MARS erhöht Ertragsaussichten für die EU-Ernten
In seiner Mai-Ausgabe prognostiziert das Agrarmeteorologische Institut der EU Kommission (MARS) höhere Wintergetreideerträge für die Ernte 2021. Grundlage sind die Auswertungen der aktuellen Klimadaten, die in einer engen Beziehung zu den Flächenerträgen stehen. Dahinter stehen langjährige Untersuchungsergebnisse.
Im Betrachtungszeitraum waren große Teile Europas von starken Kälteperioden in 3 Wellen betroffen. Schwerpunkte waren die Regionen im Norden, Nordwesten, im Zentrum und im Osten. Die niedrigen Temperaturen verursachten Verzögerungen beim Pflanzenwachstum. Es gab auch Schäden bei den Rapsblüten, die sich aber wieder regeneriert haben. Die Sommersaaten kamen mit Verspätung in den Boden.
Regenmangel hat es nur vereinzelt in kleinen Räumen gegeben, die aber ohne nennenswerte Auswirkungen für die Ertragsentwicklung bleiben. In den meisten Regionen sind hohe Niederschlagsmengen gefallen, die den dringend notwendigen Wasservorrat in den Böden aufgefüllt haben.
In jüngster Zeit haben die wechselnd kühl-warmen Temperaturen zu einer Verbesserung der Pflanzenbestände geführt. Dabei sind Schädlinge in stark vermindertem Umfang aufgetreten.
Die Ertragsaussichten haben sich insbesondere in Frankreich, Rumänien, Bulgarien, Ungarn und weiteren Ländern im Süden Mitteleuropas deutlich verbessert.
Vergleiche zum 5-jährigen Durchschnitt
Die Getreideerträge sollen im EU-Durchschnitt um + 4,2 % über dem 5-jährigen Mittel liegen. Weichweizen wird auf ein Plus von +3,9 % und Wintergerste werden auf eine Steigerung von 5,9 % geschätzt. Überdurchschnittliche Zuwächse werden für die baltischen Staaten. Finnland, Polen sowie insbesondere für Frankreich vorausgesagt. Deutlich abfallende Erträge werden für Österreich, Slowakei und Portugal erwartet.
Roggen soll um +5,9 % höhere Erträge liefern, wobei Deutschland mit +9,3 % die höchste Steigerung erreichen soll. Triticale schafft nur +2,5 %. Körnermais erreicht lediglich eine Steigerung von 0,8 %.
Die Rapserträge sollen um +5,2 % zunehmen. Für Deutschland wird ein Plus von 15 % auf 38,1 dt/ha prognostiziert. Auch für Belgien und Polen werden hohe Ertragssteigerungen von 7 bis 8 % erwartet.
Für Z.-Rüben wird im Durchschnitt nur +1,8 % Mehrertrag erwartet. Für die Niederlande, Rumänien, Ungarn und Finnland werden Steigerungen von über 7 % geschätzt. Starke Einbußen werden in Polen, Litauen und in Italien erwartet. Für Deutschland wird ein Plus von 4,9 % vorausgesagt.
Bei den Kartoffeln schätzt MARS eine Zunahme von 3,7 %. Dabei ragt Belgien mit +12 % und Portugal mit +10 % besonders heraus.
Für Marokko sollen Weizen- und Gerstenerträge um 33 % höher ausfallen. Die Regierung hat mit Schutzzöllen von 170 % auf mögliche preisstörende Importe reagiert.
Für das Schlussergebnis sind noch die Phasen der Korn-/Fruchbildung und die Bedingungen zur Erntezeit entscheidend. Die Risiken der Zeitspannen Herbst, Winter, Frühjahr liegen hinter uns.