09.
01.16
11:30

Expertenprognosen zu Weizenpreise 2016

Weizenkurse 2016 – wenig Veränderung auf mittlerem Niveau prognostizieren  US-Marktexperten

Seit dem Jahre 2012 sind die Weizenkurse zwischen 30 und 40 % gefallen. Im Jahresdurchschnitt  2015 gaben die Notierungen  um 15 % nach. Ist damit die Talsohle erreicht und kann man für das Jahr 2016 mit einer Preiserholung rechnen?

Führende US-Marktexperten aus Wissenschaft und Praxis mit  enger Verbindung zu den  Börsen haben zu Jahresbeginn ihre Einschätzungen abgegeben. Die gelieferten Begründungen  fielen hinsichtlich ihrer Schwerpunkte unterschiedlich aus. Interessant ist die Summe der genannten Argumente.

Zunächst wird auf die hohen Überhangbestände infolge zweier guter Ernten bei gebremstem Verbrauchszuwachs hingewiesen. Endbestände von 230 Mio. t bzw. 31 % gemessen am Verbrauch liegen deutlich über den mehrjährigen Durchschnittswerten von 190 Mio. t bzw. 26,5 %. 

Dass die zweijährige Bestandsaufstockung von rd. 34 Mio. t zu mehr als  22 Mio. t auf Chinas Vorratspolitik zurückzuführen ist, wird nur noch am Rande vermerkt. China ist kein nennenswerter Exporteur von Weizen für den Weltmarkt, sondern importiert rd. 3 bis 5 Mio. t. Die chinesischen Überhangbestände sind insoweit nur begrenzt verfügbar.

In den USA baut sich 2015/16 ein großer Endbestand  um 5 Mio. auf 25  Mio. t auf. Bei einer US-Ernte von 56 Mio. t  drückt diese Menge heftig auf die Kurse. Wesentlicher Grund ist der hohe Dollarkurs, der US-Weizen weltweit wenig konkurrenzfähig macht.

Auf Weltebene fallen die beiden überdurchschnittlichen Weizenernten 2015 in der EU und in Russland stark ins Gewicht. Ein schwacher Eurokurs und ein noch schwächerer Rubelkurs führt zu weit unterdurchschnitten Exportpreisen.

Dem gegenüber stehen die schwachen Ernten in Australien, Argentinien, Indien und einigen kleineren Ländern. Australiens Exporte gehen zurück, Indien muß  statt zu exportieren jetzt Weizen einführen. 

Die künftigen Weizenkurse 2016 siedeln die US-Marktexperten  überwiegend auf dem Niveau von 5 bis 5,30 $/bu  bzw. 170 bis 180 €/t an. Wenige Fachleute prognostizieren  Kurse etwas unterhalb der 5 $/bu-Marke.  Die Begründungen:

-     Hohe Überhangbestände puffern mögliche zukünftige Ernteeinbußen ab.

-     Die Weizenanbauflächen gehen zurück. Dazu haben in den USA die niedrigen Preise beigetragen. In Russland und der Ukraine sind trockenheitsbedingt  um die 15 % der geplanten Flächen nicht bestellt worden. Sommersaaten bringen geringere Erträge.

-     Höhere als durchschnittliche Auswinterungsschäden in noch unbekannter Höhe werden in Osteuropa erwartet. In den USA steht der entscheidende Winterabschnitt noch bevor.

-     Im Sommer wird das La Niña-Wetterphänomen erwartet, das mit ziemlicher Regelmäßigkeit auf das El Niño-Wetter folgt. Beeinträchtigungen der Flächenerträge sind zu erwarten.

-     Vergleichsweise niedrigere Weizen- zu Maispreise sorgen für einen größeren Verbrauch als Futtergetreide.

-     Mit steigender Weltbevölkerung werden höhere Weizenmengen für den unmittelbaren menschlichen Verzehr gebraucht.

-     Weitere witterungsbedingte, politische und wechselkursbedingte Einflüsse werden nicht ausgeschlossen, sind aber kaum voraussehbar.

Die Preisprognosen verstehen sich als grundlegende Orientierungslinien.

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