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09.15
17:07

Unterschiedliche Ernteschätzungen für die EU-28

Wie groß sind die Weizen- und Maisernten in der EU-28?

Die Schätzungen der Weizen- und Maisernten gehen noch immer weit auseinander. Die niederschlagsarmen Sommermonate hatten zunächst die Befürchtung einer beachtlichen Minderernte ausgelöst. Dementsprechend niedrig wurde die Weizenernte um die Größenordnung von 148 Mio. t eingestuft. Das ist auch der letzte Stand der EU-Kommission und Coceral.

Inzwischen hat das USDA eine Schätzung in der Höhe von 154 Mio. t veröffentlicht. Die Beratungsinstitution Strategie Grains hat noch einen drauf gesetzt und kommt auf 155,2 Mio. t.  Die vorjährige Rekordernte mit optimalen Wetterbedingungen hat es auf 156,5 Mio. gebracht. Die Frage bleibt, was hat die ungünstige Sommerperiode eigentlich an Ertragsschäden verursacht, wenn die Ergebnisse so wenig voneinander abweichen?

Die noch bevorstehende Maisernte wurde noch im Juni auf 65 Mio. t gegenüber dem Vorjahr mit 75 Mio. t abgestuft. Die jüngeren Schätzungen gehen nochmal ein Stück zurück und schätzen das mögliche Ergebnis nur zwischen 57 und 58 Mio. t. Wesentliches Argument ist die ungünstige Wetterperiode im August während der Kolbenbildungs- und Kornfüllungsphase.  Man darf gespannt sein, welche Ernteschätzung nach vollzogenem Erntedrusch zu erwarten ist.

Interessanterweise gleichen sich die unterschiedlichen Ergebnisse bei den beiden Getreidearten letztlich aus.  Die Ernte 2015 wird um rd. 20 Mio. t deutlich geringer als im Vorjahr eingestuft und liegt geringfügig höher als im Jahre 2012/13. Die unterschiedliche Zusammensetzung aus Mais und Weizen hat zur Folge, dass vermehrt Weizen in den Futtertrog wandern wird. Die notwendigen EU-Maisimporte werden in begrenztem Maße  erhöht, während den überschüssigen EU-Weizen mehr Potenzial für den Export zur Verfügung steht.

Die Verteilung auf die einzelnen Verwendungspositionen ist stark abhängig von der Standortverfügbarkeit, so dass ein vollständiger Ausgleich nicht stattfinden wird. Das aktuell hoch geschätzte Weizenangebot auf internationaler Ebene setzt Grenzen für die EU-Exporte.

Allerdings lassen die jüngst geäußerten Zweifel an den hohen russischen Weizenernten  Hoffnungen aufkommen, dass die Exportkonkurrenz doch nicht so stark ausfallen wird.  Im Übrigen hinkt die russische Weizenausfuhr deutlich hinter dem Vorjahr zurück. Das Zeitfenster für russische Lieferungen schließt sich mit dem Wintereinsatz für einige Monate infolge fehlenden Nachschubs. Der Importbedarf bleibt.Die große Frage bleibt nach dem Wert des zurzeit schwachen Rubelkurses und der Wertentwicklung des Euro.

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