MARS schätzt Hektarerträge wie im Vormonat, aber über 5-Jahresniveau
Das Agrarmeteorologische Institut der EU-Kommission (MARS) hat in seiner jüngsten Mai-24-Ausgabe die voraussichtlichen Hektarerträge in den EU-Ländern auf der Grundlage der Klimadaten-Auswertung vorausgeschätzt. Die Einzelergebnisse sind in einer 50-seitigen Broschüre mit vielen Grafiken und Bildern ausführlich dargestellt.
Die Wetterbedingungen in den einzelnen Anbauregionen waren recht unterschiedlich. In Spanien und Portugal sind in den letzten beiden Monaten ausreichende Niederschläge gefallen, so dass mit deutlich günstigeren Erträgen gerechnet wird.
Dagegen wurden in Teilen Frankreichs, Beneluxstaaten, Großbritannien und Dänemark die Aussaat durch hohe Wassermengen stark verzögert; mit Ertragseinbußen wird gerechnet. Das gilt auch für die PO-Ebene Oberitaliens.
Dagegen kämpfen Süditalien, die Türkei und Zentralpolen mit Regendefizit; entsprechend werden die Ertragsaussichten niedrig geschätzt. Das gilt auch für weite Teile des europäischen Russlands (Southern District), dem Hauptgetreideproduktionsgebiet.
Frostschäden werden aus Südschweden, Teilen Nordrusslands und in südwestlichen Gebieten Deutschlands festgestellt.
Insgesamt kommt das Institut zu der Einschätzung, dass im Durchschnitt die Hektarerträge in etwa auf Vormonatsniveau liegen. Im Vergleich zum 5-jährigen Mittel wird jedoch ein um 1 bis 5 % höheres Ertragsniveau je nach regionalen Anbauschwerpunkten der Kulturen vorausberechnet.
Eine Vorschau auf die Ernteergebnisse liefert die EU-KOM am Ende des Monats. Dabei werden zu den MARS-Ertragsschätzungen zusätzlich die Anbauflächen mit einbezogen.