Der Weizenmarkt präsentierte sich in der vergangenen Woche überwiegend schwach. An den US-Börsen drückte der anhaltende Erntedruck die Kurse, insbesondere bei SRW- und Sommerweizen. Nur HRW-Weizen in Kansas konnte sich gegen Ende etwas stabilisieren. Der starke US-Dollar setzte zusätzlich unter Druck, da er die Exportchancen weiter schmälerte. Die enttäuschenden wöchentlichen US-Exportverladungen verstärkten die Sorgen vor einer nachlassenden Auslandsnachfrage. Auch die russische Exportprognose wurde deutlich nach oben korrigiert, was den Preisdruck international erhöhte. Zwar trübten sich in Teilen Europas und der Ukraine zuletzt die Ertragsaussichten leicht ein, doch reichte dies nicht aus, um die globale Angebotsflut auszugleichen. Bangladeschs Weizenkauf aus den USA und ein Exportauftrag nach Nigeria sorgten für einzelne Lichtblicke, könnten aber im Schatten der weiterhin dominierenden Überschusssorgen verpuffen. Der Euronext-Weizen folgte über weite Strecken dem internationalen Abwärtstrend, profitierte zwischendurch jedoch vom schwachen Euro.
Auch der Mais stand über weite Strecken der Woche unter Abgabedruck. Gute Wachstumsbedingungen in den USA, starke Bestandsbewertungen und optimistische Langfristprognosen untermauern die Erwartung einer überdurchschnittlichen Ernte. Der Aufwärtstrend beim US-Dollar dämpfte ebenfalls die Exportaussichten. Dennoch zeigte sich die internationale Nachfrage ungebrochen. Das USDA meldete zahlreiche größere Verkäufe, insbesondere nach Asien und Südamerika. Auch die wöchentlichen Exportzahlen fielen stark aus und bestätigten die robuste Nachfrage. Gegen Ende der Woche führten diese Impulse zu einer leichten Kurserholung. An der Euronext hingegen blieb der Maiskurs trotz fester US-Daten stabil bis schwächer.
ZMP Live Expertenmeinung
Der globale Getreidemarkt steht weiter unter dem Eindruck eines erwarteten Überangebots. Vor allem bei Weizen spricht vieles dafür, dass der saisonale Preisdruck durch die Ernte auf der Nordhalbkugel noch nicht ausgestanden ist. HRW-Weizen zeigte sich zuletzt etwas fester, doch bleibt das Umfeld auch hier schwierig. Beim Mais könnte der jüngste Nachfrageimpuls zumindest temporär stützen, doch ohne wetterbedingte Einschränkungen bleibt der Aufwärtsspielraum begrenzt. Entscheidend wird sein, ob die Exportdynamik anhält und ob es regional zu wetterbedingten Ertragseinbußen kommt. Bis dahin bleibt die Marktstimmung insgesamt gedrückt.