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10.13
08:57

Ukraine mit Rekordexportvolumen

Welche Konkurrenz liefert ukrainisches Getreide 2013/14 für die EU-Exporte wirklich?

Von den 3 Schwarzmeerländern Russland, Kasachstan und Ukraine verfügt die ukrainische Republik über das größte Exportpotenzial. Wie in den südlichen Teilen Russlands wurden auch die SO-Regionen von den hohen Niederschlägen in Mitleidenschaft getroffen, aber der Weizen stellt nur einen kleinen Teil des Getreideanbaus dar. Die dominierenden Maisflächen haben den Regen durchaus noch in Erträge umsetzen können.

Die Gesamternte der Ukraine wird jetzt von UkrAgroConsult etwas vorsichtiger auf rd. 58 Mio. t geschätzt und stellt immer noch ein Rekordergebnis dar. Mais hat sich in den letzten Jahren  mit 25 Mio. t auf den ersten Platz durchgesetzt, während Weizen seinen Anteil nur knapp halten kann. Bestellungsschwierigkeiten (zu trocken oder zu nass) im Herbst und die hohe Gefahr von Auswinterungsschäden bis zu 35 % lassen den Weizenanbau immer weniger attraktiv erscheinen. Im Falle der Maiserzeugung setzt man immer mehr auf leistungsfähige Sorten, die höhere Erträge versprechen. Allerdings nimmt man die Gefahr von trocken-heißen Kontinentalsommerperioden wie in den Jahren 2009 und 2010 in Kauf.

Die hohe Ernte erlaubt die Ausfuhr großer Getreidemengen. Im Laufe des Wirtschaftsjahres 2013/14 rechnet mit gut 30 Mio. t, deutlich mehr als die bisherigen 20 bis 25 Mio. t. Trotz der attraktiven Exportgeschäfte ist man im Schwarzmeergebiet sehr vorsichtig geworden, was den Export betrifft. Man achtet zunehmend darauf, dass genügend Vorratsreserven bleiben, um die regelmäßig auftretenden Missernten ausgleichen zu können. Staatliche Exportregelungen sind auch in diesem Jahr zu erwarten, die Frage ist nur, in welcher Form und mit welcher Stringenz sie gehandhabt werden.

Die Ukraine stellt mit ihren Nachbarn im Schwarzmeerraum die bedeutende Anbieterkonkurrenz zum europäischen Getreideexport dar. Beide Regionen haben die Importländer an der nordafrikanischen Mittelmeerküste und den Nahen Osten Im Visier.

Die Konkurrenz dreht sich jedoch nur um Weizen, den die EU mit rd. 25 Mio. t Exportüberschuss zu viel hat. Im Falle von Mais hat die EU einen Importbedarf von 6 bis 8 Mio. t mit Schwerpunkt in Spanien. Insoweit stellen Maisimporte aus der Ukraine eine ernsthafte Option dar.  

Im Falle der Weizenausfuhr stellen sich für die Ukraine Qualitätsprobleme heraus, so dass immer wieder europäischer Weizen aus Frankreich zum Zuge kam. Sofern die ukrainischen Weizenqualitäten nicht schon auf Futterniveau abgesunken sind, reicht ein Teil der Ware immer noch zum Aufmischen.

Fazit: Trotz eines großen Exportpotenzials der Ukraine ist die Konkurrenzsituation für die EU nicht so gravierend, wie es auf den ersten Blick aussieht.

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