US-Maisversorgung 2013/14 im Focus der Preisbildung
Trotz fehlender Marktberichte aus dem geschlossenen amerikanischen Landwirtschaftsministerium (USDA) schätzt man in Marktkreisen, dass die US-Maisernte zu einem Drittel eingefahren ist, während die Sojabohnen zu 50 % gedroschen worden seien.
Die Informationen zu den Druschergebnissen bleiben punktuelle Einzelinformationen, deren Repräsentativität zurzeit nicht überprüft werden kann. In der Tendenz neigt man zu einer Höherschätzung der Flächenerträge als im letzten USDA-Bericht Anf. Sept-2013 zugrunde gelegt wurde.
Es fehlen auch endgültige Zahlen zu den Ernteflächen, die als Grundlage für die Ernteschätzung herangezogen werden müssen.
Zur Unsicherheit auf der Angebotsseite kommen neue Irritationen auf der Verwendungsseite hinzu. Unter dem Deckmantel fehlender staatlicher Kontrollen zu den Ausfuhren schießen Gerüchte in Kraut, dass die Chinesen in ungewöhnlich hohen Maße Mais- und Sojakäufe abgeschlossen haben sollen. Die aktuell fehlenden Informationen der staatlichen Überwachungsbehörde wirken sich zwar nicht auf die derzeitigen Preise aus, aber in einer späteren Bilanzierung werden diese Exportmengen zu Kurskorrekturen führen.
Im Maissektor verunsichern Überlegungen zur Mengensteuerung der Bioethanolerzeugung die Preisfindung. Von den zuständigen Stellen werden Obergrenzen der Erzeugung aus verschiedenen Rohstoffen diskutiert. Dabei soll die Verwendung von alternativen Ausgangsmaterialien Vorrang genießen, die nicht in der unmittelbaren Nahrungs- und Futtermittelkonkurrenz stehen. Das könnte, muss aber nicht - die bisherige Verwendung von Mais verringern. Eine Beschlussfassung liegt noch nicht vor.
Die Verbindung der erwarteten US-Rekordernte und einem möglichen nachgebenden Inlandsverbrauch an Mais führt zu Spekulationen eines weiteren Drucks auf die Maiskurse unter 4 $ je bu (11,50 €/dt). Dem stehen jedoch zurzeit die ungeklärten US-Maisexporte und die preistreibende Knappheit auf dem globalen Weizenmarkt gegenüber.
Das bevorstehende vorläufige Ende des „shut down“ in den USA könnte nach einer Phase nachzuholender Aufarbeitung wieder mehr konkrete Orientierungshilfen in das Markt- und Preisgeschehen bringen. Möglicherweise ist auch mit zwischenzeitlichen Überraschungseffekten und Preisturbulenzen zu rechnen, wenn die offiziell ermittelten Daten nicht in Übereinstimmung zu den Einschätzungen der Marktteilnehmer stehen.