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04.14
08:48

USDA-Bericht: Soja und Mais noch knapper - kurzatmige Börsenreaktionen

USDA-Bericht vom 9. April 2014: US-Sojavorräte so knapp wie seit 50 Jahren nicht mehr

Der monatliche Bericht des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) hat wieder mal Überraschungen Im Gepäck gehabt. Die größten Reaktionen  haben die knappen Endbestände bei Soja und Mais ausgelöst, die in dieser geringen Höhe von den Marktteilnehmern nicht erwartet wurden. Die US-Sojavorräte am Ende des Wirtschaftsjahres sind so knapp, wie seit 50 Jahren nicht mehr. Die Sojaimporte aus Brasilien in die exportorientierten USA laufen auf Hochtouren, ein Phänomen mit Seltenheitswert.

Die Börsenkurse reagierten zunächst mit heftigen Preisausschlägen nach oben. Allerdings beruhigte sich die Lage vor dem Hintergrund der zu erwartenden hohen Sojalieferungen aus Südamerika. Die brasilianische Ernte wurde zwar um 1 Mio. t auf 87,5 Mio.t wegen schwacher Erträge niedriger eingestuft, bleibt aber immer noch auf Rekordniveau. Die argentinische Sojaernte bleibt unverändert auf dem Ernteergebnis von 54 Mio. t ergänzt durch doppelt so hohe Überhangbestände im Vergleich zu Normaljahren. Daraus entsteht eine überdurchschnittlich hohe potenzielle Angebotsmenge für das laufende Jahr 2014.

Die zweite Überraschung lieferten die niedriger geschätzten Maisbestände. Allerdings hat sich die erste Kurseuphorie schnell wieder gelegt, denn auf Weltebene ist mit einer überdurchschnittlichen  Versorgungslage von 16,6 % Endbestand zum Verbrauch zu rechnen. Gute Maisernten werden in Brasilien und Südafrika noch im Laufe dieses Wirtschaftsjahres erwartet. Auch die argentinische Ernte mit 24 Mio. t soll nicht so schlecht ausfallen, wie zunächst befürchtet.

Das USDA schätzt das Erzeugerpreisniveau  im Durchschnitt des Jahres zwischen 4,40 bis 4,8 $ je bushel  Mais (12,80 bis 13,98 €/dt) ein. Die Börsenkurse bewegen sich aktuell um die 5 $ -Marke (14,56 €/dt).

Keine Überraschung, aber doch schon Erstaunen löste der Weizenmarkt aus. Die Endbestände wurden höher geschätzt als erwartet wurde, weil weniger in die Futterschiene geflossen ist. Die Börsenkurse gaben etwas nach. Allerdings hätte vor dem Hintergrund der jüngst veröffentlichten US-Saatenstandberichten  mit einer 30 bis 50 % Verschlechterung gegenüber dem ohnehin nicht guten Vorjahr mit entgegen gesetzten Kursreaktionen gerechnet werden können. Möglicherweise wird das erst mit dem nächsten USDA-Bericht passieren, wenn die Ernte 2014/15 zum Gegenstand der Schätzung wird.

Die Erzeugerpreise für Weizen schätzt das USDA in einer Spannbreite von 6,75 bis 6,95 $ je bu (18,37 bis 18,92 €/dt) für das noch laufende Wirtschaftsjahr.

Die Startpositionen für die ab nächsten Monat beginnenden monatlichen USDA-Schätzungen für das Wirtschaftsjahr 2014/15  sind bezogen. Ab jetzt wird das Augenmerk schwerpunktmäßig auf die neue Ernte gerichtet sein. Allerdings darf man in der Zwischenzeit die schwierige Lage für die Anschlussversorgung nicht übersehen. Für die vorderen Termine ist die enge Marktversorgung immer noch preisbestimmend, wenn auch mit abnehmender Bedeutung im Zeitablauf.

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