MARS schätzt EU-Flächenerträge 2025 leicht über 5-Jahresmittel
Das agrarmeteorologische Institut der EU-Kommission (MARS) hat in seiner Mai-Ausgabe die Ertragserwartungen in der EU auf der Grundlage der regionalen Wetterdaten aktualisiert.
Das Frühjahr 2025 war in Nordwesteuropa von einem starken Niederschlagsdefizit geprägt. Die Benelux-Länder, Nordfrankreich, Deutschland, West- und Südpolen sowie Schweden erlebten einen der trockensten Frühlinge seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Dies hat Bedenken hinsichtlich der Ertragserwartungen, insbesondere für Winter- und Frühjahrskulturen, geweckt, während die tatsächlichen Auswirkungen bisher nur lokal beobachtet wurden.
In Deutschland sind die negativen Auswirkungen auf die Ernten bisher nicht signifikant. Sie dürften jedoch in den kommenden Wochen deutlicher werden, da voraussichtlich das Bodenwasser vor allem im Norden unzureichend bleibt.
Die Iberische Halbinsel, Italien und Griechenland profitierten von reichlich Regenfällen, was zu positiven Ertragserwartungen führte, insbesondere in Spanien und Portugal, wo die Erträge voraussichtlich 15–20 % über dem Fünfjahresdurchschnitt liegen werden.
Ausreichende Niederschläge konnten die in der April-Vorschau geäußerten Bedenken für Bulgarien und Rumänien zerstreuen.
Die Aussaat von Körnermais, Sojabohnen und Sommergerste ist in ganz Europa weitgehend abgeschlossen, auch wenn sie sich in Portugal und Nordspanien aufgrund übermäßiger Niederschläge zunächst verzögert hat.
Tatsächliche Auswirkungen führen zu unterdurchschnittlichen Ertragserwartungen für die Ostukraine, die Türkei, den westlichen Maghreb und Zypern.
Die EU-durchschnittlichen Hektarerträge werden durch die gegensätzlichen Bedingungen in den Einzelregionen weitgehend ausgeglichen. Gegenüber der Vormonatsschätzung im April 2025 lassen sich keine nennenswerten Änderungen herleiten.
Beim Vergleich zum 5-Jahresdurchschnitt wird für die Ernte 2025 von einer tendenziell höheren Ertragserwartung ausgegangen. Aber die Wetterverhältnisse im kommenden Monat Juni werden noch einmal eine ganze entscheidende Rolle bei der Ertragsbildung spielen. Bei den Herbstfrüchten sind auch die weiteren Monate ausschlaggebend.