27.
03.15
16:00

COCERAL schätzt EU-Ernte 2015 niedriger ein

COCERAL schätzt EU-Getreideernte 2015 um 21 Mio. t bzw.  -6,5 % niedriger ein

Der Dachverband der europäischen Getreide- und Ölsaatenhändler (COCERAL) hat in seiner ersten Schätzung die EU-Getreideernte erheblich unter dem Vorjahresniveau eingestuft. Rund 21 Mio. t weniger Getreide sollen demnächst zur Verfügung stehen.

Die größten Einbußen werden für Deutschland mit rd. 5 Mio. t, Großbritannien mit rd. 2,8 Mio. t und in Rumänien und Ungarn mit jeweils 2,6 Mio. t vorhergesagt. In Polen sollen 1,8 Mio. t weniger geerntet werden. Weitere 6 Mio. t Ernteminderung finden sich in der Summe der restlichen 20 EU Mitgliedsländern.

Das größte EU-Getreideerzeugungsgebiet Frankreich soll eine gleich große Ernte von rd. 70 Mio. erwirtschaften. Nur  in Spanien wird eine um 6 % größere Ernte als im vorjährigen Katastrophenjahr erwartet.

Die Ernteminderungen gehen zum kleinen Teil auf 0,5 % Flächenreduzierungen, aber mit dem Übergewicht von 3,4 % auf geringere Ertragserwartungen zurück.

Die niedrigeren Ertragserwartungen werden im Wesentlichen von der Einschätzung getragen, dass die Wahrscheinlichkeit der Wiederholung von Spitzenerträgen nach 2 aufeinander folgenden Jahren mit einer üblichen Regelmäßigkeit von 5 Jahren gering ist. Die Rückstufung der Ertragsannahmen hat sich insbesondere in den Maisernten ausgewirkt. Das betraf die südosteuropäischen Länder in besonderem Maße, bei denen überdurchschnittliche Ernterückgänge  erwartet werden. Allerdings ist der Mais noch nicht ausgesät.

Der milde Winter hat günstige Startbedingungen für die Wintersaaten geschaffen. Daher kommen andere Schätzinstitutionen zu höheren Ernteschätzungen. Allerdings steht die ertragsentscheidende  Zeitspanne in den Monaten Mai Juni bzw. August erst noch bevor. Die Bodenwasservorräte fallen in diesem Jahr weit unterdurchschnittlich aus. Viele Reserven bestehen also nicht, wenn die Niederschläge knapp werden sollten.

Sollte die niedrige Ernteschätzung tatsächlich eintreten, wird das Wirtschaftsjahr 2015/16 hinsichtlich der Versorgungslage kritischer als das Vorjahr einzustufen sein. Erschwerend kommt ein deutlich abgebauter Überhangbestand infolge der Euro-begünstigten Exportaktivitäten der EU hinzu. Auf der Verbrauchsseite ist mit wenig Veränderung zu rechnen.

Für die Beurteilung der Preisentwicklung kommt es zusätzlich noch entscheidend auf die Weltmarktversorgung, den Wechselkursentwicklungen und möglichen politischen Entscheidungen in Sachen Handelsverkehr an.

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