22.
08.15
17:41

Argentinien: Wetter und Politik unberechenbar für Getreidemarkt

Ungünstige Bedingungen für Argentiniens Getreideerzeugung:

300 mm Regen in 10 Tagen  - El-Niño-Wetter

Die Getreideerzeugung 2015/16 Argentiniens steht unter mehreren ungünstigen Vorzeichen: das El Niño-Wetter sowie Neuwahlen mit unsicheren Ausgang für die zukünftigen Exportbedingungen.

Die Weizenanbaufläche Argentiniens soll nach jüngsten Schätzungen von 4,4 auf nur 3,7 Mio. Hektar zurückgefallen sein. Wesentliche Ursache sind die Exportsteuern des Staates, der damit seine Einnahmen finanziert. Die argentinische Weizenerzeugung ist ohnehin schon auf dem Rückzug.

Im Oktober finden Neuwahlen mit unsicherem Ausgang statt. Die bisherige Präsidentin mit ihrer konservativen Partei kann möglicherweise abgelöst werden. Damit verbunden wäre ein Politikwechsel mit neuen Regelungen für die Agrarausfuhren. Der argentinische Staatshaushalt wird zu 40 % von  Exportsteuern auf Agrarprodukte finanziert.

Die bisherige Vegetationsperiode ab Juli/Aug.-15 wird geprägt durch eine ungewöhnliche Niederschlagsaktivität in den Hauptanbaugebieten: über 1.000 mm Niederschlag (mehr als eine Jahresmenge) und die regenstarke Zeit steht erst noch bevor. In der Provinz Buenos Aires sind innerhalb von 10 Tagen 300 mm Niederschlag gefallen. Das hat zu Überschwemmungen und Verwüstungen auf den Weizenfeldern geführt. Man rechnet zurzeit mindestens mit 6 % Totalverluste. Hohe Feuchtigkeit fördert im weiteren Ertragsverlauf auch das ertragsschädigende Pilzwachstum auf den Getreidepflanzen.

Die in den Monaten November/Dezember 2015 erwartete Weizenernte wurde bis vor kurzem noch auf 11,1 Mio. t (Vorjahr 12,5 Mio. t) geschätzt. Nach den jüngsten Ereignissen könnte das Ergebnis niedriger ausfallen.

Argentinien ist Weizenexporteur von etwa 6 Mio. t je Jahr. Das Hauptzielgebiet ist das benachbarte Brasilien. Schon 2013 gelang es, nicht den erforderlichen Weizen zu liefern, weil ein Frosteinbruch die Bestände teilweise vernichtete. Die USA haben mit 4 Mio. t Weizen ausgeholfen.  

Die unkalkulierbaren Wetterbedingungen sind möglicherweise schon als Vorboten des El Niño-Wetterphänomens zu betrachten. Während es im Pazifischen Raum zu Trockenzeiten kommt, erhält das südöstliche Südamerika extrem hohe Niederschlagsmengen, die zu Überflutungen u.a. Schäden führen können. In diesem Jahr 2015/16 soll ein intensives EL Niño-Wetter eintreten, das bis in das Frühjahr 2016 hineinreichen soll. Das jedenfalls liefern die Auswertungen der Meßergebnisse des australischen Wetteramtes.

Der Maisanbau in Argentinien nimmt im Laufe der Jahre ständig zu. Als zweitgrößter Exporteur von Mais spielt Argentinien mit 15 Mio. t eine beachtliche Rolle im internationalen Maishandel. Die Monate Sept./Okt. sind die Hauptzeiten für den Anbau. Die Ernten finden in den Monaten März/Apr/Mai-16 statt.  Überflutete Felder könnten zu Be- und Verhinderungen der rechtzeitigen Bestellung führen. Die weiteren Aussichten auf das argentinische Maisjahr sind sehr unsicher. El-Niño-Wetterjahre sind unberechenbar.

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