Die gestrige Halloween-Sitzung endete für die Weizenfutures mit Verlusten an allen drei großen Börsen. Die Prognosen von Meteorologen, die für wichtige Anbauregionen der USA in den kommenden Tagen ergiebige Niederschläge vorhersagen, könnten den neu gesäten Weizenbeständen zugutekommen. Diese Nachricht sorgte an den Märkten für bärische Impulse.
Gleichzeitig zeigte der wöchentliche Exportverkaufsbericht kumulierte Weizenbuchungen in Höhe von 411.424 Tonnen, was ein 5-Wochen-Tief markiert und am unteren Ende der Schätzungen von 300.000 bis 600.000 Tonnen liegt. Mit 169.600 Tonnen war Mexiko der größte Käufer, gefolgt von den Philippinen mit 79.500 Tonnen. Am Donnerstag kaufte Algerien in ihrer jüngsten Ausschreibung geschätzte 480.000 Tonnen Weizen, die vermutlich aus der Schwarzmeerregion stammen.
Auch an der Euronext konnten sich die Weizenkurse nicht im grünen Bereich halten und verzeichneten zum Börsenschluss leichte Verluste. Die Europäische Kommission kürzte ihre Produktionsprognose für Weizen in der EU 2024/25 um 2 Mio. Tonnen auf 112,6 Mio. Tonnen. Zudem wurde die Endbestandsprognose um 1,3 Mio. Tonnen auf 10,4 Mio. Tonnen gesenkt.
Am Maismarkt in den USA fanden die Kontrakte an der CBot keine einheitliche Richtung. Der Dezember-Kontrakt schloss leicht im Minus bei 410,75 US-Cent/bushel (148,72 €/t), während spätere Lieferungen moderate Gewinne verzeichneten. Die Exportbuchungen betrugen in der Woche bis zum 24. Oktober 2,3 Mio. Tonnen, was den Erwartungen der Analysten entsprach, jedoch einen Rückgang von 35 Prozent im Vergleich zur Vorwoche darstellt. Mit rund 600.000 Tonnen war auch hier Mexiko der größte Abnehmer. In Paris sank der März-Mais an der Euronext um 2,25 €/t auf 207,50 €/t.
Die EU-Kommission hat ihre Mais-Ernteprognose für die EU um 2,1 Mio. Tonnen auf 58,0 Mio. Tonnen gesenkt, was 1,0 Mio. Tonnen unter der jüngsten Schätzung des USDA in der Wasde-Prognose liegt.
ZMP Live Expertenmeinung
An den Getreidebörsen fanden die Futures nach einer weiteren volatilen Woche keine einheitliche Richtung. Während weiterhin durch günstige Offerten aus dem Schwarzmeerraum Druck auf die Preise ausgeübt wurde, könnten sich durch die Niederschläge auch die von der Dürre geplagten US-Anbaugebiete wieder etwas erholen und damit vor allem den Bären Rückenwind geben. Weiterhin sind jedoch viele Importländer aktiv am Markt und halten damit die globale Nachfrage hoch.