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10.14
12:17

EU-Getreideernte auf 317 Mio. t geschätzt

EU-Kommission mit neuer Getreideschätzung

Die EU-Kommission schätzt nach neuesten Erkenntnissen die Getreideernte der EU-28 auf 317 Mio. t  (Vorjahr 302 Mio. t). Der entscheidende Beitrag kommt vom Weizen mit einem Anteil von 153 Mio. t, rd. 10 Mio. t mehr als im Vorjahr. Auch die Körnermaisernte wird um 6 Mio. t höher eingeschätzt. Alle übrigen Getreidearten erreichen nur knapp die Vorjahresergebnisse.

 Die Getreidefläche ist um 1 Mio. ha größer ausgefallen. Der Durchschnittsertrag ist von 53 auf 54 dt/ha gestiegen. Die regionalen Ertragsunterschiede reichen von Spitzenerträgen auf günstigen Standorten über 100 dt/ha, fallen aber auch unter 30 dt/ha in den besonders benachteiligten Gebieten Spaniens.

Auffallend sind die guten Ergebnisse in den neuen Mitgliedstaaten insbesondere mit Schwerpunkt im Südosten mit dem unzuverlässigen Kontinentalklima. In diesem Jahr waren wieder einmal ausreichende Niederschläge gefallen, die zu hohen Ernten in Rumänien und Bulgarien sowie angrenzenden Gebieten geführt haben.

Aus den Bilanzdaten sind nicht die Qualitätsprobleme herauszulesen. Insbesondere Frankreich, aber auch andere Länder klagen über schlechte Weizenqualitäten. Dabei ist Qualitätsweizen weltweit sehr gefragt, während auf der anderen Seite Futtergetreide reichlich am Markt vorhanden sein wird.

Das Getreideangebot der EU besteht neben der überdurchschnittlich guten Ernte auch aus einem um 4 Mio. t höheren Anfangsbestand und einem Getreideimport, der um 4 Mio. t niedriger eingeschätzt wird.  

Auf der Verbrauchsseite bleibt der Anteil des Getreides für die unmittelbare menschliche Ernährung mit 65,5 Mio. t nahezu konstant.  Der Futterverbrauch soll um 5 Mio. t auf 170 Mio. t steigen. Der Mehrbetrag ist weniger auf steigende Viehhaltung als vielmehr aus der Verdrängung von Importware zurückzuführen.  Beim Industrieverbrauch wird eine Steigerung von rd.  1 Mio. t geschätzt, darunter Bioethanol mit einem Zuwachs von 0,5 Mio. t.

Trotz günstigen Eurokurses wird der Drittlandexport niedriger um 9 Mio. t niedriger eingestuft. Die Begründung wird in der steigenden Konkurrenz aus dem Schwarzmeergebiet gesehen, die zurzeit vorübergehend zwar etwas nachgelassen hat, aber möglicherweise wieder an Fahrt aufnehmen wird.

Der Endbestand soll auf knapp 51 Mio. t anwachsen. Gemessen am Verbrauch beträgt der Anteil wieder 18 %, ein Wert der seit 10 Jahren nicht mehr erreicht wurde. Damit ist die EU gegenüber unvorhergesehenen Marktstörungen überdurchschnittlich gut versorgt.

Das vorherrschende niedrige Preisniveau wird allerdings nicht allein von der EU-bestimmt, sondern ist eine Folge der global günstigen Getreideversorgung im Jahre  2014/15. Überdurchschnittlich gute Ernten in fast allen bedeutenden Erzeugungsgebieten der Welt führen in Verbindung mit hohem Anfangsbeständen zu einem deutlichen Angebotsdruck. Das europäische Preisniveau bewegt sich dabei im oberen Mittelfeld, wenn man von den USA und dem Schwarzmeergebiet ausgeht.

Der seit der Ernte zu beobachtende Preisrückgang scheint ein Ende gefunden zu haben. Die augenblickliche Preiserholung wird sich jedoch in Grenzen halten. Weizenkurse an der Pariser Börse zwischen der 160  bis 170 €/t Marke passen nach den Marktregeln zur geschätzten Versorgungslage in diesem Wirtschaftsjahr. Der Eurokurs könnte noch eine Rolle spielen!

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