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09.13
15:08

Getreideanteil zur Herstellung von Biokraftstoffen

Stagnierender Anteil der Getreideverwendung für die Herstellung von Biokraftststoffen

Die für 2014 erforderlich werdende Neuordnung der Gestaltung des Einsatzes von Bioenergie wird in Vortagsveranstaltungen vom  9. bis 11. Sept 2013 im europäischen Parlament  vorbereitet.

Die bisherigen Erkenntnisse der Verwendung von Bioenergie der sog 1. Generation, die im Wesentlichen auf der Grundlage von konkurrierenden Nahrungs- und Futterpflanzen beruht, liefern Hinweise, dass die positiven Energiebilanzen und Umwelteffekte nicht wesentlich besser ausfallen sollen als die Verwendung von fossilen Ölen. Allerdings sind die Aussagen stark umstritten, weil die Erhebungs- und Auswertungsmethoden z.T. völlig unterschiedlich angewandt wurden. Insbesondere ist die Frage der Spannbreite der Erfassung von Energieaufwand und Energiegewinnung im vor- und nachgelagerten Bereich des eigentlichen Herstellungsprozesses höchst unterschiedlich einbezogen worden. Synergieeffekte und Nebenprodukte sind häufig außer Acht gelassen worden.

Typische Beispiele dafür sind, inwieweit ein Mähdrescher, der gleichermaßen Getreide, Raps und Mais für den Nahrungs-, Futter- und Energieverbrauch dreschen kann, (energie)kostenmäßig in voller Höhe der Bioenergiegewinnung zugerechnet werden kann, oder aufgrund des geringes Anteils der Bioenergie am Gesamtaufkommen nur mit seinen verursachergerechten variablen Anteilen. Die Fragen stellen sich auch nach den sog. Nutzungskosten alternativer Verwendung von Ressourcen.

Auch die Frage der Ersatzleistungen von Nebenprodukten bei der Erzeugung von Bioenergie blieb häufig außer Ansatz oder wurde nicht sachgerecht zugeordnet. Beispiele sind die Verwendung von Rapsschrot als Nebenprodukt der Rapsverarbeitung zu Biodiesel in seiner Wertigkeit als Eiweißfuttermittel, für die in der EU ein riesiges Defizit besteht und aus Importen von Soja aus Nord- und Südamerika gedeckt werden muss. Ähnliches gilt für den 30%igen Wertanteils des Mittelproteins Maisschlempe oder DDGS als Nebenprodukt der Bioethanolherstellung.

Häufig wurden die Technologien der ersten Stunde  zugrunde gelegt und die zwischenzeitliche Optimierungsentwicklung außer Betracht gelassen.

Auch die Beurteilung aus der Sicht der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der unterschiedlichen Herstellungskosten blieb wenig beachtet. Beispiele sind Palmöl mit Ölerträgen von 4.500 bis 6.000 kg je Hektar im Vergleich zu Rapsöl mit 1.500 bis 2.000 kg je Hektar. Ähnliche Verhältnisse gelten für Bioethanol aus brasilianischen Zuckerrohr und Mais oder Weizen in den USA oder Europa. Die Unterschiede sind das Ergebnis der unterschiedlichen Klimaverhältnisse.

Die Beispiele lassen sich vielfach erweitern, die sowohl befürwortende Ansätze wie auch gegenteilige Argumente liefern.

Die ersten Diskussionsergebnisse liefern einen entscheidenden Hinweis, dass in 1. Linie der politische Gestaltungsspielraum für die Wirtschaftsakteure zu stark und zu lange Weichenstellungen und Signale in die falsche Richtung gesetzt haben. Die Einsicht, dass nach einer möglichst kurzen Pionierphase mehr marktwirtschaftlicher Wettbewerb in den Vordergrund zu stellen ist, scheint an Boden gewonnen zu haben, wenn auch das noch nicht bei allen Vorstellungen bis zu Ende gedacht wurde.

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