoch gut durchschnittliche Erträge erreicht. Das gilt auch für die iberische Halbinsel. Überraschend schwach ist das Ergebnis für das 4.-größte EU-Anbaugebiet Tschechei mit einem Rückgang von -11 %.
Die Flächenerträge für Deutschland werden in einer Spanne von + 4% (Roggen) bis -8 % (Wintergerste) eingeordnet.