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04.14
15:18

US-Kältewelle schädigt Weizen und verzögert Maisaussaat

Das Wetter meint es nicht  gut mit dem US-Weizen- und Maisanbau.

Ein ungewöhnlich kalter und langer Winter im mittleren Westen der USA hat den Wintersaaten erheblich zugesetzt. In einigen Gebieten verschärften andauernde Trockenheit die Wachstumsbedingungen. Die Bodenfeuchtigkeit läßt erheblich zu wünschen übrig, weil Schnee und Regen nicht im gewohnten Ausmaß gefallen sind. Mitte April sollten die Feldarbeiten bereits in vollem Gange sein, aber eine erneute Kältewelle hat die zentralen Anbaugebiete für Getreide und Mais nochmal heimgesucht.

Die ohnehin geschwächten US-Wintersaaten werden durch die Minustemperaturen nochmals stark geschädigt, weil eine schützende Schneedecke fehlt. Die wöchentlichen Bestandsbeurteilungen ordnen nur noch 34 % der Winterweizenbestände in die Kategorie von „good to excellent“ aus. Im 10-Jahresdurchschnit liegen die Zahlen mehr als doppelt so hoch. In einigen Gebieten wie Texas, Oklahoma liegen die Ergebnisse nur bei 14 bis 15 %. Im Hauptanbaugebiet Kansas werden nur noch 26 % der Bestände in die beiden oberen Kategorien eingestuft und über 30 % in die schlechteste Skala von „poor to very poor“. Man muss damit rechnen, dass die jüngste Kältewelle die Situation nochmal verschlechtert hat.

Die Maisaussaat gerät ebenfalls in Verzug. Bisher wurde in den südlichen Staaten die Feldbestellung noch am ehesten vorangetrieben. Im Durchschnitt  wurden aber erst 3 % anstelle der sonst üblichen 6 % Flächen besät. Der entscheidende Faktor für die Maisbestellung ist neben der Befahrbarkeit der Böden eine ausreichend hohe Bodentemperatur von 8 bis 10 Grad, damit das Maiskorn zu keimen beginnt. In einigen Gebieten ist der Bodenfrost noch nicht vollständig verschwunden. Zur Bodenaufwärmung bedarf es hoher Lufttemperaturen mit entsprechender Sonneneinstrahlung. Schneller geht es mit warmen Regen, der mit dem eindringenden Wasser in kürzerer Zeit den Boden erwärmen kann als die oberflächlichen Lufttemperaturen.

Für die kommende Woche werden beachtliche Niederschläge im „Corn belt“ erwartet. Das ist gut für die vorhanden Getreidebestände und verbessert auch die Bodenfeuchtigkeit. Aber die zu bestellenden Felder können nicht bearbeitet werden und die Aussaat verzögert sich bis Anfang Mai hinein. Je nach Region wird als optimaler Saattermin die Zeit bis zum 15. Mai angesehen, bis zu dem eine Aussaat ohne Ertragseinbußen stattfinden kann. Damit wird die Zeit knapp, denn die Feldarbeiten nehmen mehrere Wochen in Anspruch. Zudem muss mit weiteren Niederschlägen gerechnet, die die Feldarbeiten unterbrechen werden.

Noch ist keine Panik angesagt. Schließlich ist es im letzten Jahr trotz widriger Umstände auch gelungen, die Saat noch rechtzeitig in den Boden zu bringen. Aber die Zeit wird knapper und die Sorgen sind allemal berechtigt, im Falle des Weizens ganz bestimmt.

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