Die Netto-Short-Positionen bei den Weizen-Spekulanten in Chicago haben in der letzten Berichtswoche zum 25.08.2015 um 3.680 Kontrakte auf insgesamt 7.217 Netto-Short-Positionen zugenommen. Damit bleiben die Kurse weiterhin unter Druck.
Nach der weitgehend abgeschlossenen europäischen Getreideernte sind viele von den noch relativ guten Erträgen und Qualitäten überrascht. Lediglich die kommende Maisernte wird höchstwahrscheinlich ein schwaches Ergebnis erzielen. Die Mais-Lücke wird durch umfangreiche Importe zu schließen sein, was sicherlich dem hiesigen Maispreis, weniger aber den Weizenpreisen, helfen kann. Nun geht der Blick, das Getreide betreffend, zur Südhalbkugel und viele Ackerbauern sehen den El-Nino als Hoffnungsschimmer. Doch „eine Schwalbe macht bekanntlich noch keinen Sommer“. Laut aktuellen USDA-Zahlen erwarten wir auch nach dem Wirtschaftsjahr 2015/16 „üppige“ Überschüsse, was sich im Stock to use Ratio ausdrückt. Beim Weizen liegt der Stock to use Ratio bei 30,9% (geg. 28,4% im Fünfjahresschnitt) und bei Grobgetreide sind es 17,7% (geg. 16,4% im Fünfjahresschnitt). Die Endbestände wachsen nach dieser Schätzung um 7 Mio. t gegenüber Vorjahr. Damit bewegt sich die Menge aus dieser Betrachtungssicht erstmals im positiven Bereich. Die größten Unsicherheitsfaktoren sind jedoch die wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten (z. B. China, Ukraine, IS-Unruhen, Griechenland usw.) Diese können den Verbrauch erhöhen (Vermeidung von Hunger) oder verringern (schlechte Wirtschaftszahlen, Exportzölle).
Beim Mais bewegen sich die Netto-Positionen der Spekulanten immer noch im Netto-Long-Bereich, haben sich jedoch in den letzten Wochen deutlich auf 73.537 Netto-Long-Positionen nach unten bewegt. Entsprechend stehen die Kurse unter Druck.