18.
08.15
15:37

Schätzungen für deutsche Getreideernten im Vergleich

DBV-Erntebericht 2015 – Durchschnittliche Getreideernte  um -10,6 % unter Vorjahr.

Der traditionelle Erntebericht des deutschen Bauernverbandes(DBV) stellt in seiner August-Ausgabe eine Gesamterntemenge von rd. 46,5 Mio. t für Deutschland fest. Gegenüber dem vorjährigen Rekordergebnis fällt die Ernte 2015 um rd. -10,6 % ab. Im Vergleich zum 5-Jahresmittel liegt die Zahlen um + 0,6 % über dem Durchschnitt. Das Ergebnis wurde aus den Ermittlungen der Landesbauernverbände zusammengestellt.

Im Vergleich dazu hatte der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) noch in der vergangenen Woche auf einer anderen Schätzgrundlage ein knapp 1 Mio. t höheres Ernteergebnis veröffentlicht.

Die Gesamternte setzt sich aus rd. 24,5 Mio. Weizen, 11 Mio. t Gerste, 3,2 Mio. t Roggen, 2,7 Mio. t Triticale, 3,8 Mio. t Körnermais/CCM und 0,57 Mio. t Hafer zusammen.

Die deutsche Weizenernte bleibt  um 10,4 % hinter dem Vorjahr zurück, liegt aber fast 3 % über den 5-Jahresdurchschnittswerten. Die Weizenfläche wird um 1,8 % höher eingestuft als im Vorjahr, aber die witterungsbedingte Ertragsminderung von rd. 12 % hat maßgeblich zum geringeren Ergebnis dieses Jahres beigetragen.

Die Weizenqualität ist zwar häufig geprägt durch einen ungewöhnlich hohen Kleinkornanteil als Folge der schnellen Notreife bei Wassermangel. Aber die sonstigen Qualitätsmerkmale wie Hl-Gewicht und Fallzahlen zeigen keine schwerwiegenden Nachteile auf.  Im Süden und einigen Regionen des Rheinlandes sowie Niedersachsens wird von unterdurchschnittlichen Proteingehalten gesprochen.

Die Wintergerste hat angesichts der widrigen Witterungsverhältnisse eher noch mit erstaunlich hohen Erträgen von knapp 73 dt/ha überrascht. Das Rekordergebnis des Vorjahres von 77 dt/ha wurde zwar nicht erreicht, aber der 5-jährige Mittelwert wurde um fast 9 % überschritten. Die frühreifende Wintergerste konnte die Winterfeuchte noch gut ausnutzen, bevor das Niederschlagsdefizit dieses Jahre wirksam werden konnte.

Dafür mußte die Sommergerste mit Ertragseinbußen von -6 % gegenüber dem Vorjahr erheblich mehr Federn lassen. Die um rd 7 % höhere Anbaufläche hat aber die Erntemenge teilweise wieder ausgeglichen. 

Die Roggenernte 2015 wird vom DBV auf 3,2 Mio. t geschätzt,  um knapp 16 % unter dem Vorjahr, aber auch um 9 % unter dem 5-Jahresmittel. Bei einer im rd 1 % niedrigeren Anbaufläche hat maßgeblich der um rd. 15 % niedrigere Hektarertrag beigetragen. Besonders starke Ertragseinbrüche bis zu 25 % sind in Brandenburg und Sachsen-Anhalt festgestellt worden, während in Niedersachsen und Bayern 15 % ige Ertragsminderungen hingenommen werden mussten.

Triticale schneidet mit einer um 9 % niedrigeren Erntemenge etwas weniger schlecht ab. Auch in diesem Fall waren die schwächeren Flächenerträge das auschlaggebende Grund.

Den größten Ernteeinbußen werden bei Körnermais mit über 25 % befürchtet. Nach dem aktuellen Stand sind die Bestände aufgrund der fehlenden Niederschläge kaum noch in der Lage evtl. Verbesserungen bis zur Ernte im Sept/Okt aufzuholen. Möglicherweise wird der eine oder andere Maisschlag bei unzureichender Kolbenausbildung für Silage verwendet, weil die Futtergrundlage in diesem Jahr überdurchschnittlich knapp ausfällt. 

Die verschiedenen Schätzungen stammen aus unterschiedlichen Quellen mit verschiedenen Erhebungsmethoden sowie zu verschiedenen Zeitpunkten, so dass ein unmittelbarer Vergleich nicht möglich ist.  Die Generalaussage kann daher nur lauten, dass die Ergebnisse für 2015  im Rahmen der Schätzfehler eng beeinander liegen. In jedem Fall ist von einem schwächeren Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr auszugehen.

Rückrufservice
Beschreiben Sie bitte Ihr Anliegen, damit wir uns auf den Rückruf vorbereiten können.
Ja, ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und willige ein, dass die von mir angegebenen Daten inklusive der Kontaktdaten zwecks Bearbeitung der Anfrage und für den Fall von Anschlussfragen elektronisch erhoben und gespeichert werden. Meine Daten werden dabei nur streng zweckgebunden zur Bearbeitung meiner Anfrage genutzt und nicht ohne Einwilligung weitergegeben. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.

Jetzt registrieren

Jetzt registrieren und ZMP Live+ 14 Tage kostenlos testen!
  • Dauerhaft kostenfrei
  • Keine Zahlungsinformationen erforderlich