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05.15
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EL Nino Jahr 2015 - Erhöhte Produktions- und Ernterisiken

Hohe Wahrscheinlichkeit für ein El Nino Jahr 2015 -  Folgen für die Landwirtschaft

Die Anzeichen für ein El Nino Jahr 2015 verstärken sich. Die typischen Merkmale höherer Wassertemperaturen im Pazifischen Ozean an der Äquatorlinie sind ein signifikantes Signal. Höhere Verdunstungsraten führen zur Ablenkung der Äquatorialströmung und  mehr Niederschlägen auf dem Meer, während die Landgebiete Australiens, Indonesiens und Indiens zu trocken bleiben.

Das Wetterphänomen ist seit gut einem Jahrhundert bekannt und tritt in unregelmäßigen Abständen von 4 bis 7 Jahren in Erscheinung. Der eigentliche Schwerpunkt ist die Weihnachtszeit – El Nino kann mit das „Christkind“ frei übersetzt werden Die Bezeichnung stammt aus Südamerika, wo es um die Weihnachtszeit unter El Nino-Bedingungen Starkregenfälle an der pazifischen Küste Südamerikas mit Überschwemmungen gibt.

Mittlerweile hat man herausgefunden, dass die El-Nino-Auswirkungen eine fast weltweite Verteilung haben. Dabei ist zwischen relativ zu trockenen und zu nassen Gebieten zu unterscheiden. Das El Nino- Phänomen ist hinsichtlich seiner Ausprägung variabel. Es gibt starke und abgeschwächte Phasen, die nur in geringen Umfange vorauskalkulierbar sind.   

Für die Landwirtschaft kommt es darauf an, in welcher Produktionsphase sich die jeweiligen Pflanzen befinden. Für die Nordhalbkugel ist die ernteentscheidende Zeitspanne die Monate Mai bis September einschließlich. In den frühen Monaten findet die entscheidende Ertragsbildung statt und in den späteren Terminen geht es um die Erntebedingungen.

In Europa und Nordamerika ist in dieser Zeit eher mit niederschlagsstärkeren Wetterentwicklungen zu rechnen, die aber nur in begrenztem Umfange zu Ausmaßen von Überschwemmungen reichen.

Für 2015 rechnet die US-Wetterbhörde allerdings mit stärkeren Niederschlägen und Tornados im mittleren Südwesten der USA . Insbesondere die US- Weizenanbaugebiete könnten davon betroffen sein.

In Europa sind die atlantischen Küstenregionen Spaniens und Frankreichs mit hohen Niederschlägen betroffen. Auch im Mittelmeerraum sind höhere Regenmengen wahrscheinlich.

In Südamerika kommen hohen Niederschlagsmengen vom Pazifik auf die Küstenländer von Chile bis Peru zu. Nach Überwindung der Anden werden vor allem Argentinien und der südliche Teil Brasiliens mit überdurchschnittlich hohen Regenmengen zu tun bekommen. In diesen Gebieten könnte die Aussaat von Weizen, Mais  und Soja beeinträchtigt werden, wenn zu hohe Niederschläge fallen. Bleiben das Wasserangebot in moderatem Rahmen kann sich das Wetter sogar vorteilhaft auswirken.

Dagegen ist unter den Kontinentalbedingungen Russland eher mit wärmeren und trockenen Phasen zu rechnen.  

Die größten negativen Auswirkungen von Trockenheit sind jedoch im Osten Australiens mit der Getreideproduktion zu erwarten, deren Aussaat in den Monaten Mai bis Juni erfolgt. Fehlendes Wasser während der Wachstumsphase bis zur Ernte im November/Dezember 2015 kann zu beachtlichen Missernten führen, wie die Vergangenheit mehrfach gezeigt hat.

In Indien wird der dringend benötigte Monsunregen verspätet und verringert das Pflanzenwachstum beeinträchtigen. Die hohen staatlichen Getreidevorräte werden dann dringend gebraucht.

In Indonesien wird die Palmölerzeugung durch Trockenheit in erhebliche Mitleidenschaft gezogen werden.

Erhebliche Niederschlagsdefizite muss man  auch im Norden Südamerikas befürchten. Der nordöstliche Teil Brasilien wird regelmäßig mit zu geringen Regenmengen auskommen müssen.  In der Sahelzone Afrikas werden die Wasserverhältnisse noch knapper als ohnehin schon vorhanden, während an der Mittelmeerküste Nordafrikas eher bessere Niederschlagsverhältnisse zu erwarten sind.

Das Wirtschaftsjahr 2015/16 birgt erheblich größere Produktions- und Ernterisiken als das zurückliegende Jahr 2014/15. Die bisher gut durchschnittlichen Ernteprognosen werden noch auf eine harte Probe gestellt.

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