Aussaat und Bestand der EU-Wintersaaten überwiegend gut - aber auch Ausnahmen.
MARS, das agrarmeteorologische Institut der EU hat in seinem Novemberbericht bestätigt, dass die Witterungsbedingungen in den meisten europäischen Regionen für die Aussaat und erste Bestandsentwicklung in der Mehrzahl der Fälle günstig gewesen sind. Die Niederschlagsverteilung erlaubte ausreichend Zeit, um die Bestellarbeiten weitgehend termingerecht zu erledigen, förderte aber auch infolge ausreichender Feuchtigkeit einen zügigen Saatenaufgang.
Günstig waren die Bedingungen in Osteuropa und den südlichen Mittelmeerländern. Zwar wurden die Aussaattermine etwas verschoben, aber die nachfolgende Wetterperiode mit warmen Temperaturen und guter Bodenfeuchtigkeit hat den zeitlichen Rückstand schnell wieder wettgemacht.
Etwas durchwachsener waren die Verhältnisse in Zentral- und Westeuropa wie Deutschland, Benelux-Staaten und Norditalien. Die Niederschläge konzentrierten sich auf wenige Tage, lieferten ausreichend Feuchtigkeit, ließen aber mit zeitlicher Verzögerung die Aussaat noch hinreichend termingerecht zu. Die Bestände haben sich zwischenzeitlich durchaus zufriedenstellend entwickelt.
In Frankreich - dem größten europäischen Getreideproduzenten - waren die Aussaatbedingungen durch häufige und länger andauernde Niederschläge in der zweiten Oktoberhälfte beträchtlich verzögert worden. Die Bestellarbeiten wurden bis weit in den November hinausgezögert. Die Bestandsentwicklung bleibt hinter früheren Jahren zurück, ist aber nicht besorgniserregend.
Für die übrigen Wintergetreidearten Roggen und Gerste sind ähnliche z. T. bessere Verhältnisse festgestellt worden.
Zwar ist es zu früh, aus den bisherigen Beobachtungen verlässliche Aussagen zur kommenden Ernte 2014 ableiten zu wollen. Auswinterungsschäden und wechselnde Bedingungen in der Frühjahrsentwicklung sowie Ertragsbildungsphase üben einen deutlichen stärkeren Einfluss auf das Ernteergebnis aus. Dennoch: der europäische Start in das neue Getreidewirtschaftsjahr gehört mit zu den besseren Ausgangsbedingungen der letzten Jahre.