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03.15
15:09

EU-Kommission schätzt etwas bessere EU-Getreideversorgung 2015/16

Positive Versorgungsbilanz des EU-Getreidemarktes 2015/16 erwartet - aber noch bestehen hohe Schätzrisiken 

In der Spätwinterausgabe der dreimalig im Jahr erscheinenden „Short Term Outlooks“ der EU-Kommission wird die kommende EU-Getreideversorgung 2015/16 bilanziert.

Die Hochrechnung der einzelnen Bilanzpositionen erfolgt auf der Ertragsseite mit Hilfe der Anbauflächen und Ertragsannahmen für jede einzelne Frucht. Auf der Verwendungsseite der Bilanz werden Trendentwicklungen - ergänzt um Viehbestandsdaten - zugrunde gelegt.

Für das kommende Wirtschaftsjahr 2015/16 geht die EU-Kommission von einem Anfangsbestand in Höhe von 50 Mio. t (Vorjahr 35 Mio. t) aus.

Die EU-Getreideernte wird auf 309 Mio. t (Vorjahr 326,8 Mio. t) geschätzt. Dabei wird eine um 1 Mio. ha geringere Anbaufläche und eine um 3,5 % niedriger Durchschnittsertrag zugrunde gelegt. Die EU Kommission unterstellt - wie viele andere Schätzinstitutionen auch – dass eine Wiederholung der überdurchschnittlichen Witterungsbedingungen für die Ernte 2015 nicht sehr wahrscheinlich ist.

Auf der Importseite wird eine Menge von rd. 14 Mio. t (Vorjahr 13 Mio. t) veranschlagt. Davon entfallen 8,5 Mio. t auf Maiseinfuhren und 5 Mio. t auf Qualitätsweizenimporte.

Auf der Angebotsseite der Bilanz zusammen aus Anfangsbestand, Ernte und Importe steht eine Menge von 373 Mio. t (Vorjahr 374 Mio. t). Unter Berücksichtigung der Schätzfehler kann man feststellen, dass die Angebotsmengen zum Vorjahr nur unwesentlich unterschiedlich ausfallen, wobei die verringerten Erntemengen durch die hohen Anfangsbestände in etwa ausgeglichen werden.

Auf der Verwendungsseite steht der Verbrauch für die menschliche Ernährung, der Futterbedarf für die Tierhaltung, der sonstige Einsatz für industrielle Zwecke und Saatgut    mit den gleichen Zahlen zum Vorjahr in Höhe von 278 Mio. t.

Der Export 2015/16 wird auf knapp 40 Mio.t (Vorjahr 44,3 Mio. t) taxiert.

Das Bilanzergebnis liefert einen Endbestand in Höhe von 53 Mio. t und damit 3 Mio. t mehr als der Anfangsbestand.

Eine Bestandsaufstockung signalisiert im Regelfall eine verbesserte Versorgungslage, die mögliche Risiken und Schätzfehler auszugleichen in der Lage ist. Allerdings sind +3 Mio. t angesichts der Schätzungsunsicherheiten noch vergleichsweise wenig, um daraus die Schlussfolgerung ableiten zu können, dass definitiv eine bessere Versorgungslage 2015/16 gegenüber dem Vorjahr zu erwarten ist.

Die Einstufung der Versorgungssituation eines Jahres liefert die Grundlage für die Abschätzung der zu erwartenden Preisniveaus. Sollte sich die Ernteschätzung der EU-Kommission bewahrheiten, ist von einem nur wenig veränderten Preisniveau im Jahre 2015/16 auszugehen.

Allerdings spielt dabei die Versorgung des übrigen Weltmarktes noch eine ganz entscheidende Rolle mit. Insbesondere der Eurokurs kann in diesem Jahr noch eine besondere Bedeutung erlangen. Da die EU im Getreidesektor überwiegend auf der Exportseite steht, wird ein anhaltend schwacher Euro zu mehr als den bisher geschätzten Exporten beitragen mit der Folge, dass die EU-Endbestände deutlich niedriger ausfallen könnten. Das könnte die beruhigende Versorgungsschätzung in eine preisliche Unruhe versetzen.

Die Notierungen an den Börsen signalisieren vorerst für die hinteren Termine des Jahres 2015 relativ stabile Kursentwicklungen. Aber es wird börsentägliche Korrekturen in Abhängigkeit von der Verbesserung des Kenntnisstandes geben.

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