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01.15
09:45

Russland und Ukraine sorgen für eine mögliche schwache Ernte 2015 vor

Reduzierte Ernteerwartungen 2015 im Schwarzmeergebiet

Russland und die Ukraine haben Vorkehrungen getroffen, den stürmischen Export von Getreide aus dem Lande einzuschränken. Ab 1. Febr.-15 erhebt Russland eine Exportsteuer und die Ukraine will sich mit den Getreidehändlern auf eine Begrenzung der monatlichen Exportmengen verständigen.

Die schwachen Währungen beider Länder begünstigen die Ausfuhr, weil gegenüber den Mitkonkurrenten ein Wettbewerbsvorteil entsteht.

Allerdings treiben verstärkte Ausfuhren die Inlandspreise in die Höhe. Hohe Inflationsraten sind angesichts eines bereits erreichten Niveaus von 15 bis 20 % nicht wünschenswert.

Neben weiteren Einflüssen stecken die Befürchtungen um eine schwache Ernte 2015 hinter diesen Maßnahmen. Um Folgen einer möglichen schwachen Ernte abzufedern, ist ein ausreichender Überhangbestand aus alter Ernte eine sinnvolle Maßnahme.

Die Begründungen für die Erwartung einer deutlich niedrigeren Ernte kommen in Russland von größeren Agrarberatungsinstitutionen. Sie weisen darauf hin, dass die Herbstbestellung in weiten Anbaugebieten infolge von Trockenheit teils unterblieben, teils zu spät erfolgt sei. Die Schätzungen gehen jetzt schon von einer Ernteminderung zwischen 15 und 20 % aus.  Schwache Saatenstände könnten durch die Auswinterung in Mitleidenschaft gezogen werden. Die größte Befürchtung besteht aber darin, dass - wie im Jahre 2010 - ein trockener Sommer 2015 nachfolgen könnte. Damals sah sich Russland gezwungen, noch in der Erntephase einen kompletten Exportstopp zu verhängen. Die Sorgen sind nicht unbegründet, denn die Schwarzmeerregion wird mit ziemlicher Regelmäßigkeit von einer kontinentalen Trockenphase heimgesucht. Die Wahrscheinlichkeit für 2015 ist nicht gering einzuschätzen.

In der Ukraine gibt es zwar auch einige witterungsbedingte Beeinträchtigungen bei den Wintersaaten, werden aber nicht als sehr schwerwiegend eingestuft. Allerdings bestehen große Bedenken um die Beschaffung Betriebsmitteln wie Saatgut, Dünger, Pflanzenschutz und Treibstoffe. Die Inflationsrate von 15 bis 20 % treiben die Einkaufspreise in die Höhe. Eine  Finanzierung mit Krediten verlangt Zinszahlungen zwischen 20 bis 25 %. In häufigen Fällen verweigern die Banken die Kreditvergabe, weil die Gläubiger nicht genügend Sicherheiten aufweisen können. Experten in den Agrarberatungsinstitutionen schätzen daher deutliche Minderungen beim Einsatz ertragssteigernder Betriebsmittel mit der Folge, dass die Flächenerträge 2015 deutlich hinter früheren Jahren zurückbleiben.

Der Verlust der Krim und beiden abtrünnigen russisch beherrschten Ostprovinzen stellen dabei noch ein besonderes Problem dar.

Konkrete Zahlen zu einem möglichen Ernteergebnis sind nicht genannt worden. Es liegen bisher nur Orientierungsschätzungen vor.

Eine überschlägige Rechnung ergibt, dass die Ernten aus Russland und der Ukraine um 20 Mio. t geringer ausfallen könnten. In der ähnlichen Größenordnung dürften dann auch die Exporte zurückfallen. Angebotsminderungen in dieser Dimension entwickeln eine nicht unerhebliche Preiswirksamkeit.

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