20.
02.15
15:28

Big Data - ein neuer Produktivitätsschub?

USDA: Agricultural Outlook Forum  -   Visionen für die zukünftige Landwirtschaft

Ende Febr.  eines jeden Jahres lädt das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) zu einem mehrtägigen Treffen führender Landwirtschaftsexperten ein, die sich mit Vorträgen und Diskussionen um die zukünftige Entwicklung der Agrarwirtschaft in den USA und weltweit auseinandersetzen. Die Zeremonie beginnt mit einer Eröffnungsansprache des neu ernannten Chefökonomen im USDA Dr. Johanssen.

Im ersten Teil seiner Rede wurde ein weiter Bogen geschlagen von der Entwicklung der Landwirtschaft nach dem 2. Weltkrieg bis zu den heutigen Perspektiven. Dabei wurden vom Redner Meilensteine der Produktivitätsentwicklung herausgestellt.

Die erste Mechanisierungswelle nach dem 2. Weltkrieg erhöhte das Leistungspotenzial in großen Schritten. Statt Pferde, Mulis und Muskelkraft beherrschte der Traktor fortan die landwirtschaftliche Arbeitserledigung. Mit der PS-starken Maschinenschlagkraft verbreitete sich in den 70er Jahren die Minimalbodenbearbeitung mit der Folge von Kostenersparnis, ohne Ertragsminderung in Kauf nehmen zu müssen. Anfang der 90er Jahre begann die Ära der satellitengesteuerten Präzisionslandwirtschaft auf den großen Flächen Amerikas. Noch vor Beginn des 21. Jahrhundert setzte sich die Gentechnik mit ihrer Resistenzzüchtung bei der Unkraut- und Schädlingsbekämpfung im weit überwiegenden Teil der weltweiten Landwirtschaft durch.

Den neuesten Boom zur Produktivitätssteigerung erwartet der amerikanische Chefökonom in der vermehrten Anwendung der Massendatentechnik. Automatisierte Datenerfassung bis ins Detail, die simultane Datenverarbeitung und die Nutzung der Ergebnisse werden zur zeitechten Steuerung in allen Bereichen der Produktion, der Lagerung und Aufbereitung bis hin zur Vermarktung umgesetzt. Optimierungssteuerung von der Aussaat bis zum Verbrauch sollen Fehlentwicklungen noch bei ihrer Entstehung ausschalten. Neben effizienteren Produktionsabläufen sollen auch die Vermarktungstechniken eingezogen werden. Mehr Markttransparenz könnte unproduktive Preisschwankungen besser austarieren.  

In einem weiteren Teil des Eröffnungsvortrages wurde es konkreter mit einem Ausblick auf die Agrarmärkte der kommenden Jahre. Dabei spielten die weltweiten Ausfuhrchancen amerikanischer Agrarprodukte eine gewichtige Rolle. Steigende Mais- und Sojaausfuhren mit Schwerpunkt in Richtung China wurden bis zum Jahre 2024 prognostiziert.

Für das bevorstehende Jahr 2015/16 wurden die weltweit gestiegenen Vorräte bei den wichtigsten Feldfrüchten herausgestellt. In Erwartung einer durchschnittlichen Ernte 2015/16 fielen die Prognosen für die Erzeugerpreise eher gemäßigt aus. Der Chefökonom verwies auf die günstigen Rohölpreisbedingt günstigen Betriebsmittelpreise für Dünger Pflanzenschutz, Treib- und Heizstoffe sowie niedrige Transportkosten. Hohe Erntemengen tragen ebenfalls zu Einkommensstützung bei.

Für das Jahr 2015 wird in der amerikanischen Viehhaltung teilweise mit erheblichen Preiseinbußen zu rechnen sein. Mit Ausnahme von Rind- und Geflügelfleisch werden für Schweinefleisch und  Milch Minderungen von 26 % im Vergleich zum Vorjahr prognostiziert. Allerdings zeichnete sich das 2014 durch ein „Jahrhundertergebnis“ aus.  

Das Einkommen der US-Landwirtschaft und  regional werden die Bodenpreise  kräftig fallen, dennoch bleiben das Verhältnis von Schulden zum Eigenkapital auf überdurchschnittlichem Niveau.

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