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07.13
17:15

Ägypten - Weltgrößter Importeur von Weizen zur Subventionierung von Fladenbrot

"Aesh, Horreya, Adela igtamaya - wa kahraba."

Morsi’s größter Fehler. Warum der ägyptische Ministerpräsident gestürzt wurde.

Ägyptens neuer Versorgungsminister macht die gestoppten Weizenimporte für den vorzeitigen Abgang Morsi, s verantwortlich. Seit Jahrzehnten wird in Ägypten Weizen in einer Größenordnung von jährlich 10 Mio. t importiert, vom Staat in subventionierter Form zu Herstellung von Fladenbrot an die breite Bevölkerung weitergegeben. Unter Mursi’s Regierung wurde unter dem Druck hoher Weizenpreise bei finanziell schwieriger werdenden Verhältnissen der regelmäßige monatliche Einkauf für mehrere Monate (ab Febr. bis Ende Juni 2013) eingestellt. Als Begründung verwies man auf  die Erwartung höherer eigener Ernten und  ausreichend hohen Reservebestände, die bis zum Jahresende reichen sollten. Man habe aber mehr geschätzt als verlässliche Daten erfasst.

Nach den jetzigen Feststellungen sollen statt 6,5 Mio. t nur noch 3,5 bis 3,7 Mio. in den Lagern vorhanden sein. Das aber weiss keiner so genau, denn das Weizenversorgungs-system gilt als korrupt, wo jeder, der Zugang hat, sich seinen Teil daraus nimmt. Daran hat sich nichts geändert. Schmuggel und Verschwendung seien an der Tagesordnung.

Die Brotweizensubventionierung kostet in Verbindung mit der Spritverbilligung den Staat jährlich ein Viertel seines Haushaltsvolumens. Eine spürbare Einschränkung der Staatssubventionierung ist in Ägypten eine hochsensible Angelegenheit, an denen schon früherer namhafte Ministerpräsidenten (Mubarak, Sadat) gescheitert sind. 

Der neue Versorgungsminister hat in seinen ersten Amtstagen etliche Verhandlungen zur Einfuhr von Weizen aus dem Schwarzmeergebiet geführt. Die Größenordnungen der ersten Lieferungen gehen in die halbe Mio. t  und würden erst mal für 2 Monate Versorgungs-sicherheit  bieten. Weiter Einkäufe werden folgen

Die Finanzierung bleibt unklar. Andeutungen über Kredite und Hilfen über 12 Mio. Dollar aus den Golfstaaten sind im Gespräch. Angebliche russische Finanzhilfen wurden dementiert. Im Übrigen würde sich die eigene Wirtschaft bald wieder erholen, so dass die Eigenfinanzierung wieder auf sicheren Füssen stehe.

Man werde das System der Ausgabe von smart Cards (Nahrungsmittelkarten) vervollständigen, bis die Lage sich wieder stabilisiert hat. Danach wird man die notwendigen Mengen neu bestimmen.

 "Aesh, Horreya, Adela igtamaya - wa kahraba." (Brot, Freiheit, soziale Gerechtigkeit - und Elektrizität)

Ob sich die ägyptischen Pläne durchsetzen lassen, mag bezeifelt werden. Jedenfalls ist davon auszugehen, dass der Weizenimport Ägyptens nicht mehr den Umfang früherer Jahre erreichen wird.

Mittlerweile dürfte dann China zum weltgrößten Weizenimporteur aufsteigen.

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