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EU-Prognose bis 2023: mehr Getreide - kaum bessere Versorgungslage

EU-Kommission: Vorschau auf die Agrarmärkte bis 2023 – Getreide

In Ihrer jüngsten Ausgabe hat die EU-Kommission eine mittelfristige Vorausschau auf die Agrarmärkte bis zum Jahre 2023 veröffentlicht. Von den 175 Seiten starken Papier sind nachfolgend die wesentlichen Ergebnisse auf dem Getreidemarkt  der EU zusammengefasst.

60 % der Landwirtschaftlichen Nutzfläche der EU (rd. 175 Mio. ha)  wird für Ackerfrüchte genutzt; rd. ein Drittel ist Dauergrünland und ein kleiner Rest wird für Dauerkulturen und Sonstiges genutzt.  Der Getreideanbau findet auf rd. 56 bis 57 Mio. ha statt und soll sich bis zum Jahre 2023 nur wenig verändern. Landverluste von 1,7 % werden vom Rückgang weniger ertragreicher Feldfrüchte abgefangen.

Die Getreideernten von 2013 mit rd. 300 Mio. t sollen bis zum Zieljahr 2023 auf 316 Mio. t anwachsen. Entscheidend sind dabei die Steigerungen der Flächenerträge durch leistungsstärkere Sorten, optimierter Anbaumethoden und durch strukturelle Konzentration auf ertragsstarke Früchte.

Auffallend sind die knappen EU-Ernteschätzungen in den nächsten beiden Jahren 2014 und 2015 im Vergleich zum zweitbesten Jahr 2013 mit überdurchschnittlich hohen Flächenerträgen.

Auf der Nachfrageseite bleibt der Futtergetreideverbrauch über die gesamte Betrachtungs-periode mit 168 Mio. t weitgehend unverändert. Leicht steigende Viehbestände, weniger Grund- und mehr Kraftfutter  auf der einen Seite und Verbesserungen in der Futterverwertung andererseits  sollen sich weitgehend ausgleichen.

Beim Nahrungsmittelverbrauch wird eine knapp 5 %-ige  Steigerung bis 2023 veranschlagt. Darin ist auch der geringe Umfang des industriellen Verbrauchs (ohne Bioethanol) enthalten.

Überraschend ist die Prognose eines sich verdoppelnden Verbrauchs an Getreide für Bioethanol von derzeit rd. 10 auf 20 Mio. t. Die Begründung wird mit dem Ziel eines 10 % Anteils an Biokraftstoffen geliefert. Andererseits ist man sich bewusst,  dass der Import von Bioethanol wesentlicher kostengünstiger ausfällt als die eigene Erzeugung, insbesondere vor dem Hintergrund der erwartet hohen Getreidepreise. Darüber hinaus ist der  Kraftstoffverbrauch  in der EU durch optimierte Motoren eher rückläufig.

Der gesamte EU- Getreideverbrauch soll von 2013 mit rd. 280 Mio. auf 298 Mio. t im Jahre 2023 ansteigen.

Der EU-Getreidehandel sieht auf der Importseite fallende Einfuhrmengen von aktuellen 14 Mio. t auf rd. 12 Mio. t überwiegend in Form von Mais und bestimmten Weizenqualitäten.

Auf der Exportseite schwanken die Zahlen zwischen 25 bis 30 Mio. t je nach Ernteergebnis. Im Vordergrund stehen die Weizenausfuhren mit einem zwei Drittel Anteil, Der Export von Gerste bringt es auf rd. 25 %.

Die Getreidebilanz der EU soll sich nur wenig verändern. Die Endbestände sollen zwar um 4 Mio. t  zulegen, aber keine beträchtliche Verbesserung der Vorräte bewirken. Die preisentscheidende Versorgungskennzahl  „% Endbestand zum Verbrauch“  (stock to use ratio)  bleibt mit 14 % bei geringfügigen jährlichen Schwankungen unverändert niedrig.

Aus dieser Einschätzung folgt ein anhaltend hohes Preisniveau, das sich deutlich von früheren Jahrzehnten absetzt. Die EU-Kommission schätzt für die kommenden Jahre  ein durchschnittliches Weizenpreisniveau zwischen 17,50 bis 18,60 € dt in enger Anlehnung an einen durchschnittlichen Weltmarktpreis..  Allerdings dürften - wie in der jüngeren Vergangenheit auch - ernteabhängige Preisschwankungen in beachtlichem Umfange auftreten. Die Kursentwicklungen werden vom Weltmarkt her bestimmt, in dem die EU ein integraler Bestandteil geworden ist.

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