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12.15
17:11

IGC Prognose zum Weltgetreidemarkt bis 2020/21

IGC schätzt mittelfristig steigende Ernten,  aber noch höheren Verbrauch – Vorräte sinken

Der internationale Getreiderat (IGC) in London hat seine mittelfristigen Projektionen zum Weltgetreidemarkt bis zum Jahre 2020/21 fortgeschrieben.

Die zurückliegenden Jahre stuft der IGC als überdurchschnittlich gute Jahre ein mit hohen Flächenerträgen und wenigen witterungsbedingten Beeinträchtigungen. Bei mäßiger Verbrauchszunahme sind beachtliche Vorratsbestände aufgebaut worden. China allein verfügt über 40 % dieser Überhangreserven. Der chinesische Importbedarf wird weniger stark steigen als in der Vergangenheit. Die Lagerbestände sollen erst mal wieder auf „Normalmaß“ abgebaut werden. Andererseits  stehen Chinas Überhänge auch kaum der übrigen Welt zur Verfügung.

Für das kommende Jahr wird zunächst von einer etwas kleineren Durchschnittsernte ausgegangen, die knapp 1 % unter dem Vorjahresergebnis ausfallen soll. Die Annahme wird mit witterungsbedingten Beeinträchtigungen in einigen Produktionsgebieten begründet. Erst mit Beginn des Jahres 2017/18 rechnet der IGC wieder mit Zunahmen von durchschnittlichen 1,6 % bis 2020/21. Das ist deutlich weniger als im vorangegangenen 5-Jahreszeitraum mit 2,8 %.

Die Weizenernten sollen vorerst auf 705 Mio. t zurückfallen und  für den Rest  der Jahre bis 2021 um 1,3 % steigen. Der Zunahme soll jedoch hinter den Wachstumsraten der früheren  Jahre zurückbleiben.

Für die Maisernten wird eine ähnliche Entwicklung prognostiziert, allerdings auf höherem Niveau. In den zurückliegenden 5 Jahren wurde eine durchschnittliche Steigerung von 3,4 % ermittelt. Für die Zeit von 2017/18 bis 2020/21 geht man nur noch von 2 % Zuwachs aus.   

Die zu erwartende Nachfragesteigerung wird auf das anhaltende Bevölkerungswachstum und weiteren Einkommenssteigerungen zurückgeführt. Der Verbrauch höher veredelter Produkte werde in den asiatischen und südamerikanischen Ländern zunehmen. Daher kommt der Futtergetreideerzeugung eine große Bedeutung zu. Der industrielle Verbrauch u.a. für Biokraftstoffe und für die Stärkeherstellung erreiche jedoch nicht die Wachstumsraten der zurückliegenden Jahre.  

Die prognostizierte Verringerung der Überhangbestände bringt die Versorgungslage wieder zurück  auf ein Maß, dass nur noch im knappen Durchschnitt anzusiedeln ist.

Die IGC-Projektion ist als eine mögliche Durchschnittsperspektive anzusehen. In den Einzeljahren werden jahresspezifische Ereignisse Abweichungen mit sich bringen. Offen bleibt auch, inwieweit die jüngsten Energiepreise eine dauerhaft andere Entwicklungsrichtung mit sich bringen.  

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