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08.15
09:16

Neu geschätzte EU-Getreideversorgung wird deutlich enger

EU-Kommission schätzt Getreideernte niedriger -  EU-Versorgungslage wird enger.

Die jüngste Schätzung der EU-Kommission Ende Aug.-15 zur Versorgungslage auf dem  EU-Getreidemarkt liefert einen beachtlichen Abbau der Vorratsbestände um mehr als 27 %. Am Ende des Wirtschaftsjahres 2015/16 sollen die Anfangsbestände von rd. 46 Mio. t auf 33 Mio. t abgebaut sein.

Die EU-Getreideernte 2015/16 wird von der Kommission nach neuestem Stand nur noch auf 296,6 Mio. t geschätzt. Alle früheren Schätzungen mit 300 Mio. t  u.m. können den tatsächlichen Ernteergebnissen nicht Stand halten. Allerdings hat der Internationale Getreiderat noch in der vergangenen Woche die EU-Getreideernte noch auf 303 Mio. t beziffert.

Die Weizen- und Gerstenernten werden von der Kommission geringfügig angehoben. Roggen und Triticale bleiben weitgehend unverändert. Die ursprüngliche Einschätzung einer EU-Maisernte von über 65 Mio. t wird jetzt auf 58,8 Mio. t zurückgenommen.

Der Getreideverbrauch wird  trotz der neuen Berechnungen mit 283,3 Mio. unverändert beibehalten. Es wurden keine Veränderungen bei der menschlichen Ernährung, Tierfutter und der industriellen Verwertung vorgenommen.

Der Export soll im  Jahre 2015/16 bei etwas höher geschätzten  41,5 Mio. t betragen. Der Import wird trotz fehlender eigener Maismengen fast unverändert mit 15,5 Mio. t beibehalten.

Bilanziert man das EU-Getreideangebot aus Anfangsbestand, Ernte und Importe mit der Verwendung für den Inlandsverbrauch und den Exporten errechnet sich ein Defizit von 12,6 Mio. t, der zu einem kräftigen Bestandsabbau auf 33 Mio. t führt.  Das Verhältnis Endbestand zum Verbrauch fällt auf 11,6 % nachdem es noch im vorigen Jahr bei 16,3 % gelegen hat. Der mehrjährige Durchschnittswert liegt zwischen 12,5 % und 13 %. Das Jahr 2012/13 wies eine Versorgung von 10,5 % auf. Damals lagen die Weizenkurse an der Pariser Börse deutlich oberhalb der 200 € je t Marke.

Eine erste Schlussfolgerung kann daher nur auf die Beurteilung einer unterdurchschnittlichen Versorgungslage in der EU hinauslaufen. Allerdings reicht die isolierte Betrachtung einer Region nicht aus, einen weltweit agierenden Markt mit seiner Preisbildung hinlänglich zu beurteilen.

Die weltweite Versorgungslage einschl. China mit seinem 40 %-igen Vorratsanteil auf Weltebene liegt 2 %-Punkte über dem mehrjährigen Durchschnitt. Läßt man China wegen fehlender Exportaktivitäten jedoch außer Betracht, stellt sich heraus, dass die globale Versorgungslage mit mobilen Endbeständen gegenüber dem Vorjahr geringer geworden ist.  Angesichts der noch kritischen Ernten im Maissektor und auf der Südhalbkugel mit dem drohenden El Niño-Risiko kann man nicht von einer entspannten Versorgungslage ausgehen.  

Die aktuellen Kursminderungen werden im Laufe des Jahres 2015/16 noch korrigiert werden müssen.

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