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02.16
12:07

Chinas Getreidevorräte auf Höchststand

Chinas Getreideerzeugung boomt – über 50 % der Ernte im staatlichen Vorratslager

Während die chinesische Reiserzeugung weitgehend konstante Erntemengen liefert, wurde  die chinesische Getreideerzeugung innerhalb von 10 Jahren um über ein Drittel gesteigert. Nachdem in den Jahren 2003 bis 2006 die Vorratsbestände unter die notwendig erachtete Marke von 35 % des Verbrauchs gesunken waren, wurde die Versorgungslage für chinesische Verhältnisse kritisch. Der Staat führte Mindestpreisgarantien für Mais und Weizen ein, die mit rd. 350 $ je t weit über dem internationalen Niveau lagen. In der Folgezeit stieg die Erzeugung sprunghaft an. Die staatlichen Vorratsläger füllten sich zunehmend und erreichen Jahre 2015/16 ein Niveau von mehr als 50 % einer Getreideernte.

Trotz der reichlichen Vorräte verzehnfachten sich die Getreideimporte auf über 25 Mio. t. im Jahre 2014/15. Der Hintergrund für diese gegensätzliche Entwicklung waren die mehr oder weniger offenen Grenzen, die es ermöglichten preiswerteres Getreide einzuführen. Davon profitierten insbesondere die küstennahen und flußnahen Gebiete. Das zu teure eigene Getreide häufte sich in den Silos auf. Der Staat zog mehrfach die Notbremse in Form von Einfuhrkontingenten und schrittweiser Reduzierung der Mindestpreisgarantien aus 300 $ je t. Die zwangsweise Verwendung eigenen teuren Getreides brachte die Schweinehaltung in wirtschaftliche Bedrängnis mit der Folge, dass rd. 20 % des  Sauenbestandes abgeschafft wurde. Die verringerte Viehhaltung verursachte einen kleineren Futterbedarf, so dass die Getreidebestände weiter anstiegen. Die Importe fallen 2015/16 wieder unter die 20 Mio. t Marke.

Die chinesische Regierung verfolgt weiter das Ziel, durch moderate Reduzierung der Mindestpreise die zu hohen Endbestände wieder abzubauen. Hohe Schweinepreise von mehr 3,30 €/kg haben die Wirtschaftlichkeit der Schweinehaltung zwar wieder verbessert, aber die zunehmenden Auflagen zur Hygiene und Gülleentsorgung bremst einen schnellen Wiederanstieg der Erzeugung vorerst noch aus.

Wenn nicht Missernten auftreten sollten, werden die hohen chinesischen Getreidevorräte noch längere Zeit bestehen. Ausfuhr von Getreide in nennenswerten Umfang kommt aus politischen und finanziellen Gründen nicht in Betracht.

Mit insgesamt 220 Mio. t Getreidevorräten besitzt China rd. 40 % der Weltendbestände. Als Vorratspolster kommen diese Mengen jedoch fast ausschließlich für den chinesischen Binnenmarkt in Betracht. Als Reserven für den Bedarfsfall in den übrigen Teilen der Welt sollten sie unberücksichtigt bleiben, jedenfalls können sie nicht als Versorgungssicherheit angesehen werden. Die zurückgeschraubten Importe von 8 Mio. t auf Normalmaß von 20 Mio. t nehmen sich vor dem Hintergrund der Vorratsvolumen bescheiden aus.

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