23.
03.15
15:12

MARS schätzt niedrige Getreideerträge für die EU

MARS-Bericht:  Milder Winter, wenig Schnee - keine Garantie für hohe Erträge  

Das agrarmeteorologische Institut bei der EU-Kommission (MARS) hat in seinem März-2015-Bericht eine erste Einschätzung der zu erwartenden Getreideerträge auf der Grundlage meteorologischer Daten veröffentlicht.  Die Auswertung liefert ein durchschnittliches Ertragsniveau von rd. 5,3 t/ha, das rd. 1,7 % über dem 5 jährigen Mittelwert, aber -5,5 % unter dem Vorjahreswert von 5,58 t/ha liegt. Das letzte Jahr war allerdings ein Rekordjahr.

Angesichts des milden Winters mit geringen bis keinen Auswinterungsschäden  überrascht auf den ersten Blick das vergleichsweise niedrige Auswertungsergebnis.

Beim genaueren Hinschauen  wird man jedoch nachdenklich. Die Wetterkarten zeigen für weite Gebiete Europas zwischen 30 bis 100 % zu geringe Niederschläge gemessen an langjährigen Durchschnittswerten.

Starke Abweichungen zwischen -50 bis -100 % sind für die östlichen und südlichen Teile Deutschlands, mittleren und nördlichen Teile Polens, für die südosteuropäischen Länder mit Ausnahme Rumäniens und Bulgariens festzustellen. Auch weite Teile Spanien haben zu wenig Wasser bekommen.

Fehlende Regenmengen in der Kategorie zwischen -10 bis -50 % gemessen am langjährigen Durchschnitt sind für die überwiegenden Teile Frankreichs und Großbritanniens gemessen worden. Teilregionen der skandinavischen Länder  fallen ebenfalls in diese Kategorie.

Dagegen haben überdurchschnittliche  Niederschläge um +50 bis +100 %  in Italien, Rumänien und Bulgarien stattgefunden.

Zu geringe Niederschläge in den Wintermonaten führen zu einer geringen Auffüllung der Bodenwasserreserven. Milde Temperaturen verschärfen das Problem unzureichender Wasservorräte durch eine überdurchschnittliche Verdunstungsrate.

Für die kommenden Monate mit steigenden Temperaturen und entsprechenden Pflanzenwachstum wird das Verdunstungsproblem nochmal vergrößert. Daher sind dringend größere Niederschlagsmengen in absehbarer Zeit erforderlich.

Sollten diese Regenmengen ausbleiben,  erhöht sich im weiteren Verlauf der Vegetationszeit das Risiko unzureichender Bodenwasserreserven zum Ausgleich von mehrtägigen regenfreien Tagen. Das wird sich besonders nachteilig in der entscheidenden ertragsbildenden Zeitspanne ab Mitte April bis Mitte Juni bemerkbar machen, wenn es um die Kornfüllungsphase geht.

Rückrufservice
Beschreiben Sie bitte Ihr Anliegen, damit wir uns auf den Rückruf vorbereiten können.
Ja, ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und willige ein, dass die von mir angegebenen Daten inklusive der Kontaktdaten zwecks Bearbeitung der Anfrage und für den Fall von Anschlussfragen elektronisch erhoben und gespeichert werden. Meine Daten werden dabei nur streng zweckgebunden zur Bearbeitung meiner Anfrage genutzt und nicht ohne Einwilligung weitergegeben. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.

Jetzt registrieren

Jetzt registrieren und ZMP Live+ 14 Tage kostenlos testen!
  • Dauerhaft kostenfrei
  • Keine Zahlungsinformationen erforderlich