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12.14
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Commerzbank-Prognose für Herbst 2015: Weizen 200 € je t, Raps 350 € je t, Soja fallend

Weitreichende Prognosen mit Orientierungscharakter

Die landwirtschaftliche Abteilung der Commerzbank in den USA veröffentlichte ihre Vorstellungen über die zukünftigen Preisniveaus für zentrale Agrarprodukte.

Für die Zeitspanne Okt bis Dez 2015 werden Weizenpreise an der Pariser Börse in der Größenordnung von 200 € /t prognostiziert. Es werden gleich mehrere Gründe für diese Perspektive geliefert.

a)    Die erkennbaren Schwierigkeiten Russland mit der Winterweizenaussaat wird zu einer beachtlichen Minderung der kommenden Ernte 2015 beitragen. Verschärfung kommt ein deutlicher Mehrverbrauch infolge der steigenden Viehhaltung zum Ausgleich der Importsperre-bedingten Milch- und Fleischeinfuhren hinzu. In Erinnerung an das Jahr 2009 mit ähnlichen Ausgangsbedingungen könnte ein trockener Sommer das Ernteergebnis nochmals verringern.

b)    In der Ukraine wird der sparsame Einsatz von inflationsbedingt teuren Betriebsmitteln zur Schmälerung der Flächenerträge beitragen. Auch in diesem Fall werden Ernten und Exportmengen voraussichtlich kleiner ausfallen.

c)    Für die EU wird eine Wiederholung einer Rekordernte mit Spitzenerträgen für höchst unwahrscheinlich gehalten. Damit wird der weltgrößte Weizenproduzent weniger zur weltweiten Versorgungslage beitragen.

d)    Der Weizenanbau in den USA liegt schon seit mehreren Jahren deutlich unter dem Durchschnitt früherer Jahrzehnte. Auch für 2015 ist nicht einer hohen Ernte zu rechnen.

e)    Die Nachfrage nach Weizen wächst ungebrochen in enger Abhängigkeit zur Weltbevölkerung und dem steigenden Einkommen.

Soja soll nach den Schätzungen der Commerzbank deutlich billiger werden. Die abgeschlossene US-Rekordernte braucht zwar noch Zeit, um die knapp versorgte Übergangsphase zwischen alter und neuer Ernte zu überbrücken und preisberuhigende Reserven aufzubauen. Dazu reicht die Mehrproduktion gegenüber dem Vorjahr allemal aus. Stark steigende Endbestände untermauern diese Feststellung.

Die kommenden südamerikanischen Ernten sind zwar erst gerade ausgesät worden, aber allein die Anbauflächen versprechen bei mittleren Erträgen hohe Nachfolgeernten in den Frühjahrsmonaten 2015. Damit wird in Verbindung mit der US-Ernte eine beachtlich hohe Angebotssituation in der 1. Hälfte des Jahres 2015 aufgebaut. Die Endbestände werden nochmal aufgestockt.

Darüberhinaus erwartet die Commerzbank für die Aussaat 2015 aufgrund des günstigen Sojabohnen-Mais-Preisverhältnisses eine nochmalige Steigerung der US-Sojafläche zu Lasten des Maisanbaus. Daraus leitet sich wieder eine hohe Ernte im Herbst 2015 ab.

Die kommenden Rapspreise 2015 werden in der Größenordnung von 350 € je t eingestuft. Das niedrige Sojapreisniveau als Marktführer wird verhindern, dass die Rapspreise nicht nennenswert nach oben ausreißen können. Andererseits fallen die geringeren Rapsanbauflächen im weltgrößten Erzeugungsgebiet EU ins Gewicht. Der EU-Importbedarf wird größer, die globale Verfügbarkeit an GVO-zulässigen Rapseinfuhren wird aber kleiner ausfallen. Die Konkurrenzbeziehungen zwischen Raps-, Soja- und Palmöl wird jedoch zu einer Nivellierung zwischen preistreibenden und preissenkenden Einflussfaktoren führen. Dabei sind Soja und Palmöl die Marktführer aufgrund von Volumen und Preiswürdigkeit.

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